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08. Februar 2012
Zurück mit "Heiligenschein"
Auch nach 40 Jahren viele sprühende Ideen beim Bunten Abend des Elferrats Obersimonswald.
SIMONSWALD. Der Bunte Abend, den der Elferrat Obersimonswald bereits seit 40 Jahren stets an zwei Terminen veranstaltet, hat an Attraktivität nichts verloren. Dies spiegelte sich im ausverkauften Narrentempel der "Krone-Post" wider, wo Vogt Eddie Heitzman mit seinen Elfern dem Narrenvolk den Spiegel vorhielt.
Eröffnet wurde der kurzweilige Abend mit dem Einmarsch des Elferrates, begleitet von hübschen, blutjungen Funkenmariechen, die zum ersten Mal auf der Narrenbühne tanzten. Danach begann das fast vierstündige Programm mit Sketchen, Musik und Tanz, es blieb kein Auge trocken. Die Elferräte schlüpften wieder in verschiedene Rollen und verstanden es ausgezeichnet, Begebenheiten närrisch zu präsentieren. So warfen sie einen Blick in Halle des "städtischen" Bauhofes, wo der Leitende mit seinen Untergebenen einen harmonischen Umgang pflegt, sodass alles wie geschmiert läuft: Während zwei elektrotechnisch Begabe sich an einer nicht mehr blinkenden Geschwindigkeitsanzeige schwer tun, schmückte ein Kreativer den Weihnachtsbaum vor dem Rathaus. Ein anderer hat den gewichtigen Auftrag, marode Pflastersteine vom "Adler" bis zur Ortsmitte auszutauschen. Einen schöneren Job haben zwei, die nach Blibich fahren, um einen Stiel zu kaufen. Dann kam der Rathausrechner höchst- selbst zum Bauhof, um seine exakt-umständliche Zeiterfassung zeitsparend zu erklären. Am besten, so der Rechner, sollten die Männer gleich einen Elektrochip schlucken, damit er sie stets orten kann.Werbung
Zum Wort des Jahres erklärten die Narren "Punktesammler". Dahinter verbergen sich der FC Simonswald und die Sportfreunde im Obertal. Zwei Kicker, Martin Hug und Jörg Wehrle, pilgerten auf den Hörnleberg um für Punkte zu beten. Sie vergaßen auch nicht, Kerzen anzuzünden, vielleicht hilft es?
An den Popchor Virtuos Voices erinnerten Bernhard Burger, Hubert Burger und Hubert Wehrle. Sie sangen von allerlei Begebenheiten und hätten Chancen bei den Virtuosen aufgenommen zu werden.
Lebendiges Hofleben beobachteten die Narren auf dem Haslacher "Trenklehof". Dort geht es, seit der Hofübernahme von Carmen und Marco, mit Mensch und Tieren turbulent zu. Durch eine Katzenallergie wird Jungbauer Marco um den Schlaf gebracht, doch seine Frau meint, er schaffe zu viel und leide unter Burnout. Zur Familie gehört auch Onkel Guscht, Berufspilger und Messdiener auf dem Hörnleberg, der öfters mit Heiligenschein zurück kommt. Musikkameraden schenkten der Jungbauernfamilie junges Geflügel, das aber nicht lange überlebte.
Dann ehrte Vogt Eddie Bernhard Brugger für 20 Jahre und Hubert Wehrle für 35 Jahre närrische Aktivität. Der Narrenvogt erinnerte an die unzähligen humorvollen Auftritte der beiden engagierten "Elfer".
Was wäre der Bunte Abend ohne Männerballett und "Wäschwieber" ? Vor dem gelungenen Bühnenbild eines rauchgeschwängerten Westernsaloons tanzten Männer unterschiedlicher Statur, zeigten Beine und teils wuchtige Figur. Die "Wäschwieber" Amalia und Viktoria (Bernhard Brugger, Eddie Heitzmann) trafen sich mit ihren Zubern an derSimonswälder Hängebrücke, dem "Gugisteg", der seit Monaten gesperrt ist. Sie berichteten, was talauf-talab noch nicht alle wussten und wagten sich auf Brücke, um zu testen, ob diese die zwei gewichtigen Weiber aushält. Der nächste Höhepunkt: Reinhard Kaltenbach wurde von beängstigend charmanten "Mannsweibern" umzingelt. Für den Hit "I sing a Liad für Di" gab es Riesenbeifall.Es folgte das flotte Showballett, hübsche Mädchen und mutige Buben legten einen tollen Tanz auf die Bretter. Tierisch war Sketch um ein entlaufenes Rindvieh beim Kasperbauer im Obertal. Ein mutiger Polizist sperrte die Landstraße weiträumig, bis der jagdgeprüfte Jockele Fritz mit der Flinte eintraf. Der hatte aber nur zwei Schüsse dabei, die nicht zum Erfolg führten. Da sprang beherzt Waidmann Franz-Paul ein, der dem Spektakel ein Ende machte.
Im großen Finale dankte Eddie Heitzmann allen Akteuren vor und hinter en Kulissen, die zum Gelingen beigetragenhaben.
Autor: Horst Dauenhauer


