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07. Januar 2010 12:52 Uhr

Bretter weg

Skidiebe machen den Feldberg unsicher

Schnee satt am Feldberg: Doch die weiße Pracht lockt nicht nur Skifahrer, sondern auch Diebe. Zuletzt wurden Bretter im Wert von mehreren tausend Euro gestohlen. Wie kann man sich und seine Skier schützen?

  1. Bis zu 8000 Skifahrer zählt der Feldberg an einem guten Tag. Da kann man den Überblick über seine Bretter verlieren. Foto: Martin Ganz

  2. Riesenandrang am Feldberg. Foto: martin ganz

TITISEE-NEUSTADT / FELDBERG. Zwischen 13 und 15.15 Uhr wurden am Dienstag am Seebuck und an der Grafenmatt gleich sechs Paar Ski gestohlen, durchweg neue und hochwertige Rennskier, Gesamtwert 3000 Euro. Es ist die erste Häufung dieser Saison. In "guten Wintern" kommt die Polizei auf 75 Paar Ski und 25 Snowboards, weiß Anton Rebholz.Der Leiter des zuständigen Polizeipostens Lenzkirch ist sich einig mit Volker Haselbacher vom Liftverbund Feldberg, dass die meisten Diebstähle dann geschehen, wenn die Wintersportler eine Pause einlegen und einkehren.

Wie schnell es dann um die Bretter geschehen sein kann, wenn man sie nicht in Sichtweite oder gesichert hat, beweist der vergangene Dienstag: In einem Fall nutzten die Täter eine nur zehnminütige Abwesenheit des Skieigentümers aus.

GERINGE AUFKLÄRUNGSQUOTE

Und wenn die Bretter mal weg sind, sind sie auch weg. Die Aufklärungsquote ist gering. Es wird ja kein Skidieb auf die Idee kommen, erstmal zwei Stunden Pistenspaß zu suchen mit dem Risiko, vom Geschädigten entdeckt zu werden.

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Die Polizei rät, zweigleisig zu fahren, um sich nicht den Tag oder gar den ganzen Urlaub verderben zu lassen. Man sollte während Pausen sein Sportgerät bei sich oder zumindest im Blick behalten. Wenn das nicht geht, es vielleicht ans Auto bringen. Abschließbare Skiständer gibt es nur am Seebuck, die allerdings nach Haselbachers Erfahrung wenig genutzt werden. Denkbar, dass irgendwann an den Stationen oder beim Bau des Parkhauses derlei Sicherungen vorgesehen werden.

"SKI REGISTRIERT"

Wenn man seine Skier schon nicht in Sichtweite behalten kann – immerhin tummeln sich an Spitzentagen 6000 bis 8000 Skiläufer am Höchsten – sollte man sie zumindest getrennt abstellen. Das erschwert dem Dieb die Arbeit und birgt aus Rebholz’ Sicht das Risiko des Auffallens und Entdecktwerdens. Auch Markierungen wie "Ski registriert" können abschreckend wirken.

Und besonders für neuwertige und moderne Gleiter gilt der dringende Ratschlag, sie tatsächlich identifizierbar zu machen: Sei es über den Ski- oder Snowboardpass mit Fabrikat, Nummer, Farbe und Größe; sei es mittels des Identikationssystems des Landeskriminalamts, mit dem die Bretter mit einer persönlichen Kennziffer versehen werden können. Denn wenn der Geschädigte nicht mal eine Beschreibung seines gestohlenen Sportgeräts geben kann, wird es für die Polizei nahezu aussichtslos. Kürzlich, erzählt Feldberg-Polizist Rainer Neubronner, wusste ein Urlauber aus Frankreich nur schlicht, seine Skier seien "nicht groß und nicht klein" gewesen.

ZUFÄLLIGE HÄUFUNG

Als sich die BZ am Donnerstag am Seebuck einen Eindruck verschaffte, waren die Reaktionen unterschiedlich: Ein Mann sagte, er glaube an das Gute im Menschen, ein anderer sah sich nach kurzem Überlegen des Themas doch gedrängt, seine zuvor unter vielen anderen abgestellten Skier wieder mitzunehmen; er sei jetzt "doch ganz verunsichert", bemerkte er dazu.

Polizist Rebholz will die Diebstähle nicht überbewerten. An organisierte Taten glaubt er nicht, die verschiedenen Örtlichkeiten sprächen eher für eine zufällige Häufung. Am Feldberg sei es auch nicht anders als in Skigebieten in den Alpen, eher seien es weniger Diebstähle.

Für die jüngsten Diebstähle hofft die Polizei, dass sich all jene melden, die in der fraglichen Zeit verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben; Anlaufstellen sind der Posten Feldberg oder das Revier in Neustadt. Wer sich für die Vorbeugung interessiert, kann sich Tipps beim Posten Feldberg geben lassen (Tel. 07676/247 oder 322).

Autor: Peter Stellmach