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30. Januar 2012

Doppelter Triumph für Stefanie Böhler

Florian Notz deutscher Juniorenmeister im Skiathlon / Ringwald gewinnt Bronze / Michael Fehrenbach geschwächt auf Rang sieben.

  1. In der Spitzengruppe auf dem Weg in die falsche Box: Adrian Schuler (Nummer 102) beim Skiathlon Foto: goller

SKILANGLAUF. Pulverschnee, knackige Minusgrade und perfekt präparierte Spuren erwarteten die 32 Skilangläufer aus Baden-Württemberg bei der deutschen Langlaufmeisterschaft im Erzgebirge. Ein Umfeld, das zu großen Leistungen motivierte: Weltcup-Starterin Stefanie Böhler vom SC Ibach gewann in Oberwiesenthal sowohl den Titel im Skiathlon, als auch den Klassiker über fünf Kilometer. Sandra Ringwald (ST Schonach-Rohrhardsberg) holte Bronze. Damit nicht genug gewann Florian Notz (Römerstein) den DM-Titel der U 20 im Skiathlon und Silber über zehn Kilometer klassisch. Sein Teamkollege Luca Winkler wurde Dritter.

"Wir haben schwach begonnen und uns dann von Tag zu Tag gesteigert", blickt Landestrainer Dieter Notz auf die DM-Wettkämpfe zurück. Vor den Sprintrennen am Donnerstag hatten Trainer und Serviceleute des SBW-Teams, sonst als Wachsspezialisten bekannt, kein glückliches Händchen bewiesen. Die Skibeläge waren zu stumpf, die SBW-Rennläufer bei der Hatz nach Sekunden um mehr als nur Wimpernschläge zu langsam – schon im Prolog war alles verloren.

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Am Samstag und Sonntag gab es dann auf der ein Meter dicken Schneedecke bei acht Minusgraden und schneidend kaltem Ostwind perfekte Bedingungen für Läufer und Wachser. Darüber freute sich vor allem Stefanie Böhler. Im Skiathlon leistete die Ibacherin, die kurz nach dem Jahreswechsel bei der Tour de Ski krank ausgeschieden war, auf den Klassikkilometern viel Führungsarbeit, ohne sich vorentscheidend absetzen zu können. Auf der Skatingrunde setzte sie sich im Zielsprint um eine Zehntelsekunde vor Lokalmatadorin Monique Siegel durch.

Sandra Ringwald vom Skiteam Schonach-Rohrhardsberg lag bis 1500 Meter vor dem Ziel noch auf Rang drei. "Am letzten Berg hat es mich dann so aufgestellt, dass ich keine Chance mehr hatte", so Ringwald, die Elisabeth Schicho (Schliersee) im Expresstempo an sich vorbeirauschen sah und als Vierte eine Medaille deutlich verpasste. "Keine Ahnung, was da passiert ist", so Ringwald. Doch am Sonntag war die Welt der Schonacherin wieder in Ordnung. Hinter Stefanie Böhler, die über fünf Kilometer klassisch in 15:57,7 Minuten binnen 24 Stunden ihren zweiten DM-Titel gewann, und Denise Herrmann (Oberwiesenthal), lief Ringwald zu Bronze. Stefanie Böhler registrierte ihre erfolgreiche Titeljagd mit Genugtuung. "Für mich war es der Wiedereinstieg in die Wettkämpfe. Es hat gut gepasst." Sandra Ringwald ("Bronze ist Klasse") freut sich jetzt auf die U-23-Weltmeisterschaft, die in drei Wochen im türkischen Erzurum beginnt.

Der Traum von einer Medaille war für Julia Ebner von der SZ Brend im 10-Kilometer-Rennen der U 20 schon auf der ersten Teilstrecke des Skiathlon geplatzt. "Klassisch ging einfach nichts", befand sie lakonisch. Als Achte klickte sie in die Skatingski, doch die Aufholjagd kam zu spät – mit 1:50,1 Minuten Rückstand auf die deutsche Meisterin Theresa Eichhorn (Biberau) blieb Ebner drei Sekunden vor Eva Wolf (Agenbach) nur Rang fünf. Am Sonntag verpasste sie den Sprung aufs Treppchen ebenfalls deutlich. Julia Ebner war aber nicht traurig über die Holzmedaille ("ich bin zufrieden"), fehlten ihr doch 26 Sekunden auf Rang drei. Das wäre allerdings auch noch keine DM-Medaille gewesen, denn Victoria Carl (Zella-Mehlis) war in der U18 schneller als alle Juniorinnen unterwegs – und gewann so den DM-Titel.

Adrian Schulers verflixter Wechselfehler

Das Flugticket zur Junioren-Weltmeisterschaft im türkischen Erzurum ist für Florian Notz von der Skizunft Römerstein reserviert. Nach zuletzt schwankenden Leistungen bot der Sohn von Landestrainer Dieter Notz in Oberwiesenthal eine Demonstration der Stärke. Den Skiathlon der Junioren über zehn Kilometer gewann der Römersteiner, der beim Zoll in Sonthofen Sport und Ausbildung kombiniert, nach 53:25,1 Minuten deutlich mit 27,3 Sekunden Vorsprung vor Martin Weisheit (Zella-Mehlis). Moritz Madlener (Buchenberg) hatte gar 1:28,8 Minuten Rückstand auf den Sieger. Am Sonntag nahm Weisheit Revanche und schnappte sich den Titel. Notz war nach dem 10-Kilometer-Klassiker und 3,4 Sekunden Rückstand aber auch mit Silber zufrieden, sein Teamkollege Luca Winkler von der SZ Römerstein lief auf Rang drei.

Viel vorgenommen hatte sich Michael Fehrenbach vom SC St. Märgen, der von einem Einsatz bei der Junioren-WM in der Türkei träumt. Doch am Samstagmorgen wurde er von Kopfschmerzen geplagt und konnte im Skiathlon nicht sein wahres Können abrufen. Mit 3:19,6 Minuten Rückstand auf den neuen deutschen Meister Florian Notz blieb dem St. Märgener nur Rang sieben. Gegen Abend verstärkten sich die Krankheitssymptome – Trainer Notz erteilte Fehrenbach Startverbot für Sonntag.

Erst 15 Jahre alt und doch schon ein unermüdlich kämpfender Haudegen ist Adrian Schuler von der WSG Schluchsee. Im Skiathlon der Jugend 16 lief er am Samstag nach fünf Kilometern im Diagonalstil in der vierköpfigen Führungsgruppe – und verirrte sich zum Skiwechsel auf den Skatingski in die falsche Boxengasse. Bis Schuler zurückgeklettert war und endlich in "seiner" Box in die Bindung klicken konnte, war die Spitzengruppe enteilt. "Danach war der Adrian völlig von der Rolle", erinnert sich Trainer Dieter Notz. So blieb dem Rennläufer der WSG Schluchsee schließlich mit 1:32,6 Minuten Rückstand auf den deutschen Meister Martin Bergmann nur Rang sieben. Mit Wut im Bauch startete Schuler gestern ins klassische Rennen über fünf Kilometer und wurde Fünfter. Johannes Schwormstädt vom SC St. Peter wurde sowohl im Skiathlon als auch im Klassikrennen der Jugend 18 Zwölfter.

In den beiden Langlauf-Rennen der Männer blieb Benno Kuhbandner vom SV Kappel jeweils nur der letzte Platz.

Autor: Johannes Bachmann und Erhard Goller