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18. November 2010

Kilometer schrubben und Schule zwischendurch

Skilanglauf-Landestrainer Frank Grüber kämpft um einen dritten Mann und weilt derzeit mit 14 Nachwuchssportlern zum ersten Schneetraining in Norwegen.

  1. Auf dem Weg in den Winter: Hohe Trainingsumfänge stehen bei den Skilangläufern am Anfang des Schneetrainings. Die von Landestrainer Frank Grüber betreuten Junioren laufen derzeit in Norwegen auf einem 1,6 Kilometer langen Rundkurs pro Tag zwischen 60 und 70 Kilometer. Foto: jürgen Ruoff (A)

SKILANGLAUF. Es ist Anfang November stets dasselbe: Wintersportler fahnden nach Schnee und weil hierzulande außer ein paar tanzenden Flocken noch nicht viel heruntergekommen ist, ziehen Scharen von ihnen gen Norden. Nach Skandinavien – auf der Suche nach dem Weiß. Die Unterlage dort ist zwar im Moment auch noch nicht üppig, aber die Temperaturen sind kalt genug, um die fünf bis zehn Zentimeter von Frau Holle mit Kunstschnee aufzufüttern.

Die besten deutschen Skilangläufer trainieren derzeit wie viele andere Nationen in Sjusjoen (Norwegen), mit dabei sind auch Andreas Katz (SV Baiersbronn), Sandra Ringwald (SV Rohrhardsberg), Florian Notz (SZ Römerstein) und Jessica Müller (SV Baiersbronn). Die Skilanglauf-Landestrainer Frank Grüber und Dieter Notz haben mit 14 Nachwuchssportlern wie im Vorjahr in Skeikampen (Norwegen), 40 Kilometer nordwestlich von Lillehammer, Quartier bezogen. Mit dabei sind auch ein Koch und zwei Lehrkräfte, die den jungen Sportlern bei den Hausaufgaben helfen. "Das schulische Programm ist für uns deshalb so wichtig, weil wir eine Reihe von Sportlern dabei haben, die im März 2011 Abitur oder ihren Schulabschluss machen", sagt Landestrainer Frank Grüber.

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Die Gruppe wohnt in kleinen Hütten, versorgt sich selbst und trainiert zweimal am Tag. "Schwerpunkte sind hier im Trainingslager die schnelle Schneegewöhnung und ein relativ hoher Umfang", sagt Grüber. Für Junioren wie Jonas Löffler (SC St. Märgen) und Ludwig Schott (WSV Titisee), die beide dem C2-Kader angehören sowie Michael Fehrenbach (SC St. Märgen) stehen täglich 60 bis 70 Kilometer in zwei Einheiten auf dem Programm. Gelaufen wird auf einer 1,6-Kilometer-Runde, die wenig Abwechslung bietet. Grüber: "Wir sind mit dem zufrieden, was wir haben. Die Strecke ist gut präpariert und das Wichtigste ist, dass wir auf Schnee mit guten Gleitbedingungen trainieren können."

In Beitostoelen (Norwegen) gibt es im Moment mit fünf Kilometern die längste Kunstschnee-Spur im Norden, sie ist derzeit allerdings den Norwegern für ihre Weltcup-Ausscheidungen vorbehalten. "Ziel für die Junioren ist der Sprung in den Continentalcup und die Qualifikation für die Junioren-Weltmeisterschaft", sagt Grüber. Die erste COC-Ausscheidung findet Anfang Dezember in Goms (Schweiz) statt. Ansporn ist für Löffler und Schott auch der Aufstieg in den C-Kader. Für die Jugendläufer beginnt die Wettkampfsai-son mit dem ersten Deutschlandpokal am 18./19. Dezember in Oberstdorf.

Für Markus Ringwald (SV Rohrhardsberg), Johannes Schwormstädt (SV St. Peter) und Alexander Wilde (SV Friedenweiler-Rudenberg), die derzeit dem Landeskader angehören, geht es in der Klasse J 17 darum, sich mit guten Leistungen für den D/C-Kader des Deutschen Skiverbands (DSV) zu empfehlen. Dort ist Julia Ebner von der SZ Brend schon drin. Sie bestreitet ihre zweite Saison in der J 17, ihr Ziel kann deshalb nur C-Kader lauten. Das Sommertraining verlief nicht so, wie sich Grüber das vorgestellt hatte. An den zentralen Leistungskontrollen konnten einige seiner Kaderathleten wegen Krankheit oder Verletzung nicht teilnehmen und darunter litt auch ihr Sommertraining. "Erst seit Mitte Oktober läuft es bei allen rund. Wir haben keine Kranken und Verletzten mehr", sagt Grüber. Bestrebungen, zur Unterstützung von ihm und Notz einen dritten Landestrainer zu installieren, sind bisher gescheitert. "Es hapert am lieben Geld", sagt Hansjörg Löffler (Löffingen), der für den nordischen Skisport zuständige Vizepräsident des Skiverbands Schwarzwald (SVS). Andere Landesverbände wie Thüringen und Sachsen seien viel besser ausgestattet, "die haben andere Finanzierungsmöglichkeiten und ein geringeres Lohnniveau", sagt Löffler. Und so grüßt Grüber aus dem minus 14 Grad kalten, aber sonnigen Skeikampen mit den Worten: "Wir kämpfen weiter um einen dritten Mann."

Autor: Jürgen Ruoff


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