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06. März 2010

Mit Wut im Bauch auf den dritten Rang

Kombinierer Tino Edelmann in Lahti vorne mit dabei.

  1. Freuen sich: Der Lahti-Sieger Magnus Moan aus Norwegen (links) und Tino Edelmann, der in Finnland Dritter wird. Foto: afp

LAHTI (sid). Mit ordentlich Wut im Bauch hat Vize-Weltmeister Tino Edelmann die deutschen Kombinierer beim ersten Weltcup nach den Olympischen Spielen von Vancouver für die mäßigen Leistungen in Kanada rehabilitiert. "Das war die richtige Botschaft nach Olympia. Nach dem Motto 'jetzt erst Recht' habe ich das umgesetzt, was ich mir vorgenommen hatte", sagte der 24-Jährige aus dem thüringischen Zella-Mehlis, der im finnischen Lahti hinter dem norwegischen Ex-Weltmeisters Magnus Moan und Rekord-Weltcupsieger Hannu Manninen (Finnland) auf dem dritten Platz landete.

"Ich wollte im Weltcup zeigen, wer vorne hingehört. Heute waren die Richtigen vorne", erklärte Edelmann in Anspielung auf das Skandalspringen von der Großschanze vor rund einer Woche bei den Winterspielen. "Das Rennen ist so abgelaufen, wie ich es mir gedacht hatte. Moan und Manninen haben genau richtig angegriffen – nicht zu früh und nicht zu spät", meinte Edelmann, der in Kanada dem Team angehörte, das zum ersten Mal seit zwölf Jahren keine Einzelmedaille für Deutschland geholt hatte.

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Neben Edelmann durfte sich auch Olympiasieger Jason Lamy Chappuis freuen. Der Franzose sicherte sich durch den zehnten Platz im drittletzten Weltcup des Winters vorzeitig den Sieg im Gesamtweltcup. Hinter Lamy Chappuis kamen die weiteren deutschen Starter ins Ziel. Björn Kircheisen (Johanngeorgenstadt) wurde Zwölfter, Eric Frenzel (Oberwiesenthal) landete auf dem 17. Platz, Johannes Rydzek (Oberstdorf) belegte den 25. Rang.

Wie von Edelmann angedeutet, war in Lahti das Skandalsspringen von Vancouver noch ein großes Thema. Bundestrainer Hermann Weinbuch erklärte, dass sein Ärger immer noch nicht verraucht sei und er nach wir vor schlecht schlafen könne.

Auch Edelmann glaubt nicht, dass das Thema trotz der Gespräche zwischen allen Beteiligten abgehakt ist. "Es war viel Gerede. Ob dabei etwas rausgekommen ist, wird sich zeigen", sagte der Fünfte im Gesamtweltcup: "Es steht nach wir vor ein Fragezeichen dahinter, ob das in Vancouver fair war."

Das Springen bei den Olympischen Winterspielen war trotz einsetzendem Schneefall und starkem Wind nicht abgebrochen wurde. Die Entscheidung der Verantwortlichen um den deutschen Renndirektor Ulrich Wehling hatte dafür gesorgt, dass die zum Schluss auf der Schanze stehenden Medaillenkandidaten – darunter Frenzel und Edelmann – keine Chance mehr auf eine vordere Platzierung hatten.

Nach dem Wettkampf wurden in Kanada sogar Stimmen laut, die an der Zukunft der Nordischen Kombination im Olympia-Programm zweifelten.

Autor: sid