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19. Januar 2012

Yippie-Ay-Yeah in den USA

Die Hochschwarzwälder Jonas Löffler und Ludwig Schott stürmen bei der amerikanischen Langlauf-Meisterschaft ins Sprint-Finale.

  1. Jonas Löffler vom SC St. Märgen, hier bei einem Skirennen im Schwarzwald, trumpfte mit seinem Feldberger Studienkollegen Ludwig Schott bei den offenen US-amerikanischen Langlaufmeisterschaften auf. Foto: ruoff

SKILANGLAUF. Vor einem Jahr kämpften Jonas Löffler und Ludwig Schott noch um Spitzenplätze bei den deutschen Junioren, inzwischen haben sie sich in den USA etabliert. Bei der internationalen US-Langlauf-Meisterschaft schafften es die beiden Hochschwarzwälder bis ins Finale des Skating-Sprints. Dort wurde Schott Fünfter und Löffler Sechster der Juniorenwertung.

Es war ein vielversprechender Auftakt der Titelkämpfe in Rumford im Bundesstaat Maine für die beiden Sportstipendiaten der University of Alaska Fairbanks (UAF). Dort haben beide im Herbst ein Wirtschaftsstudium begonnen. In der internen Qualifikation schafften sie die Aufnahme ins "Reiseteam", mit dem sie schon auf Hawaii und an der Westküste an Crossläufen teilnahmen. Seit Mitte Oktober konnten sie auf Schnee trainieren, ganz anders als ihre Schwarzwälder Kollegen in der Heimat. Maine, an der Ostküste gelegen, war schon der siebte Bundesstaat, den der St. Märgener Jonas Löffler und Ludwig Schott aus Feldberg mit den "Nanooks", wie die UAF-Sportteams genannt werden, bereisten.

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Für die Teilnahme an der offenen US-Meisterschaft verzichteten beide auf den Heimaturlaub über Weihnachten. Sie begann Anfang Januar mit dem Skatingsprint über 1,6 Kilometer. Wegen starker Regenfälle über Nacht hatte das Rennen um einen Tag verschoben werden müssen. Im selben Viertelfinale wurde Löffler Zweiter vor Schott. Das Halbfinale gewann Schott vor Löffler und auch im A-Finale der Junioren platzierte sich der 19-jährige Feldberger vom WSV Titisee als Fünfter direkt vor Löffler, der am Vortag 20 Jahre alt geworden war. Mehr war nach den kräftezehrenden Vorrunden nicht drin, doch schon die Finalteilnahme durften beide als großen Erfolg werten. Weiter ging’s für die Neulinge aus dem Schwarzwald am Black Mountain, dem "schwarzen Berg" von Maine mit dem Skatingrennen über 15 Kilometer. Im Feld der 201 Starter aller Altersgruppen kam Schott (32:53,3 Minuten) gut zweieinhalb Minuten hinter dem Sieger auf Rang 64, 127. wurde Löffler (34:49,0). Bei den Junioren der Jahrgänge 1992 und 1993 bedeutete dies Platz zwölf und 34. Als schnellster Junior und Gesamtelfter qualifizierte sich in diesem Rennen ihr Teamkollege Logan Hanneman (31:04,3) für die Juniorenweltmeisterschaft in der Türkei.

Schon am nächsten Tag wartete eine gewaltige Herausforderung: das Massenstartrennen über 30 Kilometer im klassischen Stil. Ludwig Schott arbeitete sich im Feld der 85 Starter aus der hintersten Reihe weit nach vorne und lief nach 1:31:48,4 Stunden als 29. und schnellster Junior ins Ziel, knapp fünf Minuten hinter dem Sieger. Cheftrainer Scott Jerome bescheinigte ihm seinen bisher besten Wettkampf für die Nanooks. Jonas Löffler musste das harte Rennen nach drei von neun Runden aufgeben.

Die US-Meisterschaft endete mit dem Klassik-Sprint über 1,6 Kilometer. Jonas Löffler qualifizierte sich als 27. des Prologs für das Viertelfinale der Männer, wo er als Fünfter ausschied. In der Gesamtwertung bedeutete das Rang 23, Trainer Jerome nannte Löfflers Leistung "fantastisch". Ludwig Schott beendete den Prolog als 50. der 121 gestarteten Männer und verzichtete auf das Viertelfinale der Junioren, in dem er hätte laufen dürfen.

"Es gefällt beiden super in den USA", weiß Ludwigs Vater Joachim Puf-Schott, der Vorsitzende des WSV Titisee. Bisher gelinge es ihnen sehr gut, Studium und Leistungssport zu vereinbaren. Auch sei der permanente Druck weg, den Aufstieg in den nächsten Kader schaffen zu sollen. Das neue Leben ist spannend und aufregend. Die Jungs sind "froh und glücklich", lautet die Botschaft von Jonas Löffler und Ludwig Schott aus Übersee an die Heimat.

Autor: Annemarie Zwick