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01. März 2010

Zielsicherer Griff in die Wachskiste

Sandra Ringwald gewinnt Gold bei der Langlauf-DM / Löffler holt Staffel-Silber mit Ludwig Schott und Klassiker-Bronze.

  1. Angriffslustig: Jonas Löffler gewann bei der DM Silber mit der Staffel und Bronze im Klassiker über zehn Kilometer. Foto: kaufhold

  2. Mehr als nur Trost nach viel Pech bei der Junioren-WM: Sandra Ringwald wurde in Oberhof Deutsche Langlaufmeisterin. Foto: Ruoff

SKI NORDISCH. Die Fahrt in den nahen Osten hat sich für die Langläufer des Skiteams Baden-Württemberg (SBW) gelohnt: Sandra Ringwald (ST Rohrhardsberg) gewann bei der deutschen Langlaufmeisterschaft in Oberhof in der Verfolgung über zehn Kilometer ebenso Gold wie Florian Notz (Römerstein) vom Skiinternat Furtwangen, der sich über 15 Kilometer nach Silber im Klassik-Rennen den Titel sicherte. In der Jugend 17 gewann Jonas Löffler vom SC St. Märgen Bronze über 10 Kilometer klassisch. Gemeinsam mit Ludwig Schott vom WSV Titisee und Florian Notz stürmte Löffler zudem am DM-Schlusstag zu Staffel-Silber. Sandra Ringwald, Anja Gruber (Leutkirch) und Jessica Müller (Baiersbronn) gewannen hinter Thüringen und Bayern Bronze.

Hermann Sieber, nordischer Sportwart des Skiverbands Schwarzwald (SVS) und Delegationsleiter des SBW-Teams, war nach drei leistungsintensiven DM-Tagen des Lobes voll: "Wir haben allen Grund zur Freude." Zwei nationale Titel, zweimal Silber und zweimal Bronze sowie zahlreiche Platzierungen unter den besten zehn seien Beweis für das Können der Sportler aus Schwarzwald und Schwaben. Ein Erfolg, der umso bemerkenswerter ist, wenn die nominelle Besetzung der Trainerstellen begutachtet wird. Gerade einmal zwei hauptamtliche Übungsleiter kümmern sich um die Langläufer aus Baden-Württemberg – während etwa der Landesverband Thüringen zehn festangestellte Trainer im Einsatz hat. So viel Masse soll im Osten Deutschlands für Klasse sorgen. Doch Cleverness und Tüftlergeist ist durch schiere zahlenmäßige Überlegenheit nicht zu ersetzen. Das wurde vor allem bei der Verfolgung mit Skiwechsel zwischen klassischer und freier Technik deutlich. "Die einen hatten einen Superski, die anderen, na ja..." erinnert sich Sieber."

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"Super" war das, was die gewitzten Wachser Grüber, Notz, Dorer und Waidelich auftrugen, die mit ebenso griffigen wie gleitschnellen Skiern den Grundstein zum Erfolg legten. Sandra Ringwald dankte so viel kluge Vorarbeit mit einem furiosen Rennen, lief über fünf Kilometer klassisch in 14:26,7 Minuten Tagesbestzeit und skatete nach flinkem Skiwechsel in 13:21,8 Minuten auf der zweiten Fünf-Kilometer-Teilstrecke zum DM-Titel bei den Juniorinnen. Damit nicht genug, gab Sandra Ringwald der höher eingeschätzten B-Kaderathletin Monique Siegel (Oberwiesenthal), die die Frauenwertung gewann, um 7,9 Sekunden und Lucia Angerer (Oberstdorf) um 8,7 Sekunden das Nachsehen. Vergessen war damit Ringwalds Enttäuschung über das Pech bei der Junioren-WM Ende Januar am Notschrei. "Im Frühjahr darf Sandra nicht vergessen werden", fordert Hermann Sieber: "Den B-Kader mit Sternchen hat sie allemal verdient" – und damit eine (vorerst) gesicherte sportliche Zukunft als Zeitsoldatin.

In der Jugend 17 bot der frisch gebackene baden-württembergische Meister Florian Notz in der Verfolgung über 15 Kilometer eine Demonstration der Stärke und gewann in 40:54,0 Minuten Gold vor dem Bayern Florian Eberspacher. SKIF-Teamkollege Jonas Löffler wurde mit 1:37,1 Minuten Rückstand auf den Sieger Fünfter, Trainingskollege Ludwig Schott (WSV Titisee) lief auf Rang sieben. Chancenlos war Cornelius Zipfel. Der Kirchzartener wurde nach Rang 23 im Klassikrennen beim "Schorschathlon" über zehn Kilometer nur 26.. Bei den Junioren gelang Björn Ahlgrimm (Münstertal) mit Rang sieben über 20 Kilometer ein Achtungserfolg. Im Rennen der Jugend 16 wechselte Johannes Schwormstädt (St. Peter) behände die Ski und wurde Elfter. Jakob Willmann lief auf Rang 13. Schon zum Auftakt der Titelkämpfe hatten die SVS-Langläufer unter Flutlicht bei den Klassiker-Einzelrennen Kampfgeist bewiesen. Über zehn Kilometer gewann Jonas Löffler (SC St. Märgen) in der Jugend 17 DM-Bronze, musste sich aber wie schon vor zwei Wochen bei der baden-württembergischen Landesmeisterschaft in Hundsbach seinem SKIF-Trainingskollegen Florian Notz geschlagen geben, der hinter dem deutschen Meister Florian Eberspacher Silber gewann. Ludwig Schott wurde Neunter.

Mehr als Rang fünf erhofft hatte sich über fünf Kilometer klassisch Sandra Ringwald, die mit 53,6 Sekunden Rückstand auf die deutsche Meisterin Lucia Angerer zum DM-Auftakt eine Medaille deutlich verfehlte und ein folgenschweres Versprechen gab: "Am Samstag greif’ ich an." Julia Ebner (SZ Brend) lief in der Jugend 17 (5 km) auf Rang acht, Björn Ahlgrimm (Münstertal) hatte bei den Junioren als Siebter 1:36,3 Minuten Rückstand auf den neuen Deutschen Meister Sebastian Eisenlauer (Sonthofen). Eine stabile Leistung gelang in der Jugend 16 drei Hochschwarzwäldern. Alexander Wilde (Friedenweiler-Rudenberg) wurde Zehnter, Johannes Schwormstädt (St. Peter) und Jakob Willmann vom WSV Titisee liefen gemeinsam auf den zwölften Platz.

Nur vier Zehntelsekunden fehlen zu Staffel-Silber

Der historische Triumph war nicht wiederholbar: Ein Jahr nach dem DM-Titelgewinn in Breitnau gewann die baden-württembergische Frauenstaffel am Sonntag zum Abschluss der Wettkämpfe in Oberhof hinter dem Team Thüringen um die Weltcup-erfahrene Manuela Henkel über 3x5-Kilometer die Bronzemedaille. Sandra Ringwald hatte nach der Klassik-Startläuferin Anja Gruber (Leutkirch) ihre Skatingrunde mit Teilstrecken-Bestzeit (13:23,7) abgeschlossen. Jessica Müller (Baiersbronn) lief furios, musste sich im Kampf um Silber aber im Zielsprint der bayerischen Schlussläuferin Lucia Angerer (Oberstdorf) um vier Zehntelsekunden beugen. In der weiblichen Jugend 17 liefen Eva Wolf (Agenbach), Julia Ebner (SZ Brend) und Svenja Eberhardt (Freudenstadt) auf Rang vier.

Nicht Gold verloren, sondern Silber gewonnen haben Startläufer Ludwig Schott (WSV Titisee), Jonas Löffler (St. Märgen) und Florian Notz über 3x5-Kilometer. Die drei Schüler des Skiinternats Furtwangen konnten Bayern I zwar nicht gefährden, hielten nach 39:16,4 Minuten aber Bayern II deutlich auf Distanz. In der J 16 feierten Alexander Wilde (Friedenweiler-Rudenberg), Johannes Schwormstädt vom SC St. Peter und Jakob Willmann (WSV Titisee) mit Rang vier über 3x2,5-Kilometer einen Achtungserfolg.

Autor: Johannes Bachmann