Chance für die Jugend in Hinterzarten

Dieter Maurer

Von Dieter Maurer

Di, 31. Juli 2018

Skispringen

Der 14-jährige Jannik Faisst vom SV Baiersbronn springt beim internationalen "Youth-Cup" auf der 70-Meterschanze auf Rang zwei.

SKISPRINGEN. Die besten Nachwuchs-Adler aus Slowenien und Deutschland teilten beim FIS-Youth-Cup in Hinterzarten die Podiumsplätze unter sich auf. Bei den Jungen gewann Rok Masle vom slowenischen Skiclub Ilirja vor dem Baiersbronner Jannik Faisst und seinem Landsmann Taj Ekart. Bei den Mädchen siegte die Slowenin Ana Jereb vor Cindy Haasch (Ruhla) und Joana Eberle (Oberstdorf).

Bei den Jungs im Alter von 12 bis 14 Jahren gingen 38 Sportler aus zwölf Nationen über den Bakken der Europapark-Schanze. Aus acht Nationen kamen die 23 Sportlerinnen im Mädchen-Wettbewerb. Bei hochsommerlichen Temperaturen erlebten die Zuschauer weite Flüge und die Einstellung des Schanzenrekords. Rok Masle stellte gleich im ersten Durchgang die Weichen auf Sieg. Der 14-Jährige landete nach einem 80 Meter weiten Flug und egalisierte damit die im August 2006 von dem Breitnauer Kombinierer Tobias Simon aufgestellte Rekordmarke.

Mit 76,5 Metern stand Masle auch im zweiten Durchgang den weitesten Sprung und gewann das internationale Jugendspringen mit 14 Punkten Vorsprung. Die slowenischen Talente erinnerten an ihre berühmten Landsleute Peter und Doman Prevc, die vor Jahren ebenfalls den Youth-Cup gewonnen hatten. In Bestform präsentierte sich Jannik Faisst. Im Training lief es noch nicht rund, doch im Wettkampf drehte der Realschüler aus Baiersbronn auf. Mit 76 und 75 Metern eroberte er mit drei Punkten Vorsprung auf Ekart Taj den zweiten Platz. Faisst hatte im vergangenen Winter drei deutsche Schülercups gewonnen. Bei den zwei Qualifikationswettbewerben für den Youth-Cup vor einigen Wochen in Rastbüchl setzte er sich beide Male durch. Achter wurde Alexander Angerer (Rastbüchl), Zwölfter Ben Bayer aus Pfullingen. Auf Platz 34 landete Maximilian Herr vom Skiteam Schonach-Rohrhardsberg. Der Neffe des einstigen Team-Weltmeisters Alexander Herr war einer der Jüngsten unter den acht deutschen Teilnehmern. Für ihn galt es, Erfahrungen auf internationaler Ebene zu sammeln. Bei den Mädchen konnte sich keine Baden-Württembergerin für das siebenköpfige Aufgebot qualifizieren. Der Hauptsponsor Europapark lud die deutschen Teilnehmer zur Belohnung in den Freizeitpark nach Rust ein.

Der Leitende Bundestrainer für den Nachwuchsbereich im Deutschen Skiverband (DSV), Christoph Klumpp aus Baiersbronn, zeigte sich zufrieden mit dem Abschneiden seiner Schützlinge: "Wir haben eine ganze Reihe vielversprechender Talente. Diese wollen wir behutsam Schritt für Schritt nach oben bringen." Klumpp lobte den Skiclub Hinterzarten für das Engagement: "Es ist der einzige Verein, der noch einen FIS-Youth-Cup ausrichtet." Dem pflichtete Horst Hüttel bei. Der Sportliche Leiter für die Disziplinen Skisprung und Nordische Kombination beim DSV bedauerte, dass von einst vier Veranstaltern nur noch Hinterzarten übrig geblieben ist: "Solche Vergleiche auf internationaler Ebene sind wichtig für die Entwicklung unseres Nachwuchses. Wenn wir auch in Zukunft Medaillen bei Olympia und Weltmeisterschaften gewinnen wollen, müssen wir bei der Jugend ansetzen."

Die Anzahl der beteiligten Nationen zeige auch das Interesse der anderen Verbände. Hüttel lobte Hinterzarten auch bezüglich des geplanten Umbaus im Anlauf der Rothaus-Schanze: "Der Gemeinderat hat den Zuschuss-Antrag einstimmig gestellt. Die Zeichen für den Sprunglaufsport in Hinterzarten stehen auf Grün." Der traditionsreiche Wintersportort im Hochschwarzwald sei ein "wichtiger Partner und Stützpunkt des Deutschen Skiverbands." Bau und der Unterhalt von Sportanlagen seien zwar Angelegenheit von Politik und Verbänden. Als "unverzichtbare Bausteine" im Gesamtkonzept bezeichnete er Sponsoren wie den Europapark in Rust: "Wir sorgen für die Basics. Aber ohne die nachhaltige Unterstützung der Wirtschaft geht nichts."