SKM sucht weiter Mitstreiter

Rolf Reißmann

Von Rolf Reißmann

Di, 21. November 2017

Schopfheim

Der Betreuungsverein feierte sein 25-jähriges Bestehen / Seine Dienste sind stärker gefragt denn je.

SCHOPFHEIM. Etwa 150 Mitglieder und Gäste kamen ins katholische Gemeindehaus Schopfheim, um das 25-jährige Bestehen des Betreuungsvereins SKM zu feiern. Betreuungsrichterin Gabriele Klein aus Schopfheim erinnerte an Einzelheiten des Jubilars.

1992 wurde das ehemalige Vormundschaftsrecht abgelöst durch das heute gültige Betreuungsgesetz. Wer damals annahm, dies sei nur eine profane Namensänderung, wurden vielfach des Besseren belehrt. War die frühere Vormundschaft durch die Entmündigung gekennzeichnet, so steht seit 1992 der Wille der Betreuten Personen im Mittelpunkt. Wer heute eine Betreuung nutzen muss oder zugeteilt bekommt, darf nach wie vor selbständig nach seinem Willen handeln. Denn Betreuer sind Helfer, geben Unterstützung, damit die Aufgaben des Alltags wirklich im Interesse jener geregelt werden, die manches nicht allein können. Mehr noch: Betreuer übernehmen die rechtliche Verantwortung dafür, wenn Entscheidungen zu Wohnsitz, Gesundheit und Vermögen zu treffen sind. "Betreuer – ehrenamtlich oder beruflich – geben vielen Mitmenschen die Handlungsfähigkeit," sagte Gabriele Klein.

Landrätin Marion Dammann bedankte sich bei der kleinen Festveranstaltung für den Einsatz aller Mitglieder des SKM, überhaupt für die Arbeit aller rechtlichen Betreuer im Kreis Lörrach. "Staatliche Einrichtungen und freie Träger schaffen es nicht allein, diese wichtige Aufgabe zu übernehmen." Die Landrätin verwies auf die zunehmenden Erfordernisse, angesichts der wachsenden Zahl alleinstehender Mitbürger werde auch er Anteil jener zunehmen, die für die Erledigung existenzieller Entscheidungen rechtsverbindliche Hilfe benötigen. "Bis 2030 wird die Zahl der Kreisbewohner, die älter 75 Jahre sind, um 40 Prozent zunehmen." Gleichzeitig aber verringere sich die Zahl der Erwerbstätigen um 10 Prozent.

13 Mitglieder gründeten 1992 den Betreuungsverein SKM, damals arbeiteten drei Betreuer. Heute heute führen 175 Mitglieder die Betreuungen für 290 Personen. Der SKM bemüht sich mit regelmäßigen Schulungen um die Qualifizierung der Betreuer.

Ehrenfried Barnet aus Schopfheim gehörte vor 25 Jahren zu den Gründungsmitgliedern, er erinnerte sich an die damalige Versammlung in Rheinfelden. "Betreuer können heute viel mehr als damals, ich bin froh zu sehen, was aus dem kleine Pflänzchen SKM seitdem geworden ist," sagte er. Der erst seit einige Monaten amtierende Geschäftsführer des SKM, Hans-Jörg Tichelmann, blickte auf das neue Bundesteilhabegesetz, das noch mehr Möglichkeiten für die Betreuten bringen werde, noch mehr Empathie und Zuwendung seien gefordert. Gerne dürften sich Interessenten beim SKM melden, benötigt werden weitere Betreuer auf jeden Fall.

Beim Gottesdienst zu Eröffnung hob Diakon Friedrich Itzin die Berufung zu solch christlichem Handeln hervor, dazu gehöre auch die Wahrnehmung der Hilfebedürftigen in ihrer gesamten Würde. Dass Betreuung durchaus Heiteres und Schönes bringt, stellte auf ihre Weise auch die Fetscher-Familie mit einem speziell auf das Jubiläum zugeschnittenen Programm ihres "Kirchenkabaretts" dar.