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14. April 2011
Skulpturale Raumspuren
Arbeiten von Christian Rudolph in der Freiburger Stiftung für Konkrete Kunst.
Bemerkenswert flüchtig wirken die Metallarbeiten von Christian Rudolph in der wunderbaren Skulpturenhalle in der Pochgasse in Freiburg-Zähringen. Etwas von dieser Flüchtigkeit deutet sich bereits im Titel der Ausstellung an: "Status Quo". Es geht um den aktuellen Zustand, um das, was den Künstler in den letzten Jahren beschäftigt hat. Vornehmlich sind Arbeiten aus der Serie "Raumspuren" zu sehen, Gebilde aus Edelstahl, Bronze oder patiniertem Stahl, zusammengesetzt aus Hohlprofilen in schwingenden Bogenformen. Die Idee zu diesen Formen vermittelte sich Rudolph durch die Langzeitbelichtung einer schwingenden Lichtquelle im dunklen Raum, und tatsächlich lässt sich an den Plastiken die zwar nicht beliebige, aber auch nicht klar um einen zentralen Punkt zentrierte Schwungfolge einer solchen Leuchtspur gut nachvollziehen. Manchmal wirken die Arbeiten geradezu wie frei in den Raum gezeichnet – ein erstaunlicher Effekt, wenn man das Gewicht und die aufwendige Bearbeitung des Materials in Betracht zieht. Im Vergleich mit den Plastiken des Hausherrn Roland Phleps selbst, die ja keineswegs starr oder schwerfällig wirken, die aber wesentlich zentrierter sind, ist hier ein viel leichterer, beweglicherer Charakter wahrnehmbar.
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Neben den "Raumspuren" stellt Christian Rudolph, ein gelernter Goldschmied, einige Wandarbeiten aus, "Tektonite" und Papierreliefs. Von letzteren gibt es zwei Sorten: in kleinen Serien hergestellte Prägedrucke komplexer Metallreliefs und Unikate, bei denen einzelne, individuell kombinierte Metallbögen eingeprägt werden. Wie bei den patinierten Metallskulpturen finden sich bei diesen Einzelblättern Rostspuren, die die eingetieften Bogenformen mit einer dezenten Farbigkeit versehen.
Die "Tektonite" sind flache Metallreliefs aus Aluminium, konkave geschwungene Partien, die in einem leichten Knick zusammenlaufen und, anders als Rudolphs sonstige Werke, mit Acrylfarbe gefasst sind. Der Begriff "Tektonit" leitet sich von der geologischen Verformung von Gestein ab. Bei Rudolph ist es kein Gestein, und die Verformung ist eine sehr ruhige, keineswegs eruptive. Eigentlich bräuchten diese Arbeiten ein schräg auftreffendes, sich veränderndes Raumlicht, damit die Farbigkeit der Objekte atmet – in der mit perfektem Oberlicht ausgestatteten Ausstellungshalle fehlt es daran allerdings, was hier ausnahmsweise mal ein Manko darstellt.
– Stiftung für Konkrete Kunst, Pochgasse 73, Freiburg. Bis 8. Mai, Sonntag 11.30–13.30 Uhr.
Autor: Ulrike Düwell
