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04. Januar 2014

Teil 7

Snowkiten auf dem Schauinsland: Im pfeifenden Wind über Schnee fegen

Für das Snowkiten braucht es ein Snowboard und einen Lenkdrachen – und viel Kraft in den Oberarmen. Wir haben den Test auf dem Schauinsland gemacht.

  1. Trockenübung mit Helm. Foto: Michael Bamberger

  2. Timo Seibert demonstriert die perfekte Form des Snowkitens auf dem Schauinsland. Foto: Michael Bamberger

Nach dem Kater kommt die Erinnerung an die guten Vorsätze für das neue Jahr. O ja, da war doch was – dieses Jahr will ich mehr Sport betreiben. Hier und da zwickt auch schon die Hose, also höchste Zeit aktiv zu werden. Aber wie? Gar nicht so einfach die richtige Sportart zu finden, schließlich will ich Action, Spaß und Abnehmen. Snowkiten klingt vielversprechend. BZ-Autorin Barbara Meyer hat getestet, wie es ist, mit Lenkdrachen und Snowboard durch den Schnee zu fegen.

Was für ein toller Morgen auf dem Schauinsland. Die Sonne scheint, am Himmel ist keine einzige Wolke zu sehen und der Schnee glitzert verführerisch. "Hey, guten Morgen", begrüßt mich Timo Seibert, von Kitewild. "Die Bedingungen könnten besser sein!" Mit einem Blick auf die Fahne wird auch mir klar, was Timo Seibert meint; schlaff hängt der Wimpel an der Stange. Kein Wind beim Snowkiten ist quasi wie Pommes ohne Majo – o nein, ich will doch abnehmen und denke schon wieder ans Essen. "Ich erkläre dir jetzt erst einmal die Theorie, denn die braucht man beim Kiten auf jeden Fall", entscheidet mein Snowkitelehrer und erklärt an einem Modell, das aussieht wie ein aufgeschnittener Ball, die Windzonen. Es ist wichtig, dass man beim Snowkiten immer mit dem Rücken zum Wind steht. Optimal wird die Kraft des Windes genutzt, wenn der Drachenschirm (Kite) fast senkrecht über einem in der Luft steht. Doch bis wir soweit sind, muss ich erst noch das Lenken üben – ohne Board an den Füßen, aber mit Helm auf dem Kopf. "Das ist wie beim Fahrradfahren", erklärt der erfahrene Snowkiter und macht es vor. Bei ihm sieht das Ganze sehr einfach und gar nicht anstrengend aus. Als ich jedoch die Lenkstange bewegen und damit navigieren soll, frag ich mich, ob ich wirklich Fahrradfahren kann: Ich paddle viel mehr, als das ich die Stange wirklich führe.

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Na, irgendwann klappt es dann doch und ich werde mit dem Schirm verbunden. Dazu wird mir das sogenannte Trapez um die Hüfte gelegt – das sieht aus wie eine Windel. Ich bin ja schon beim Üben mit der Stange ins Schwitzen gekommen, aber nun läuft mir der Schweiß tatsächlich die Stirn hinunter. Als hätte der Wind nämlich nur darauf gewartet, bis ich mit dem Drachen verbunden bin, fegt er über die weiße Fläche. "Jetzt lenken!", ruft mir Timo zu. "Links – Rechts". Mist, der Kite ist abgestürzt. Das Spiel wiederholt sich etliche Male und ich frage mich, ob meine Oberarmmuskulatur überhaupt vorhanden ist. Auf jeden Fall macht es unheimlich viel Spaß, den Drachen zu lenken und dabei die Kraft des Windes am eigenen Leib zu spüren. Mit ganzer Körperkraft tritt man der Naturgewalt entgegen und trainiert so gefühlt jeden einzelnen Muskel.

Timo Seibert nutzt den kurz aufkommenden Wind und demonstriert, wie Snowkiten eigentlich betrieben wird. Wie von Geisterhand gezogen fährt der Könner über den Schnee, ehe er einen Sprung in die Luft macht. Geübte Snowkiter wie er schaffen so schon mal bis zu zehn Meter. "Wenn man auf dem Board steht – und das tut man beim Snowkiten – wird der Body noch mehr trainiert", versichert mir Seibert. Der Wind hat an diesem Tag jedoch etwas dagegen, dass ich richtig Snowkiten darf. Und so packe ich mit dem guten Gewissen etwas getan und gefühlt ein Kilo abgenommen zu haben, den Kite ein. Schauinsland, ich komme wieder – und dann flieg’ ich in die Luft.

snowkiten

Wo? Auf dem Schauinsland oder auf dem Feldberg.
Wen trifft man? Jeden, der Spaß im Schnee hat – egal welchen Alters, allerdings sollte man 40 Kilo und mehr wiegen.
Was braucht man: Sportbekleidung, Handschuhe, Helm, Snowboard oder Ski und Kite (kann ausgeliehen werden)
Was kostet’s? Bei Kitewild werden Schnupperkurse (2 Stunden, Kosten: 35 Euro, inklusive Leihequipment), Einsteiger-Kurs (6 Stunden, Kosten: 119 Euro, inklusive Leihequipment) und Fortgeschrittenenkurs ( 5 Stunden, Kosten: 129 Euro, inklusive Leihequipment) angeboten. Wenn der Wind fehlt, wird in einem Kursbuch notiert, was bereits alles unterrichtet wurde und an einem anderen Tag geht es dann dort weiter.

Info: http://www.kitewild.com  

Autor: arb

Autor: Barbara Meyer