Auch Bürger sollen ihre Wünsche einbringen

Julius Steckmeister

Von Julius Steckmeister

Mo, 13. August 2018

Sölden

Friedhofgestaltung beschäftigt Gemeinderat in Sölden / Forderung nach mehr Sitzgelegenheiten / Trauerhalle soll erhalten bleiben .

SÖLDEN. Die Bestattungskultur befindet sich im Wandel, und der Ausdehnung des Friedhofs sind Grenzen gesetzt. Grund genug dafür, dass sich der Söldener Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung mit der Entwicklung des Gottesackers für die nächsten 20 bis 30 Jahre beschäftigt hat. Wesentliche Problemstellungen und erste Lösungsansätze hatte – wie bereits einige Wochen zuvor beschlossen – Roman Gutmann von der Firma Frank Landschafts- und Gartenbau herausgearbeitet.

"Die Gestaltung des Friedhofes war in den letzten Jahren des Öfteren Thema", sagte Bürgermeister Markus Rees. Einen größeren gestalterischen Eingriff hatte man zuletzt vor rund drei Jahren mit der Anlage des Urnengrabfeldes "Lebensfluss" realisiert, das sehr gut genutzt werde, so Rees. Zwar habe man hiermit bereits auf den Wandel in der Bestattungskultur weg von der klassischen Erdbestattung reagiert, die Nachfrage nach weiteren Formen wie Urnenfeldern und Friedwäldern wachse jedoch weiterhin.

Etliche spezifisch Söldener Friedhofsprobleme hatte Roman Gutmann gesammelt. Reger Betrieb herrsche auf dem Weg über den Friedhof, da dieser vor allem als verkehrsfreier Schul- und Kindergartenweg teils auch mit dem Fahrrad genutzt werde, woran sich wiederum Friedhofsbesucher störten. Gutmann empfahl eine Trennung per Natursteinwand.

Recht unvermittelt sei der Haupteingang zum Friedhof, wo man sich zunächst einmal auf einer Art Platz wiederfände, der teils sogar von Autofahrern als Park- und Wendefläche genutzt werde. Hier kann sich Gutmann einen begrünten Eröffnungsplatz mit Sitzmöglichkeiten vorstellen. Der Bürgermeister zog zusätzlich einen Poller im Tor in Erwägung.

Zu raumgreifend seien zwei Hecken zwischen bestehenden Grabreihen. Diese könnten entfernt und durch die Verlegung von Gräbern zusätzlicher Raum geschaffen werden, regte Gutmann an. Mehr Raum solle auch um das markante Kreuz inmitten des Friedhofes entstehen, jedoch müsse man hier zuwarten, bis die unmittelbar angrenzenden Gräber ausgelaufen seien.

Eine optische Abgrenzung des Müllplatzes zur Aussegnungshalle hin würde ebenso mehr Aufenthaltsqualität schaffen wie Baumpflanzungen auf der Rasenfläche, die der Halle gegenüberliegt. Diese könne so mit Sitzgelegenheiten bestückt und in Teilen auch als Urnengrabfeld genutzt werden, führte Gutmann aus. Ohnehin hatte er auf dem Friedhof "zu viel verschenkten Platz und zu wenig Sitzmöglichkeiten" ausgemacht.

Trotz Platzmangels solle jedoch die Aussegnungshalle erhalten bleiben, da es immer häufiger Bestattungen von Menschen gebe, die keiner oder einer nicht-christlichen Religion angehörten und anstelle der Kirche neutrale Trauerräume bräuchten, ergänzte der Bürgermeister.

Flächenbedarf gebe es auch in Sachen Friedhofswege, die für die Sargträger teils zu schmal seien. Bürgermeister Rees kündigte an, das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Einwohnerversammlung zu nehmen. Diese wird voraussichtlich im November stattfinden. So könnten die Wünsche der Bürger in die Neugestaltung mit einfließen.

"Wir sollten den Friedhof so gestalten, dass man der Verstorbenen in schöner Atmosphäre gedenken kann", fand Florian Pulkowski (BS), der sich wünschte, "alles in eine parkähnliche Struktur zu überführen." "Wir sollten langfristig für mindestens 25 Jahre planen", riet Pulkowskis Fraktionskollege Bernhard Scherer, der sich zudem mehr Bäume und Sitzmöglichkeiten wünschte. Er vermisste jedoch eine Zahlengrundlage für die weitere Planung.

Ein Beschluss über das weitere Vorgehen wurde letztlich auf den Herbst vertagt, zumal der Friedhof auf der Klausurtagung des Gemeinderates Ende September erneut Thema sein wird.