"Der Mittelpunkt des Dorfes"

Julius Steckmeister

Von Julius Steckmeister

Mi, 11. Juli 2018

Sölden

Söldener feiern die Wiedereröffnung ihrer Saalenberghalle.

SÖLDEN. Mit einem kleinen Fest wurde der Abschluss der Sanierungs- und Umbauarbeiten an der fast 40 Jahre alten Saalenberghalle in Sölden begangen. Binnen zwölf Monaten und zum Preis von rund 1,7 Millionen Euro hatten kreative Planer und emsige Handwerker den Bestand aus dem Jahr 1980 nicht nur energetisch ins 21. Jahrhundert gelupft, sondern dem Innenleben des Gebäudes einen neuen, hellen Schliff verpasst. Neben runderneuerten Duschen, Umkleiden und Toiletten hat auch das einst düstere Foyer eine deutliche Aufwertung als separat nutzbarer Veranstaltungsraum erfahren.

"Die Saalenberghalle ist mehr als eine Turnhalle. Sie ist der Mittelpunkt des Dorfes", sagte Bürgermeister Markus Rees. Dass er damit richtig lag, zeigte sich an den zahlreichen Söldenern, die sich am Sonntagmittag auf den Weg gemacht hatten. Omas und Opas, Mamas und Papas sowie etliche Kinder waren gekommen, die den neuen Hallenboden, der vorsorglich mit einem Schutzbelag abgedeckt worden war, wild tobend gleich einer Belastungsprobe unterzogen. Ebenso waren viele Vereinsvertreter, der komplette Gemeinderat und die in Sölden wohnhafte SPD-Kreisrätin Birte Könnecke da.

Umrahmt wurde das Eröffnungsfest von einem Teil der alltäglichen Hallennutzer. Den Auftakt bildete der Schulchor Sölden unter der Leitung von Jona Stöfken. Die Sängerinnen und Sänger, die ansonsten in der Halle Sportunterricht haben, machten mit den Liedern vom armen Toni und dem munteren Max eine erste Akustik-Probe, die die Halle mit Bravour bestand. Einen doppelten Generationensprung stellte der Auftritt des Männergesangvereins "Liederkranz" Sölden dar. Stimmlich indes boten die Herren vom Silcher- bis zum Trinklied – das trefflich zum Sektempfang passte – einiges. Eine heiße Sohle auf das Hallenparkett legten die Dritt- und Viertklässler der Grundschule, die einen Tanz einstudiert hatten. Den musikalischen Schlusspunkt setzte dann der Musikverein Sölden.

"Am 12. September 1980 wurde die Halle eröffnet. Heute feiern wir die Neueröffnung nach rund einem Jahr Bauzeit", sagte Bürgermeister Rees. Es sei ein Spagat zu lösen gewesen – der der Doppelnutzung des Gebäudes als Sport- und Festhalle nämlich. Dies sei den beteiligten Firmen, insbesondere Lars Wildbredt von der Caré Planungsgesellschaft, hervorragend gelungen. Dem Planer wie dem Gemeinderat sei es wichtig gewesen, den Umbau in enger Abstimmung mit den Vereinen durchzuführen, betonte Rees. Im Gegenzug hätten die Vereine – auch, um Kosten zu senken – beim Abbruch des Foyers tatkräftig mitgeholfen. Zwar ginge man derzeit von Kostenüberschreitungen von fünf bis sieben Prozent aus, habe aber auch zusätzliche, anfangs nicht vorgesehen Einrichtungen, wie beispielsweise eine Verschattungsmöglichkeit für die große, neue Fensterfront eingebaut. Stolze zirka 585 000 Euro hatten zudem aus verschiedenen Fördertöpfen generiert werden können, rechnete Rees vor. Er wünschte allen Söldenern und ihren Gästen in der Halle auch künftig "gemeinsam viele schöne, erfreuliche und angenehme Stunden" erleben zu dürfen.

Parallelen zur Fußballweltmeisterschaft vermochte Wildbredt in der Hallensanierung zu erkennen. "Eine Mannschaft kämpft um ein Ziel, den Gegner Saalenberghalle zu bezwingen." Geglückt sei dies vor allem wegen der gut besetzen Positionen, dem Bürgermeister samt Hauptamtsleiter Ralf Nübling und dem Gemeinderat als Trainerteam, den Handwerkern als Spielern und der Baubehörde als Schiedsrichter. Nicht zuletzt der gelungenen Taktikbesprechung zwischen Planer, Vereinen und Gemeinderat sei der Sieg geschuldet. Wenn auch nicht nach 90 oder 120 Minuten, sondern nach zwölf Monaten, so Wildbredt augenzwinkernd. Ende der 70er Jahre habe man "mutig und zukunftsweisend" den Hallenbau beschlossen, erklärte Gemeinderat Adrian Weißhaar vor allem in der Funktion als Vereinssprecher. Heute wie damals sei die Halle der Garant für das Söldener Vereinsleben. Pfarrerin Miriam Jakob und Pfarrer Eberhard Schockenhoff erteilten der Halle, vor allem aber ihren Nutzern einen Segen.