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13. Januar 2012
"Die Lebensqualität im Ort erhalten"
"Initiative Zukunft Sölden" will mit Bürgern Alternativen zur Idee Lebensmittelmarkt erarbeiten.
SÖLDEN (gln.). "Initiative Zukunft Sölden" nennt sich eine Bürgerinitiative, die sich im Zusammenhang mit der Diskussion um die Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes gebildet hat. "Wir kümmern uns darum, dass Sölden eine positive Entwicklung nimmt", sagt Vorstandsmitglied Marie-Luise Stecker, "wir wollen mit den Bürgern die Lebensqualität im Ort erhalten, ebenso wie die schöne Landschaft."
Diese schöne Landschaft sieht die Initiative gefährdet durch Überlegungen von Verwaltung und Gemeinderat, am südlichen Ortseingang im Gebiet "Obere Tormatten" einen Lebensmittelmarkt ansiedeln zu wollen. Wie mehrfach berichtet wurden im Ort nach einer Informationsveranstaltung der Gemeinde rund 300 Unterschriften gegen ein solches Vorhaben gesammelt und auch bei einer Bürgerbefragung parallel zur Landtagswahl im März lehnte die Mehrheit (knapp 60 Prozent) der Bürger, die sich an der Umfrage beteiligte, die Ansiedlung eines Netto-Marktes ab. Der Gemeinderat beschloss daraufhin, keine Verfahren zur Ansiedlung eines Marktes einzuleiten und Bürger im Rahmen eines Forums an der Erarbeitung von Vorschlägen zur Nahversorgung zu beteiligen. Nachdem das Forum mit rund 20 Bürgern aus der Gemeinde getagt und dem Rat seine Ergebnisse vorgestellt hatte, beschloss der Rat im September, Einzelhändler zu kontaktieren, um einen kleinflächigen Lebensmittelmarkt zu realisieren.
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Eine Entscheidung, die in der Initiative auf Unverständnis trifft. Die Initiative widerspricht dem Eindruck, im Forum habe es ein klares Votum gegeben, auf das sich der Rat berufen könne. Einig sei man sich nur gewesen, dass die Nahversorgung im Ort verbessert werden soll, Varianten zu einem Lebensmittelmarkt wie ein Wochenmarkt, ein Internetbestellhandel oder ein kleiner Laden seien aber nicht diskutiert worden. Auch habe es keine Einigkeit bei der Standortfrage gegeben. Außerdem sei das Forum nicht proportional zum Ergebnis der Bürgerbefragung besetzt gewesen, kritisiert die Initiative.
Vorstandsmitglied Gerd Baum erklärt, das Verhalten von Rat und Verwaltung widerspreche "jedem normalen Demokratieverständnis", weil das Votum der Bürgerbefragung nicht respektiert werde. Die Meinung der Mehrheit der Söldener spiegele sich im Rat nicht wider. Statt nach einem Investor zu suchen, fordert die Initiative, zunächst eine professionelle Bedarfsanalyse im Ort vorzunehmen und festzustellen, ob die Bürger überhaupt einen neuen Markt wünschen. Außerdem müssten alternative Standorte zum Landschaftsschutzgebiet gesucht werden, der Standort im Landschaftsschutzgebiet sei vielleicht für den Investor rentabel, für die Initiative und ihre Unterstützer und für den Landschaftsschutz in Sölden aber nicht akzeptabel. Deshalb, so Marie-Luise Stecker, sei der Rat aufgefordert, den Standort "Obere Tormatten" verbindlich aus der Planung zu nehmen. Der Gemeinderat, so Stecker, sei in der Pflicht, Alternativen auszuarbeiten, vorzustellen und zu diskutieren. Ein Zeitdruck bestehe nicht. Bei der Erarbeitung von Alternativen wolle die Initiative mitwirken. "Niemand will, dass die Spaltung im Dorf bleibt". Deshalb lädt sie interessierte Bürger am Montag, 16. Januar, 19.30 Uhr, zum Gespräch ins Gasthaus Löwen.
Vorstand: Gerd Baum, Boris Bancevic, Bettina Reeg, Andreas Schießle, Matthias und Marie-Luise Stecker
Kontakt: http://www.zukunft-soelden.de
Autor: gln
