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11. November 2011

"Ich habe mich hier so wohl gefühlt"

BZ-INTERVIEW mit Pfarrer Thomas Denoke, der nach 14 Jahren Abschied von Bollschweil und Sölden nimmt – mit schwerem Herzen.

  1. Die Bollschweiler Pfarrkirche und das Pfarrhaus, in dem Pfarrer Denoke wohnte. Foto: BZ-Archiv

  2. Muss die Pfarreien Bollschweil, St. Ulrich und Sölden nach 14 Jahren verlassen: Pfarrer Thomas Denoke. Foto: Anne Freyer

BOLLSCHWEIL. Am kommenden Sonntag wird Thomas Denoke, langjähriger katholischer Pfarrer der Gemeinden Bollschweil, St. Ulrich und Sölden, seinen Abschied nehmen. Seine künftige Wirkungsstätte ist Sandhausen bei Heidelberg. Wie er die Zeit in Bollschweil erlebt hat und wie er diesen Wechsel sieht, erzählte er Anne Freyer.

BZ: Herr Pfarrer Denoke, wie lange hatten Sie diese Pfarrstelle nun inne?
Denoke: 14 Jahre lang; damit bin ich außer einem Kollegen aus meinem Weihekurs am längsten an einem Ort im Bereich der Erzdiözese Freiburg tätig gewesen. Das ist eine lange Zeit, aber trotzdem wäre ich gerne noch geblieben – mein Herz ist schwer bei diesem Abschied. Es tut mir natürlich gut, dass sich Mitglieder der Pfarrgemeinderäte an die Verwaltung gewandt haben, um eine Verlängerung zu erwirken, aber man muss einfach sehen, dass Versetzungen üblich sind, und meistens lange vor dieser mir gewährten Zeit in Bollschweil – da kann ich noch ganz zufrieden sein. Vor drei Jahren wurde mir schon eine solche Veränderung angekündigt. Insgeheim hoffte ich, dass diese Planung in Vergessenheit geraten sein könnte. Nun hat sich aber der erzbischöfliche Personalrat gemeldet und angefragt, ob ich mir eine Versetzung vorstellen könne, wie es Tradition ist, und da konnte ich nach dieser ohnehin schon sehr langen Zeit nicht nein sagen.

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BZ: Während Ihrer Amtszeit hier hat sich bekanntlich einiges verändert, zum Beispiel wurde die Seelsorgeeinheit Obere Möhlin gegründet mit Pfarrer Herbert Malzacher als Leiter. Werden Sie an Ihrer neuen Wirkungsstätte ähnliche Verhältnisse vorfinden?
Denoke: Die Strukturen dort sind etwa die gleichen. Ich werde von Sandhausen aus als Kooperator einem Pfarrer zuarbeiten, der Leiter der dortigen Seelsorgeeinheit ist, und zu einem kleineren Teil als Verwalter, zu einem größeren aber ebenfalls als Seelsorger wirken. Allerdings ist die dortige Seelsorgeeinheit mit 15 000 Gläubigen um einiges größer. Zum Vergleich: Hier gibt es 6265 Gläubige.
BZ: Wie sieht denn die Zukunft für die Bollschweiler Pfarrstelle aus?
Denoke: Meine Wohnung im Bollschweiler Pfarrhaus wird wohl eine Weile leer stehen, denn erst im Frühjahr nächsten Jahres ist mit einem neuen Kooperator zu rechnen. Im Erdgeschoss ändert sich aber nichts, das Büro mit Dorothea Rees als Teilzeitkraft bleibt besetzt. Für die Übernahme von Gottesdiensten und Messen hat bereits Eberhard Schockenhoff, Professor für Moraltheologie an der Universität Freiburg und in Sölden wohnhaft, wie bisher seine Hilfe zugesagt.
BZ: Kommen Sie jetzt in eine Ihnen völlig unbekannte Gegend?
Denoke:
Nicht ganz: Für mich ist die Versetzung in die Nähe von Heidelberg ein wenig Rückkehr in die Vergangenheit. Denn vor meiner langjährigen Tätigkeit als Diplomkaufmann bei verschiedenen Firmen habe ich in Mannheim Betriebswirtschaft studiert. Mit Mannheim, Heidelberg und den reizvollen Orten drum herum verbinden sich für mich viele schöne Erinnerungen; inwieweit ich sie auffrischen kann, wird sich herausstellen. Allerdings bin ich nun weiter als bisher von meinem Heimatort – Wutöschingen am Südrand des Schwarzwalds – und damit von meiner betagten Mutter entfernt. Aber ich hoffe, dass sie noch lange so rüstig bleibt wie bisher.
BZ: Das Bollschweiler Pfarrhaus mit seinem großzügig bemessen Garten ist ja außergewöhnlich schön und architektonisch ein Kleinod. Sind die Räumlichkeiten an Ihrer neuen Wirkungsstätte sehr anders?
Denoke: Nicht wesentlich; die Wohnung hat etwa die gleiche Größe, das Haus stammt aus der gleichen Epoche, nur der Garten ist etwas kleiner. Ich denke, dass ich mich dort einleben werde und nach einiger Zeit wieder in Bollschweil, wo ich mich so wohlgefühlt habe, vorbeischauen darf.

Die Verabschiedung von Pfarrer Thomas Denoke findet am Sonntag, 13. November, in Bollschweil statt. Um 10.30 Uhr gibt es einen Dankgottesdienst, anschließend um 12 Uhr eine Feier in der Möhlinhalle.

Autor: fry