Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
24. Januar 2012
Nahversorgung und Nahwärmenetz
Söldens Bürgermeister Markus Rees gibt beim Neujahrsempfang einen Überblick der Themen, die die Gemeinde 2012 beschäftigen.
SÖLDEN. Eine Premiere gab es beim Neujahrsempfang der Gemeinde in der Saalenberghalle: Zum ersten Mal trat die jüngst gegründete Chorgemeinschaft Sölden-Ehrenstetten mit ihrer neuen Dirigentin Zsaofia Csakany vor ein größeres Publikum. Gäste aus dem Ort und dem ganzen Hexental hatten sich eingefunden, um mit Bürgermeister Markus Rees zusammen das neue Jahr einzuläuten und auf das alte zurückzublicken.
Mit Stolz zählte das Gemeindeoberhaupt noch einmal auf, was im vergangenen Jahr alles erreicht worden war. So konnte nach dem Umbau des Kindergartens die Kinderkrippe für zwölf Kleinkinder eröffnet werden, was ohne den Bundeszuschuss von 70 000 Euro (Gesamtkosten 130 000 Euro) nicht zu schultern gewesen wäre. Unterstützung in Höhe von 62 000 Euro gab es auch für die Verlegung von drei DSL-Leerrohren sowie 144 Glasfasern, eine Gemeinschaftsaktion der Gemeinden Sölden, Wittnau und des Energiedienstes, der im Herbst ein Versorgungsvertrag mit der Deutschen Telekom folgte. Der Bürgermeister zeigte sich zuversichtlich, dass allen Bürger bald die vertraglich zugesicherte Bandbreite allen Bürgern zur Verfügung steht.Werbung
Ein Thema, das die Gemüter 2011 bewegte und auch im neuen Jahr weiter bewegen wird ist die Nahversorgung. Rees erinnerte an die entsprechende Informationsveranstaltung mit einer "sehr emotional geführten" Diskussion und an die daraufhin gestartete Bürgerumfrage im Rahmen der Landtagswahl, die die mehrheitliche Ablehnung eines Lebensmittelmarkts zur Folge hatte. Nun habe der Gemeinderat die Verwaltung beauftragt, Gespräche mit Einzelhändlern zu führen, um die notwendige Verbesserung der Nahversorgung zu erreichen.
Ein Zuschuss in Höhe von 50 000 Euro, diesmal vom Regierungspräsidium, sei für die Sicherung der gemeindeeigenen Quellen im Wasserschutzgebiet zu erwarten, die hervorragendes Wasser liefern, jedoch im vergangenen Jahr erst einmal geortet und deren Fassungen eingehend untersucht werden mussten.
Als weiteres "Großprojekt" kündigte der Bürgermeister die Sanierung der Herrgasse an, für die in 2011 nach einer gründlichen Untersuchung von Regen- und Abwasserleitungen bereits Ausbaupläne erarbeitet wurden. Diese Maßnahme mit für den ersten Bauabschnitt veranschlagten Kosten von 440 000 Euro werde wohl mehrere Monate in Anspruch nehmen, wofür Rees die Anwohner bereits jetzt um Verständnis bat. Ende 2011 sei ein Ingenieurbüro beauftragt worden, die Realisierbarkeit und die Wirtschaftlichkeit einer Nahwärmeversorgung im oberen Bereich der Herrgasse, der Abt-Steyrer-Straße, des Meierhofwegs, des Helgenackers und des Kirchenareals zu prüfen. Sofern die Nahwärmeversorgung wirtschaftlich betrieben werden könne, werde noch dieses Jahr mit der Planung begonnen.
Ausdrücklichen Dank sprach Bürgermeister Rees dem Ehrenbürger Franz Kern für seine großzügige Spende, die die Sanierung des wertvollen Friedhofkreuzes möglich gemacht hat, und den vielen Ehrenamtlichen in Sölden, Bollschweil, Wittnau, Au und Merzhausen aus, ohne deren Engagement der Hexentäler Erlebnispfad nicht hätte realisiert werden können. Vom Naturpark Südschwarzwald liege eine Förderzusage in Höhe von 25 000 Euro für dieses Projekt vor. Weitere Themen für das Jahr 2012 seien der Neubau des Bauhofs und die Ausweisung von Windkraftstandorten.
Im Namen der katholischen Seelsorgeeinheit Obere Möhlin und als seit kurzem für Sölden zuständiger Pfarrer gab Herbert Malzacher seiner Freude darüber Ausdruck, nun zum ersten Mal beim Söldener Neujahrsempfang sprechen zu dürfen. Er zeigte sich zuversichtlich, dass sich die Zusammenarbeit der Gemeinden im Hexental, der Gläubigen und der verschiedenen kirchlichen Gruppierungen auch im neuen Jahr so fruchtbar wie im alten entwickeln werde. Mit einer Erinnerung an die Ereignisse, die das gesamte Hexental im vergangenen Jahr bewegt haben, schloss sich Pfarrer Martin Auffarth von der evangelischen Gemeinde seinen Worten an. Beide zusammen hatten zuvor einen ökumenischen Gottesdienst in der Söldener Pfarrkirche gestaltet und schnitten nun zusammen mit Bürgermeister Markus Rees die traditionelle Neujahrsbrezel an.
Autor: Anne Freyer
