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21. November 2011
Schäden schneller behoben
Die Jagdgenossenschaften und Jagdpächter aus vier Gemeinden kaufen ein Einebnungsgerät.
SÖLDEN. Die Schäden, die im Hexental durch Wildschweine verursacht werden, nehmen seit Jahren zu. Ihre Behebung ist eine Kosten- wie auch zeitintensive Angelegenheit, weshalb die Jagdgenossenschaften und Jagdpächter der vier Gemeinden Merzhausen, Sölden, Bollschweil und Wittnau sich zusammen ein sogenanntes Einebnungsgerät gekauft haben, mit dem geschädigte Wiesen schnell wieder auf Vordermann gebracht werden können.
Eine Rotte Wildschweine, die auf der Suche nach Fressbarem in eine Wiese einfällt, hinterlässt oft eine Spur der Verwüstung. Mit ihren langen Eckzähnen und den kräftigen Unterkiefern durchpflügen die Tiere den Boden auf der Suche nach unterirdisch lebenden Insektenlarven wie etwa Engerlingen oder Nestern von Mäusen. Insbesondere im Frühjahr sind sie aktiv, aber auch jetzt sorgen sie für weitreichende Schäden, wie etwa vor wenigen Tagen erst im Bereich der Söldener Saalenbergkapelle oder in Bollschweil entlang des Bettlerpfads.Auf 7000 bis 8000 Euro beläuft sich laut Revierförster Johannes Wiesler der jährliche Schaden, den die Schwarzkittel im Hexental hinterlassen. Haften müssen dafür in der Regel die Jagdpächter, die für die Regulierung des Wildbestands zuständig sind. Neben einer finanziellen Belastung war das auch eine zeitliche. Über Stunden hinweg mussten die aufgewühlten Grasnarben wieder in ihre richtige Position gebracht werden. Eine Knochenarbeit, die nun der Vergangenheit angehören soll.
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Denn mit dem nun erworbenen Einebnungsgerät können die Wildschweinschäden schon in kurzer Zeit wieder behoben werden. An einen Traktor angehängt graben sich die quer zur Fahrtrichtung angeordneten Metallschnecken in den Boden ein. Die aufgewühlten Erdmassen werden durch die Schnecken in die Vertiefungen eingearbeitet. Eine Nachlaufwalze drückt die eingearbeiteten Unebenheiten wieder an, und über eine Sämaschine werden neue Grassamen ausgesät. In nur einer Stunde können so die Schäden auf den Wiesen wieder behoben werden.
Bezahlt wurde das 7600 Euro teure Gerät zu 50 Prozent von den Jagdgenossenschaften und zu 50 Prozent von den Jagdpächtern der vier Gemeinden. Die Jagdgenossenschaften sind Zusammenschlüsse der Besitzer von Wiesen, die ihre Grundstücke an die Jäger, die sogenannten Jagdpächter, zur Jagd verpachtet haben. Nicht beteiligt haben sich die Jagdgenossenschaften und Jagdpächter der Gemeinden Horben und Au, die noch in stärkerem Maße von der Wildschweinproblematik betroffen sind und sich deshalb schon zuvor ein solches Gerät zugelegt haben.
"Das war wirklich eine Anschaffung, die sich lohnt", meint Johannes Wiesler, der als einer von zwei Jagdpächtern in Sölden auch unmittelbar selbst von den Schwarzwildschäden betroffen ist. Das eigentliche Problem, die unkontrollierte Ausbreitung der Schwarzkittel, ist damit aber noch nicht gelöst. Da die Wildschweine, im Gegensatz zu Rehen und Hirschen weite Strecken auf ihrer Suche nach Futter zurücklegen, kann niemand sagen, wie viele Tiere derzeit im Hexental leben. Durch diese Lebensart ist es auch nicht möglich, genaue Abschussquoten festzulegen.
Laut Wiesler sind auch die Jäger selbst an der starken Vermehrung der Tiere in den letzten Jahren nicht unschuldig. Zum einen wurden sie oft falsch und zu wenig bejagt. Noch schwerer wiegt aber ein anderer Faktor: Da die Tiere eine attraktive Jagdbeute sind, wurden sie an exponierten Stellen über Jahre hinweg angefüttert. Dieses Anfüttern, in der Jägersprache "kirren" genannt, wurde jetzt vom Gesetzgeber stark eingeschränkt. Zusammen mit einer verstärkten Bejagung ist sich Wiesler sicher, das Problem in den Griff zu bekommen. "Auch Jäger machen Fehler", verteidigt Wiesler die Jagdkameraden. Wichtig sei aber, dass man diese erkannt hat und nun gegensteuert.
Autor: Michael Saurer
