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15. November 2011
Viel Lob für den scheidenden Pfarrer
Die Gemeindemitglieder von Pfarrer Thomas Denoke bedauern dessen Versetzung nach 14 Jahren engagierten Wirkens.
BOLLSCHWEIL. Freude und Schmerz lagen nahe beieinander beim Abschied von Pfarrer Thomas Denoke. Wie beliebt der langjährige Ortspfarrer von Bollschweil, seinem Teilort St. Ulrich und der Nachbargemeinde Sölden war, wurde bei den Feierlichkeiten offenbar. Eine große Zahl von Gläubigen aus weitem Umkreis war zum Gottesdienst in die Bollschweiler Kirche geströmt, so dass mancher keinen Sitzplatz fand, und auch die Möhlinhalle war fast zu klein für all jene, die ihrem beliebten Hirten Lebewohl sagen wollten.
Dass viele von ihnen nicht damit einverstanden waren, dass Thomas Denoke versetzt und ihnen damit genommen wird, zeigte sich in zahlreichen Ansprachen und überraschenden Aktionen. Bollschweils Bürgermeister Josef Schweizer sprach es deutlich aus: "Ich bedaure Ihren Weggang zutiefst und kann für Ihre Versetzung kein Verständnis aufbringen", sagte er und erinnerte an die vergebliche Bitte an das Erzbischöfliche Ordinariat, die Versetzung aufzuheben. Darin wusste er sich einig mit den Pfarrgemeinderäten der drei von Pfarrer Denoke betreuten Gemeinden und zahlreichen Amtsbrüdern des Geistlichen, die, zum Teil bereits pensioniert, zu der Feier nach Bollschweil gekommen waren.Werbung
Ihre Verbundenheit mit Thomas Denoke zeigte sich auch im Gottesdienst, der außer von Pfarrer Herbert Malzacher als Leiter der Seelsorgeeinheit Obere Möhlin sowie den Diakonen Gerhard Ostertag und Herbert Feiler von den Freiburger Kollegen Hermann Kuhn und Jan Pieper als Konzelebranten mitgestaltet wurde.
In seiner Predigt ermahnte Thomas Denoke seine Zuhörer, Talente und Fähigkeiten nicht brachliegen zu lassen, sondern zu nutzen zum Wohle aller. Die bisher von ihm betreuten Gemeinden bat er, positiv in die Zukunft zu blicken und seinem zu erwartenden Nachfolger ebenso freundlich zu begegnen wie ihm selbst. Beim Verlassen der Kirche erlebte er eine besondere Überraschung: Die 45 Bollschweiler Ministranten aller Altersgruppen bildeten ein Spalier und überreichten ihm je eine Blume, so dass am Schluss ein riesiger Strauß zusammenkam – eine Idee, die auch bei den anwesenden Geistlichen großen Anklang fand und den zu Feiernden sichtlich freute.
Die anschließende Abschiedsfeier in der Möhlinhalle wurde für Gäste und Hauptperson ein Wechselbad der Gefühle, denn alle waren bestrebt, dem Scheidenden mit teils heiteren Beiträgen ihre Zuneigung zu zeigen, konnten aber auch ihre Trauer über die bevorstehende Trennung nicht verhehlen. Musikalisch begleitet wurde das gemeinsame Mittagessen von den Musikvereinen Bollschweil und Sölden, durch den Nachmittag führte Claudia Koch. Die Programmgestaltung hatte Monika Kenk inne, die in ihrer Begrüßung an die vielen Aktionen der letzten 14 Jahre erinnerte, an denen Thomas Denoke wesentlichen Anteil hatte und bei denen er sich als integrer, zugewandter und bei allem Engagement von großer Bescheidenheit geprägter Partner erwiesen habe. Dabei ließ sie seine Liebe zur Natur und allen Geschöpfen nicht unerwähnt, die sich unter anderem in der Betreuung der im Kirchturm nistenden Falken und Eulen und der Gestaltung des Pfarrgartens geäußert habe. Als Mitstreiter und freundschaftlicher Berater auf diesem Gebiet fand Willi Bechtold bewegende Worte. Alle drei Pfarrgemeinderäte überreichten – "als Brücke von der hiesigen zur künftigen Seelsorgeeinheit" – je eine Stola sowie ein Messgewand und eine Albe. Seitens der Mitarbeitervertretung (MAV) dankten Stephan Schwär, Ehrenkirchen, und Stefanie Dilger, Sölden, für die stets gute Kooperation. Im Namen des Seniorenkreises schloss sich Ida Feiler den Dankesworten an. Aus der Nachbarschaft waren die evangelischen Seelsorger Martin Auffarth, Merzhausen, und das Ehrenkirchener Pfarrerehepaar Dorothea und Ulrich Greder gekommen, die in ihren Ansprachen den hohen Stellenwert der Ökumene im Hexental bekräftigten.
Bewegend auch der Auftritt der drei Kirchenchöre, die, dirigiert von Martin Frey, bereits den Gottesdienst bereichert hatten. Die Bürgermeister Markus Rees, Sölden, und Josef Schweizer, Bollschweil, fanden innige Worte des Dankes; unter den Gästen im Saal war Ehrenkirchens Bürgermeister Thomas Breig. Für die örtlichen Vereine dankte Hanspeter Moll für die harmonische Zusammenarbeit – auch er äußerte ein klares Unverständnis für die Versetzung. Nach den Auftritten der Trachtenkapelle Bollschweil, des Männergesangvereins und des Bläserquintetts St. Ulrich schloss sich Roman Gutmann als Vertreter der St. Ulricher Vereine den Grußworten und guten Wünschen an. Alle hatten Geschenke mitgebracht, die in vielfältiger Form für die starke Verbundenheit mit dem Scheidenden sprachen. Ein besonders charmanter Auftritt gelang dem Kindergarten St. Josef, der dank der guten Vorarbeit der Erzieherinnen nicht nur mit einem fröhlichen Lied überraschte, sondern auch mit selbstgemachten Geschenken von hohem Symbolwert, die Thomas Denoke, mitten unter ihnen auf einem Ehrenplatz, gerührt entgegennahm. Ein Adventskalender, gestaltet und überreicht von den Mitarbeitern der Pfarrei Bollschweil, wird den künftigen Pfarrer von Sandhausen an seine alte Heimat erinnern, ebenso wie viele Fotos und eine Federzeichnung von Lou Hagbarth, die die Bollschweiler Kirche mit einem darüber kreisenden Falken zeigt.
Autor: Anne Freyer
