Fallschirmspringen

Evangelina Warich aus Hartheim holt in China drei Mal WM-Gold

apr

Von apr

So, 03. November 2013 um 10:56 Uhr

Sonstige Sportarten

Bei der Militär-WM der Fallschirmspringer im chinesischen Qionglai hat Evangelina Warich drei Titel gewonnen – im Stil- und Zielspringen. Alexander Preker sprach mit der Südbadenerin.

BZ: Drei Mal Gold. Herzlichen Glückwunsch! Springt es sich in Qionglai besser als in Hartheim?
Warich: Nein. Sportlich ist es das gleiche, nur die Luftfeuchtigkeit in China ist etwas höher. Von den Rahmenbedingungen her war es jedoch schon ein besonderes Erlebnis, weil unglaublich viele Zuschauer mit dabei waren. Das sind wir in unserer Sportart nicht gewöhnt.

BZ: Sie haben zum ersten Mal Titel bei einer internationalen Meisterschaft gewonnen. War es einfach an der Zeit?
Warich: Es war schon schön, zu gewinnen. Gerade nach einer nicht ganz so guten Saison habe ich aber überhaupt nicht damit gerechnet. Das war überwältigend, auch weil ich nicht wusste, wie die anderen springen würden. Am Ende haben wir Springer alle gemeinsam gefeiert – egal aus welcher Nation wir kommen.

BZ: Wo war es besonders schwierig, sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen?
Warich: Beim Zielspringen. Vor dem letzten Durchgang sagte mir mein Trainer Sascha Lasotta, dass ich Weltmeisterin werde, wenn ich beim Sprung mit der Ferse genau den Punkt auf dem Boden treffe. Das wollte ich, lag dann aber um fünf Zentimeter daneben. Zum Glück zeigte meine Konkurrentin noch mehr Nerven und landete zwölf Zentimeter vom Ziel entfernt. Das reichte. Nächstes Jahr will ich auch im Formationsspringen, im Freifall, eine Medaille gewinnen.

BZ: Die Militär-WM in China war Ihr letzter Wettkampf als Juniorin. Was erwartet Sie bei den Frauen-Wettbewerben?
Warich: Da ist das Niveau höher und deshalb muss ich noch etwas zulegen, um auch weiterhin oben mitspringen zu können. Mein Ziel ist jedoch die (zivile) WM 2014. Beim Fallschirmspringen kommt es dabei vor allem auf die Erfahrung an. Top-Springerinnen haben in der Regel 8000 bis 9000 Sprünge absolviert. Ich bin bislang rund 2000 Mal gesprungen.

BZ: Worauf kommt es noch an?
Warich: Der Kopf spielt auch eine große Rolle. Dafür war auch dieser letzte Sprung eine gute Erfahrung. Bei ihm wusste ich, wie knapp es ist und musste dem Druck standhalten. Normalerweise schaue ich nämlich nicht auf die Zwischenstände.

BZ: Seit 2011 sind Sie Sportsoldatin. Bemerken Sie Unterschiede zwischen dem zivilen und dem militärischen Springen oder zwischen zivilen und Militär-Meisterschaften?
Warich: Die Wettkämpfe sind sehr ähnlich, auch die Springer sind zu einem großen Teil dieselben. Nur an den Uniformen merkt man, dass man bei einer Militär-Meisterschaft ist. Trotzdem genieße ich es hin und wieder auch zu Hause in Hartheim zu springen. Da ist die Stimmung einfach etwas lockerer, als dort, wo das Springen mein Beruf ist.

Evangelina Warich, 23, wurde in Bad Säckingen geboren und wuchs in Hartheim auf. Mit 14 sprang sie zum ersten Mal. Als Sportsoldatin lebt sie in Altenstadt (Bayern).


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