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30. Januar 2012 06:57 Uhr

Serie: Abseits von Olympia (3)

Radball – Dem Mops sei Dank

Die Sportwelt schaut nach China, wir suchen abseits des Olympiarummels nach tapferen Athleten. Während der Spiele stellen wir täglich eine Sportart vor, die nicht im Medaillenspiegel auftaucht. Wie geht’s? Woher kommt’s? Wer spielt in der Region?

  1. Der Ball wird mit Vorder- und Hinterrad ins Tor geschossen. Foto: Zimmermann-Dürkop

  2. Markus Joos und Alexander Becherer vom Zweitligisten RVC Prechtal Foto: Claus Zimmermann

Die Sportwelt schaut nach China, wir suchen abseits des Olympiarummels nach tapferen Athleten. Während der Spiele stellen wir täglich eine Sportart vor, die nicht im Medaillenspiegel auftaucht. Wie geht’s? Woher kommt’s? Wer spielt in der Region?
  • So heißt's richtig: Zweier-Radball
  • Manche sagen auch: nur Radball
  • Faszination in drei Sätzen: "Wer sich darauf einlässt, entdeckt eine schnelle, kämpferische und äußerst spannende Ballsportart. Einen Teil der Faszination macht sicher die Explosivität und Dynamik dieses Spiels aus. Jeder Punkt des Feldes kann von jedem der vier Spieler in Sekundenschnelle erreicht werden." (Stefan Schubach, RSV Öflingen)
  • Experten-Vokabular: ohne Ball – ähnlich dem Abseits im Fußball

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  • Angeber-Vokabular: Maschine – so nennen manchen Radballer ihr Fahrrad
  • Darum geht's: Zwei Mannschaften mit je zwei Spielern treten gegeneinander an. Die Radballer versuchen den Ball mit dem Vorder- oder Hinterrad ihrer Fahrräder in das gegnerische Tor zu schießen. Es ist ein reiner Männersport. Das Reglement gleicht in einigen Punkten dem Fußball und ist daher leicht zu verstehen. Radball ist ein reiner Männersport.
  • Spielplatz: Radball wird nur in der Halle gespielt, das Feld ist 11 x 14 groß, die Tore 2 x 2 Meter.
  • Aus dem Geschichtsbuch: Radball hat seine Entstehung einem Mops zu verdanken. Nicholas Edward Kaufmann, ein damals berühmter Kunstradfahrer aus den USA, demonstrierte das Spiel 1883 zum ersten Mal. Wie er darauf kam, schildert er als einen Zufall: "Eines Tages lief mir ein kleiner Hund vors Rad. Rasch hob ich das Vorderrad und beförderte damit den Mops so sanft es ging aus dem Weg – mich vor einem Sturz rettend, das Tier vor Verletzungen." Radball wurde schnell über die Grenzen der USA hinaus populär. 1930 fanden in Köln die erste Weltmeisterschaft statt.
  • Investitionen: Ein Radballrad ist ein Spezialfahrrad mit starrer Hinternabe, direkter Übersetzung und einer nach oben gebogenen Lenkerstange. Es kostet etwa 2000 Euro, wird aber meistens vom Verein gestellt.
  • Für Liebhaber: das eigene Radballrad
  • Zeitaufwand: Beim Nachwuchs dauert ein Spiel zwei Mal fünf Minuten, Erwachsene spielen zwei Mal sieben Minuten. Ein komplettes Tunier, bei dem fünf bis sieben Mannschaften gegeneinander antreten, dauert zwei bis drei Stunden. Der
    Trainingsaufwand ist relativ hoch. Da in den ersten Jahren die Grundfähigkeiten erlernt werden müssen, bevor die Teilnahme an Turnieren möglich ist. Zwei Stunden Training die Woche sind Minimum.
  • Risiko: Radball gehört zu den Sportarten mit geringem Verletzungsrisiko, da kein direkter Körperkontakt mit den Gegenspielern erfolgt.
  • Talentfrage: Jedes Kind das Radfahren kann, kann auch Radballspielen lernen. Nicht das Alter ist entscheidend, sondern die Größe. Wer auf eines der Räder passt, der kann mittrainieren. Gute Koordination ist nötig, da nicht nur das Rad beherrscht sondern auch der Ball gespielt werden muss. Gleichzeitig sollte man den Überblick über das Spiel behalten und sich mit seinem Partner blind verstehen. Besonders erfolgreich sind beim Radball oft Brüderpaare.
  • Hier trifft man sich: Viele Radsportvereine bieten auch Radball an. Eine Übersicht finden Sie im BZ-Vereinsportal.