Kreditinstitut präsentiert Zahlen für 2017

Sparkasse Staufen-Breisach: Gute Bilanz, aber weniger Filialen

Frank Schoch

Von Frank Schoch

Di, 13. März 2018 um 17:57 Uhr

Breisach

"Das Geschäftsjahr 2017 ist eigentlich ganz ordentlich verlaufen", sagte Michael Grüninger, der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Staufen-Breisach, beim Pressegespräch. Die Bilanzsumme des Instituts ist im zweiten Jahr in Folge gestiegen, auch die Zins- und Provisionsüberschüsse wurden größer.

Die Einlagen indes sind um 2 Prozent auf 986 Millionen Euro zurückgegangen. Die Zahl der Geschäftsstellen wurde weiter zugunsten größerer Beratungszentren verringert.

Gestiegene Bilanzsumme
Die Bilanzsumme als zentrale Kennziffer für das Geschäftsjahr 2017 ist von 1,28 Milliarden Euro 2016 auf 1,33 Milliarden Euro gestiegen. Dies bedeutet ein Wachstum von 4 Prozent, welches damit leicht über dem bundesweiten Durchschnitt der Sparkassen liegt, so Georg Selinger, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Staufen-Breisach.

Verantwortlich für den Anstieg waren vor allem die Zuwächse im Kreditgeschäft. Aufgrund der "Boomregion Rheinschiene", so Grüninger, von der das Institut profitieren könne, wurde ein Nettozuwachs von 35 Millionen Euro auf 994 Millionen Euro erzielt. Davon waren 166 Millionen neue Kredite, "ein Rekord", so Georg Selinger.

Im Privatkundengeschäft wurden die Kredite in erster Linie in den Kauf von Wohnungen und Häuser gesteckt. Auch Selbstständige haben in diesem Bereich kräftig investiert, zusammen kommen die beiden Gruppen auf eine Summe von 111 Millionen Euro für Investitionen im Immobilienbereich. Unternehmen und Selbstständige haben darüber hinaus ordentlich in die eigenen Betriebe investiert. "Aufgrund der guten wirtschaftlichen Lage und der erfolgreichen, unterschiedlich aufgestellten Betriebe sehen wir für unser Geschäft in den kommenden Jahren keine großen Risiken", sagt Michael Grüninger. Kommunen hätten im abgelaufenen Jahr mit rund 3,2 Millionen Euro weniger Darlehen aufgenommen. "Das liegt auch daran, dass die Lage der öffentlichen Haushalte insgesamt gut ist", so Selinger.

Weniger Einlagen
Mit den Kommunen und den Unternehmen hing auf der anderen Seite aber auch der Rückgang der Einlagen bei der Sparkasse zusammen. 986 Millionen Euro bedeuten gegenüber 1,006 Milliarden im Jahr 2016 ein Minus von 2 Prozent.

Als Grund nannte Michael Grüninger Verwahrentgelte. Diese mitunter als Strafzinsen bezeichneten Beträge sind eine Folge der Niedrigzinsphase. Denn die Sparkassen können seit 2016 bei ihren Dachinstituten, den Landesbanken, Geld nicht mehr zinsfrei anlegen. Um den Zinsen zu entgehen, reagieren etwa Kommunen, indem sie bei anderen Banken Konten eröffnen oder sich neue Anlageformen suchen. "Wir haben aber keine Kunden verloren", betont Georg Selinger.

Privatanleger, für die auch in Zukunft kein Verwahrentgelt vorgesehen sei, haben 10 Millionen mehr als 2016 zur Sparkasse gebracht. "Trotz der niedrigen Zinsen legen die Kunden ihr Geld bei uns an", so Selinger. "Vor allem in kurzfristigen Geldanlagen." Sicherheit und Beratung seien ihnen wichtig. Dazu sollen die Aus- und Fortbildungen der Mitarbeiter verbessert werden. Allerdings, so Grüninger, werde es immer schwieriger, neue Auszubildende zu gewinnen. Überhaupt sehen die Verantwortlichen eine Herausforderung darin, geeignetes Personal zu finden.

Ertragslage
Bei der Ertragslage konnte die Sparkasse den Abwärtstrend stoppen. Der Zinsüberschuss wurde um 0,8 Millionen Euro auf 19,3 Millionen Euro ausgebaut, ein Plus von 4 Prozent. Um 6 Prozent wurde der Provisionsüberschuss auf 10 Millionen Euro erhöht. "Die Girokontenpreise sind ein Hauptertragsfaktor", so Selinger. Dazu kämen die Entgelte aus den Kartengeschäften. Aber auch Wertpapiere verzeichnen offenbar eine höhere Attraktivität. Der Bruttoabsatz des Verbundpartners Deka konnte um 42 Prozent auf 33 Millionen Euro gesteigert werden.

Bei der LBS blieb die Bausparsumme von 24 Millionen Euro im dritten Jahr in Folge nahezu unverändert. Beim Immobiliengeschäft legte die Sparkasse um 4,3 Prozent auf 9,5 Millionen Euro zu. Hier erwarten die Verantwortlichen in den kommenden drei bis fünf Jahren eine weitere positive Entwicklung.

Das Eigenkapital hat die Sparkasse durch das verbesserte Betriebsergebnis um 4 Millionen Euro gestärkt.

Filialnetz
Das Filialnetz wurde weiter gestrafft. Von 23 Geschäftsstellen im Jahr 2014 ist das Institut über 18 Stellen im Jahr 2016 bei nunmehr 16 angekommen. Die Struktur sieht dabei 6 Beratungszentren vor, ebenso viele Filialen mit Service und 4 Standorte, an denen persönliche Beratungstermine vereinbart werden können. An weiteren sechs Standorten gibt es Selbstbedienungsfilialen. "Wir gehen nicht aus der Fläche", sagt Michael Grüninger auf Nachfrage. Aber man könne nur an den Stellen das komplette Angebot bereitstellen, wo auch die Nachfrage vorhanden ist. "Für alle Kunden ist das aber in einer vertretbaren Entfernung."

Ein Grund für das veränderte Kundenverhalten sehen die Verantwortlichen in der Digitalisierung des Bankgeschäfts und den zunehmenden Angeboten des eigenen Hauses. So nimmt etwa auch die Zahl der online geführten Konten zu. Auch die mobile Nutzung an Smartphone und Tablet verzeichne starke Gewinne. Das soziale Engagement der Bank belief sich 2017 auf rund 70 000 Euro.