Spatenstich auf "holprigem Gebiet"

Julius Steckmeister

Von Julius Steckmeister

Mo, 03. November 2014

Umkirch

Der Startschuss zum Bau von 103 Wohnungen auf dem Umkircher Fürstenberg-Areal ist gefallen / Rund zwei Jahre Bauzeit.

UMKIRCH. Knapp zwei Jahre nachdem der Umkircher Gemeinderat mit einer Zweidrittel-Mehrheit die Bebauungsplanänderung für das rund 1,8 Hektar große Fürstenberg-Gelände an der Gottenheimer Straße beschlossen hatte und ein gutes Jahr nach dessen Inkrafttreten im August 2013, wird nun mit dem Bau von insgesamt neun Wohnhäusern begonnen. Um die 25 Millionen Euro lassen sich die Freiburger Treubau AG und der Bauverein Breisgau das Großprojekt kosten.

Neben Bürgermeister Walter Laub griffen auch die Vorstände Bernd Rösch von der Treubau und Reinhard Disch vom Bauverein zum Spaten. In drei Bauabschnitten sollen bis zum Ende des Jahres 2016 fünf so genannte Hofhäuser entlang der Gottenheimer Straße, sowie zurückversetzt noch einmal vier Punkthäuser entstehen. Die Hofhäuser eins bis drei, sollen im Herbst 2015 bezugsfertig sein.

Im zweiten Bauabschnitt entstehen in einer Kooperation von Treubau und Bauverein zwei weitere Hofhäuser sowie das erste Punkthaus. Hier sollen Wohnungen zu günstigem Mietzins und auch Sozialwohnungen angeboten werden. Dies hatte der Gemeinderat auf Betreiben der UBU-Fraktion schon im Vorfeld zur Bedingung für sein Okay zu dem Bauvorhaben gemacht. Im dritten Bauabschnitt werden nochmal zwei Punkthäuser errichtet. "Es war nicht ganz einfach, es war ein holpriges Gebiet", blickte Walter Laub auf die lange Geschichte des Bauvorhabens zurück. 30 Jahre hatte die Fläche, die als Industriegebiet in den Flächennutzungsplan (FNP) eingetragen war, brach gelegen, bevor die Treubau AG ein Konzept vorgelegt hatte, das sich letztlich als umsetzbar erwies. Hierfür musste zunächst der FNP beiderseits der Gottenheimer Straße geändert werden. Das Industriegebiet wurde auf der Nordseite zum Gewerbegebiet,-auf der nun zur Bebauung anstehenden Südseite zum allgemeinen Wohngebiet umgewidmet. Insbesondere mit den gewerblichen Anliegern, beispielsweise der Diskothek "Heuboden", deren Inhaber Gerd Blum auch zum Spatenstich gekommen war, hatten spezielle Vereinbarungen getroffen werden müssen, die diesen einen uneingeschränkten Fortbestand ihres Gewerbes sichern (die BZ berichtete mehrfach). "Es gab keine Verzögerungen, die außergewöhnlich waren", betonte jedoch Treubau-Vorstand Rösch, "wir haben versucht, die Probleme mit allen Anliegern einvernehmlich zu lösen." "Ich wünsche mir, dass wir das Beste draus machen und uns künftig wieder alle in die Augen schauen können", meinte dazu Walter Laub.

Mit fünf Millionen Euro ist der Bauverein Breisgau an dem Baukomplex beteiligt. "Wir wünschen uns eine Mischung unterschiedlicher Schichten der Bevölkerung", sagte Bauverein-Vorstand Reinhard Disch, der in dem baulichen Konzept – die drei Gebäude des Bauvereins bilden eine räumliche Einheit – den "genossenschaftlichen Gedanken" zu erkennen vermochte. Das Unabänderliche des Bauprojekts vermochte offenbar der ebenfalls anwesende Anlieger Otto Schwenninger zu erkennen. Er betreibt in der Nachbarschaft ein Maler- und Lackierergeschäft und hatte, wie er in der jüngsten Gemeinderatssitzung öffentlich machte, einen Anwalt bemühen müssen, um Akteneinsicht in die Details des Bauvorhabens und die damit verbundenen Genehmigungsprozesse zu bekommen.