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28. September 2009
SPD rutscht um fast 15 Prozent ab
1234 Stimmen weniger für Sozialdemokraten bei den Zweitstimmen als 2005 / Wahlbeteiligung sinkt um 7,8 Prozent auf 67,7 Prozent
GRENZACH-WYHLEN. Die CDU bleibt mit 29,13 Prozent der Zweitstimmen Wahlsieger der Bundestagswahlen in Grenzach-Wyhlen. Damit verliert sie knapp 1,9 Prozent. Auch bei den Erststimmen sprach sich die Doppelgemeinde für den CDU-Kandidaten Armin Schuster aus. Er erreichte 35,13 Prozent. Jana Zirra, die SPD-Kandidatin lag mit 34,1 Prozent knapp hinter ihm, so das vorläufige Endergebnis.
Hauptsächlich CDU-Mitglieder harrten am Wahlabend im Rathaus in Grenzach aus, wo die Auszählungsergebnisse der 15 Wahlbezirke der Doppelgemeinde, davon zwei Briefwahlbezirke, nach der Auszählung zusammengestellt wurden. Eben die Briefwahlbezirke ließen auf sich warten. Um 20.09 Uhr stand das Ergebnis für Grenzach-Wyhlen dann fest. Von 10 288 Wahlberechtigten waren 6964 an die Urne gegangen, was einer Wahlbeteiligung von 67,69 Prozent entspricht. 2005 waren es noch 75,4 Prozent. Während bei der Erststimme Jana Zirra in den Grenzacher Wahlbezirken mit 35,72 Prozent noch mehr als ein Prozent vor Schuster lag, blieb sie besonders im Briefwahlbezirk Grenzach mehr als 10 Prozent hinter ihrem Konkurrenten. Paul Lauer (FDP) holte insgesamt 12,7 Prozent, Karl Mennicken-Martensen (Grüne) 9,8 Prozent.Werbung
Die Trends der deutschlandweiten Hochrechnungen für die Zweitstimmen setzte sich auch in der Doppelgemeinde durch. Während die CDU 29,13 Prozent der Wähler Grenzach-Wyhlens bewegen konnte (1997 Stimmen), ihr die Zweitstimme zu geben, erzielte die SPD 23,47 Prozent (1609 Stimmen). 2005 holten die Genossen noch 37,81 Prozent, was einem Minus von 14,34 Prozent entspricht. Die FDP allerdings legte auch in der Doppelgemeinde, die zu einer absoluten FDP-Hochburg zählt, zu und erreichte 19,94 Prozent (1367 Stimmen). 2005 waren es 12,58 Prozent, ein Plus von 7,36 Prozent. Ebenfalls im zweistelligen Bereich und mit einem Plus von 3,07 Prozent die Grünen: 14,69 Prozent erreichten sie bei dieser Bundestagswahl (1007 Stimmen). Bei der vorigen waren es 11,62 Prozent. Immerhin über die 5-Prozent-Hürde kam in Grenzach-Wyhlen die Linke mit 6,99 Prozent (479 Stimmen). 2005 lief sie mit 0,74 Prozent noch im Abseits, diesmal waren es 6,25 Prozent mehr.
Bei den Sonstigen Parteien wurde die Piratenpartei mit 2,2 Prozent stärkste Kraft, gefolgt von der NPD (0,95 Prozent) und den Republikanern (0,76 Prozent). Für die NPD, die im Bundestagswahlkampf 2005 noch 4,11 Prozent der Stimmen in Grenzach-Wyhlen holen konnte, ein deutlicher Verlust von 3,16 Prozent.
"Es sind ja nur Gewinner da", stellte Bürgermeister Jörg Lutz fest, als er einen Ausdruck der Ergebnisse den wenigen Bürgern präsentierte, die teilweise schon seit 18.30 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses Grenzach ausgeharrt hatten. Einer der Wartenden war Michael Hiob, der Vorsitzende des CDU-Ortsvereins Grenzach-Wyhlen, der eigentlich auch für seine Partei mit größeren Verlusten gerechnet hatte. "Ich habe gehofft, dass die Wahl so ausgeht, bin aber davon ausgegangen, dass die beiden Großen viel verlieren und die Kleinen starke Zugewinne machen", so Hiob. "Ich hatte Sorge, dass am Schluss ein großes Kuddelmuddel herauskommt." Für Hiob ging es nach der Bekanntgabe noch zur Wahlfeier von Armin Schuster, auch wenn der Ausgang noch unklar war.
Autor: Ralf H. Dorweiler
