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18. August 2012

Spektakel auf dem Titisee

2013 geplant: Wasserfontänen und Laser-Licht-Effekte zweieinhalb Monate lang zweimal täglich.

  1. Der Titisee aus der Vogelperspektive des Riesenrads. Foto: Peter Stellmach

TITISEE-NEUSTADT. Ein Ereignis von internationalem Maßstab bieten, während so viele Menschen aus so vielen Ländern im Hochschwarzwald Urlaub verbringen: Mit diesem Ziel plant die Tourismusgesellschaft für Sommer 2013 eine Wasser- und Laser-Licht-Show auf dem Titisee und am Ufer.

Das Spektakel soll vom 21. Juni durchgehend bis 8. September täglich zweimal steigen. Die wasserrechtliche Genehmigung ist beantragt. Ab sofort bis zum 17. September liegen die Pläne in allen Einzelheiten im Rathaus zur Einsicht aus. Die endgültige Entscheidung will der Aufsichtsrat der HTG Anfang Oktober fällen.

Tagsüber soll die Aufführung 15 Minuten dauern, in der heraufziehenden Dunkelheit dann 45 Minuten. Als Bühne für die Show, deren Ausrichter die HTG ist mit der Firma Aquatique, die beim Festival an der Hochfirstschanze für die Effekte sorgte, nennt HTG-Geschäftsführer Thorsten Rudolph eine Fläche im See und ein 30 mal vier Meter großes Wasserbecken auf der Wiese bei der Firma Drubba. 1000 Sitzplätze für das Publikum sollen auf der Seebühne errichtet werden. Um die Attraktion aus Wasser und Licht herum ist kein Programm vorgesehen.

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Doch wie war das in der Vergangenheit? Ist da nicht hitzig diskutiert worden? Weil der Titisee ein europäisches Fauna-Flora-Habitat (FFH-Gebiet) ist und das stachelsporige Brachsenkraut Nutzungen des Gewässers nicht verträgt? Rudolph nennt es selbstverständlich, dass man sich damit auseinandersetzt. Man habe Gutachten erstellen lassen und damit eine Forderung des Landratsamts erfüllt. Das Landratsamt habe die Namen der Gutachter vorgeschlagen, aus denen das Büro Dr. Petzold den Zuschlag erhielt, "es sind also keine HTG-Expertisen".

Kosten sind noch nicht ermittelt

Das Ergebnis fasst Rudolph so zusammen, dass sich keine Beeinträchtigungen ergeben, weder für das Brachsenkraut noch für die sonstige Lebewelt im Wasser, in der Luft oder an Land, "alles ist sehr umweltschonend". Einige Auflagen seien zu erfüllen, aber das sei ohne weiteres möglich: Etwa eine möglichst kurze Aufbauzeit, der Abstand zum Ufer oder die Wassertiefe und die Lage des Pumpensystems, die ohne einen Aufbau über Wasser auskommen. Wie hoch sie das Wasser in Fontänen in die Luft schießen? "Zehn, 15, 20 Meter vielleicht", sagt er. Ob er nicht Sorge hat, dass die Show von überallher einsehbar sein wird? Nein, man könne nur von der Seebühne aus die Musik und alle Effekte in einem erleben. Von irgendwo anders zu schauen wäre, "als wenn Sie ein Feuerwerk aus drei Kilometern Entfernung anschauen".

Wie viel Eintritt das Vergnügen die Besucher kosten wird, ist noch offen. Wie viel Aufwand die HTG treiben muss, ist noch nicht klar. Rudolph hatte einen zehntägigen Probelauf in diesem Jahr kalkuliert, das muss hochgerechnet werden. Der Probelauf fiel dem Zeitaufwand für die Gutachten zum Opfer.

Jetzt ist das Vorhaben im Anhörungsverfahren zur Genehmigung durch das Landratsamt. Dort wird betont, dass die Gutachten nur vorläufig seien und man noch vertiefte Aussagen erwarte. Aber allein die Tatsache, dass die Anhörung nun beginne, zeige, dass keine grundsätzlichen Bedenken bestehen. Der weitere Fortgang sei abhängig davon, was an Bedenken und Einsprüchen eingehe. Deshalb könne man keine Vorhersage über einen Genehmigungszeitpunkt machen.

Ob sich der Gemeinderat noch einmal damit beschäftigt, ist unklar. Bürgermeister Armin Hinterseh ist im Urlaub.

Die Planunterlagen liegen bis 17. September im Rathaus zur Einsicht aus. Wessen Belange berührt werden, kann bis zwei Wochen nach Fristablauf schriftlich oder zur Niederschrift beim Landratsamt oder beim Bürgermeisteramt Einwendungen erheben.

Autor: Peter Stellmach