Leichtathletik

Spitzenresultate – die Freiburger Geher Carl Dohmann und Nathaniel Seiler werden Fünfter und Achter bei der EM in Berlin

Georg Gulde

Von Georg Gulde

Di, 07. August 2018 um 13:16 Uhr

Leichtathletik

Carl Dohmann, in Freiburg lebender Geher, wird im ersten Wettbewerb der Leichtathletik-EM in Berlin starker Fünfter über 50 Kilometer. Trainingskollege Nathaniel Seiler überrascht mit Rang acht.

Es war ein Rennen nach dem Geschmack des 28-jährigen VWL-Studenten Carl Dohmann. Er ging den sogenannten langen Kanten nicht in der Spitzengruppe an. Auf Rang 13 war er zu Beginn – und dann ging es in Sachen Platzierung nur noch vorwärts. Neunter war er zur Halbzeit nach 25 Kilometern bei dem Wettkampf durch die Berliner Innenstadt. Und da er auch keine frühen Verwarnungen kassierte, konnte der Ausdauerspezialist immer weiter nach vorne kommen. In den Kampf um die Medaillen griff er zwar nicht mehr ein, aber Platz fünf in persönlicher Jahresbestzeit von 3:50:27 Stunden machten ihn glücklich. Kurz vor dem Ziel winkte er in die Zuschauermenge, lächelte und verteilte Kusshände.

Auch der erst 22-jährige Nathaniel Seiler steigerte sich kontinuierlich und profitierte am Schluss zudem von Disqualifikationen einiger Konkurrenten. In persönlicher Bestzeit von 3:54:08 Stunden erreichte der Sportsoldat das Ziel und belegte damit einen nie und nimmer erwarteten achten Rang. Da konnte es Seiler auch verschmerzen, dass er die voraussichtliche WM-Norm von 3:53 Stunden verpasste. Das Premieren-Gold der EM von Berlin sicherte sich der Ukrainer Marjan Sakalnyzki (3:46:32).

Die Athleten durchschritten 25 Mal die Generali-Arena am Berliner Breitscheidplatz, die Start und Ziel bildete.

Den Zwei-Kilometer-Rundkurs säumten zahlreiche Zuschauer, vermutlich auch eine Reihe, die bisher noch nie einen Gehwettbewerb verfolgt haben. Genau das wollen die Berlin-2018-Macher mit ihrer Europäischen Meile erreichen und möglichst neue Fans für die Leichtathletik begeistern.

In Bulgarien vorbereitet

Vergangene Woche war der 28-jährige Dohmann wie alle anderen deutschen EM-Starter ins Vorbereitungstrainingslager nach Kienbaum gereist. Hinter ihm lagen in diesem Jahr 7000 Kilometer Training – unter anderem mit dem ebenfalls in Freiburg lebenden Nathaniel Seiler.

"Die vergangenen Wochen liefen sehr gut, ich war wie in den vergangenen vier Jahren auch dieses Jahr für vier Wochen im Trainingslager auf dem Belmeken im bulgarischen Rila-Gebirge, auf 2000 Metern Höhe", hatte Dohmann der BZ schon im Vorfeld des Wettkampfes mitgeteilt. Während es in Bulgarien zu Beginn sehr kalt (teilweise unter zehn Grad), windig und regnerisch war, herrschten in Berlin bei strahlendem Sonnenschein Temperaturen von rund 30 Grad. Zwar noch nicht zu Beginn des Wettkampfes, der um 8.35 Uhr begann – aber in der Mittagshitze. Doch Dohmann und Seiler konnte sie nicht viel anhaben. Schließlich ist man im Breisgau solche Temperaturen gewohnt.