Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

22. September 2017

Volleyball

FT 1844 Freiburg steht vor schwieriger Saison

Die Volleyballer von 1844 Freiburg stehen vor einer schwierigen Spielzeit in der zweiten Bundesliga.

VOLLEYBALL. Das Netz ist gespannt, die Spielbälle liegen parat. Am Samstag wird nach einer schweißtreibenden Vorbereitung für die Volleyballer der FT 1844 Freiburg eine mit Spannung erwartete Saison angepfiffen. Die zweite Bundesliga Süd hat enorm an Qualität gewonnen, da sind sich die Beobachter einig. Kein leichtes Unterfangen für die Freiburger Affenbande um Neu-Trainer Jakob Schönhagen, der von seinem Team modernen Volleyball sehen will.

Im ersten Spiel geht es für die Freiburger zum TSV Unterhaching II. Der Aufsteiger verkörpert als Traditionsklub und früherer Champions-League-Teilnehmer eine Bereicherung für die Liga, eben aber auch jenen Qualitätsgewinn, den es für die Freiburger zu bewältigen gilt. Eine große Herausforderung für den neuen Trainer und den Verein in seiner 17. aufeinander folgenden Zweitligasaison.



Kontinuität trifft auf Neues
Ex-Libero Jakob Schönhagen tauschte im Sommer mit Trainerlegende Wolfgang Beck die Rollen. In einer der ersten Amtshandlungen überzeugte der 28-Jährige seinen Vorgänger zum Weitermachen als Libero. Beck zog die Vor

Werbung

bereitung voll durch und wird am Samstag voraussichtlich auf dem Feld zu finden sein. Neben Beck stellt Marcus Gensitz eine Konstante dar. Der Kapitän geht in seine 15. Saison für die Freiburger und befindet sich in guter körperlicher Verfassung.

In Peter Schnabel und David Strobel verlassen zwei Leistungsträger den Verein. Strobel wird 1844 in den ersten Spielen jedoch noch unterstützen. Die Lücken sollen durch einen Mix aus neuen jungen und erfahrenen Spielern geschlossen werden. Ein echter Transfercoup gelang den Freiburgern mit der kurzfristigen Verpflichtung von Max Meuter. Der 27-jährige Außenangreifer spielte zwei Jahre für die VSG Coburg/Grub in der ersten Liga und bringt seine enorme Erfahrung und Qualität in den verjüngten Kader ein.

Moderner Volleyball
Schönhagen will von seinem Team modernen Volleyball sehen. "Das Zauberwort lautet Stören", beschreibt dies der Trainer. "Wir wollen den Druck auf den Gegner kontinuierlich hochhalten, sein Spiel stören und ihn dadurch zu Fehlern zwingen." Die Devise lautet folglich: "agieren statt reagieren". Der Balanceakt dürfte darin bestehen, bei einem möglichst fehlerfreien Spiel dennoch genug Risiko einzugehen, um eben diesen Druck aufs Parkett zu bringen. "Wir wollen schnell spielen und für Überraschungseffekte sorgen", betont Schönhagen, der für diese Strategie spielintelligente Akteure benötigt.



Niederlagenserie
In der Vorbereitung zollten die Freiburger der neuen Spielart Tribut. Alle Spiele, zumeist gegen Mannschaften aus der ersten Bundesliga, gingen verloren. Am Ende einer wahren Testspiel-Odyssee standen nur zwei Satzgewinne zu Buche. Schönhagen nutzte die Vorbereitung vor allem, um den jungen Spielern viel Spielpraxis zu geben. "Die Jungs haben sich gut reingehängt und sind sehr wissbegierig", zeigt sich der Trainer mit dieser Entwicklung. Ob die Pleitenserie am Selbstbewusstsein nagt? "Natürlich ist es nicht schön, wenn man alle Spiele verliert", räumt Schönhagen ein. "Aber wir haben gewusst, dass es so laufen könnte." Man habe sich starke Gegner ausgesucht, um kritische Situation durchzuspielen.

Verrückte Liga
"Es ist fast schon verrückt, seit drei Jahren steigt das Niveau kontinuierlich an", beschreibt Manager Florian Schneider die wachsenden Anforderungen in der zweiten Liga. Aufgrund gestiegener Auflagen und Kosten für die höchste Spielklasse verzichtete der SV Fellbach gleich zweimal (2015 und 2016) auf den Aufstieg. Der amtierende Meister Oshino Volleys Eltmann sah ebenfalls von der ersten Liga ab. Während die Topteams also ungerührt in Liga zwei weiterspielen, erhöhen ambitionierte Aufsteiger wie Karlsruhe und Unterhaching das Niveau weiter. Der Freiburger Affenbande dürfte folglich kein leichtes Jahr bevorstehen. "In dieser verrückten Liga kann man alle Spiele gewinnen, aber auch alle verlieren", nimmt Schönhagen an. Kapitän Gensitz gibt sich dagegen angriffslustig: "Wir haben keine Angst. Wenn wir alles zeigen, was wir können, ist für uns jedes Team schlagbar."

Entwicklung junger Spieler
In Sachen Saisonziel geben sich die Verantwortlichen bescheiden. Schneider möchte vor allem die eigenen jungen Spieler weiter fördern und in die erste Mannschaft integrieren. Das vorrangige Ziel sei daher, möglichst früh den Nichtabstieg klar zu machen. Schönhagen sieht dies ähnlich: "Zum jetzigen Zeitpunkt eine Endplatzierung abzuschätzen, ist sehr schwer. Vorrangig geht es um die Weiterentwicklung unserer Mannschaft."

Kompakt: In Unterhaching erwartet der Trainer ein "sehr, sehr schweres Spiel". Die Münchner Vorstädter gehen ambitioniert in die Runde, verloren aber in der Vorwoche ihren Start gegen Grafing (1:3). Sie stellen den Unterbau für Hypo Tirol Alpenvolleys Haching. Das Team ist in Innsbruck beheimatet und spielt per Wildcard in Liga eins.

FT 1844 Freiburg

Der Kader für die Saison 2017/18 in der zweiten Bundesliga Süd:

Zuspiel: Marc Zimmermann (27 Jahre, 1,85 Meter), Tom Kaufhold (17/1,82).

Diagonalangriff: Oliver Hein (20/ 2,02), Dominic Salomon (25/1,94), Paul Botho (18/2,07).

Außenangriff/Annahme: Marcus Gensitz (30/1,95), Giovanni Böwer (19/ 1,99), Paul Mauch (20/1,90), Max Meuter (27/1,84), Jordan Dalrymple (24/ 1,90), Luc Hartmann (17/1,91), David Strobel (25/1,95).

Mittelangriff: Eric Dufour-Feronce (32/1,99), Johannes Stemmann (30/ 2,02), Simon Schmid (26/2,00), August Sigle (28/1,98).

Libero: Wolfgang Beck (39/1,87), Oliver Morath (26/1,83).

Trainer: Jakob Schönhagen (28, bisher Libero), Assistenten Adnan Hadzimehmedovic und Clemens Hartebrodt.

Zugänge: Max Meuter (ein Jahr Pause, zuvor VSG Coburg/Grub), Jordan Dalrymple (IBB Polonia London/England), Simon Schmid, August Sigle (beide TV Radolfzell), Paul Botho, Luc Hartmann, Tom Kaufhold (alle zweite Mannschaft).

Abgänge: David Strobel (von Oktober an studienbedingt nach Augsburg), Peter Schnabel (St. Catharines/Kanada), Antonius Baehr (studienbedingt nach Hamburg), Bernhard Steiert (Pause).  

Autor: bz

Autor: Hannes Selz