Basketball

103 Punkte und ein Kantersieg für die Frauen des USC Freiburg

Georg Gulde

Von Georg Gulde

Sa, 27. Januar 2018 um 23:37 Uhr

USC Eisvögel

Stolze 103 Punkte erzielen die Zweitliga-Basketballerinnen im Heimspiel gegen die Krofdorf Knights. Sie feiern am 15. Spieltag einen Kantersieg (103:52) und verteidigen die Tabellenführung.

Selbst ausgewiesene Kenner wie der Sportliche Leiter Harald Janson konnten sich am Samstagabend nicht erinnern, wann den Eisvögeln der letzte Sieg mit einer dreistelligen Punktezahl gelungen war. 100 Punkte oder mehr, das kommt im Frauen-Basketball höchst selten vor – und deshalb ist es etwas Besonderes.

Nach der 61:63-Niederlage vor einer Woche beim abstiegsgefährdeten Tabellenneunten Bamberg war das USC-Team sichtlich um Wiedergutmachung bemüht. Die ersten drei Minuten hielt der Gegner aus dem Ortsteil der hessischen Gemeinde Wettenberg im Landkreis Gießen noch mit (8:8), aber dann zogen die Breisgauerinnen vor 550 Zuschauern auf und davon. Sie nutzten die körperliche Überlegenheit unterm Korb, sie spielten die Zonenverteidigung des nun auf Tabellenplatz sieben stehenden Gegners durch gute Pässe aus, immer wieder fand sich eine USC-Akteurin recht frei unterm Korb, meist eine, die größer war als ihre Gegenspielerin.

Zudem hatte der von Uwe Scheidemann gecoachte Gast einen Riesennachteil zu verkraften: Er trat nur mit sieben Spielerinnen an, so dass das Team aufpassen musste, nicht in Foulprobleme zu geraten (bekanntlich dürfen beim Basketball Spieler bei einer Partie nicht mehr eingesetzt werden, wenn sie fünf Fouls angehäuft haben). So verteidigte Krofdorf ziemlich zärtlich und ohne großen Körpereinsatz.

Die Eisvögel hingegen gingen in der Defense dieses Mal ordentlich zur Sache, waren im Rebound klar stärker (48:21) und hatten sich schon nach dem ersten Viertel abgesetzt (29:12). Bei hoher Trefferquote (67 Prozent) marschierten sie zu einem 53:24-Pausenstand. "Das war unsere beste Saisonleistung in Sachen Konzentration", sagte Eisvögel-Trainer Pierre Hohn nach der Partie.

Der Coach hatte daran seinen Anteil. Weil seine junge Mannschaft es bisher nicht geschafft hat, über die gesamte Spielzeit von 40 Minuten konzentriert zu sein, gab er zur Halbzeit die Losung aus: "Wir streben die 100 Punkte an." Hohn: "Das haben wir nicht gemacht, weil wir heute so gut und der Gegner so schwach gewesen ist, sondern ausschließlich deshalb, weil wir die Konzentration hochhalten wollten."

Im dritten Viertel, das der USC "nur" mit 17:10 für sich entschied, schien der Plan dann nicht aufzugehen. Aber in einem furiosen Schlussabschnitt (33:18), bei dem die US-Amerikanerin Kelly Hughes mit einigen Dreiern brillierte, kam der USC den 100 Punkten dann immer näher. Und in der vorletzten Minute gelang dann US-Centerin Kristen Gaffney ein Zweier: aus dem 99:50-Zwischenstand wurde ein 101:50. Per Freiwurf sorgte die 16-jährige Pauline Mayer zweieinhalb Sekunden vor Spielschluss für den 103. und letzten Zähler – womit alle zehn eingesetzten Eisvögel-Spielerinnen punkteten.

Der USC Freiburg spielte mit: Zdravevska 6 Punkte, Rodefeld 12/davon 2 Dreier, Wieczorek 2, Nufer 2, Hoffmann 12, L. Ouedraogo 9/1, Paunovic 8, Hughes 20/5, Gaffney 31, Mayer 1.