Aufsteiger mit Reifeprüfung

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 29. November 2017

Basketball

Oberliga-Basketballer des CVJM Lörrach schlagen Topteam SG Heidelberg-Kirchheim II dank überzeugender Defensivarbeit mit 61:54.

BASKETBALL Oberliga: CVJM Lörrach – SG Heidelberg-Kirchheim II 61:54 (16:16, 18:6, 16:19, 11:13) (BZ). Sollte es einer Bestätigung ihrer Oberliga-Tauglichkeit bedurft haben, so lieferte der CVJM Lörrach diese beim 61:54 gegen einen der Topfavoriten. Vier Gründe für den Sieg gegen Heidelberg-Kirchheim II und eine bisher gute Saison.

Defensive statt Harakiri
Thomas Schönbett schwärmte. "Eine sensationell gute Defense" habe der CVJM gespielt, sagte der Sportwart, der Trainer Matthias Blum (Urlaub) vertrat. Die Defensive und Taktik hätten die Partie geprägt, weshalb es "für die Zuschauer vielleicht nicht so attraktiv war". Doch das Herz der Basketballkenner schlug ob des taktischen Niveaus höher. Gegen das Spitzenteam – zuvor 76,5 Punkte im Schnitt – ließ der CVJM 54 Zähler zu, wobei der SG auch zwei zuverlässige Korbjäger fehlten. "Sehr gut", sagte Schönbett zur Abwehrarbeit gegen einen Gegner "mit sehr guten Einzelspielern".

Cleverness statt Fouls
Lörrach spielte eine aggressive Verteidigung, "aber wir sind mit Fouls nicht in die Bredouille geraten", so Schönbett. Die Fouls verteilten sich beim CVJM ausgeglichen, Probleme hätten eher die Gäste bekommen. Lörrach und Kirchheim bestätigten im direkten Vergleich ihre hohen Freiwurfquoten, die zu den besten der Liga zählen. Lörrach verwandelte 13 von 19, die Gäste 14 von 19. Unter diesem Aspekt war es von zusätzlicher Bedeutung, dass die Lörracher die Balance zwischen Aggressivität und Cleverness fanden. Ohnehin nimmt der CVJM die zweitwenigsten Fouls in der Oberliga Baden.

Geduld statt Brechstange
Kirchheim stellt die zweitbeste Defensive der Oberliga, so dass auch Lörrach sich mit vergleichsweise wenig Punkten begnügen musste. Doch erlagen die CVJM-Korbjäger nicht der Versuchung, ihr Glück zu erzwingen. Die Gastgeber ließen den Ball in den eigenen Reihen zirkulieren "bis einer freistand", die Lörracher verdienten sich das Lob ihres Sportwartes, da sie sich "schön freigespielt und freigeblockt" hatten. Jeden Wurf habe man sich erarbeitet. Und: "Wir haben ihre Schwächephase im zweiten Viertel ausgenutzt", hob Schönbett einen wichtigen Aspekt hervor. Den Abschnitt gewann der CVJM mit 18:6, "den Vorsprung konnten wir hintenraus verwalten".
Teamgeist statt Egoismus
Das US-amerikanische Trio Jeremiah Ahart, Aromeo Grigsby und Desmond Strickland steht oft im Fokus. Doch der CVJM lebt auch mal von seiner Ausgeglichenheit. Gegen Kirchheim kam das Trio nur auf 25 Zähler, bester Korbjäger war Michael Blum mit 16 Punkten. Ihn hatten seine Teamkollegen immer wieder freigespielt. "Es gibt keinen Egoismus auf dem Feld", so Schönbett. Ein Plus, denn so sei es für die Gegner schwierig, alle fünf Akteure abzudecken. Die Lörracher agierten mannschaftsdienlich, wechselten viel durch und profitierten davon, "dass unsere Bank relativ ausgeglichen ist".

Dank des besseren Gesamtpaketes fügte der CVJM dem Oberligadritten die zweite Saisonniederlage zu. Ihren fünften Platz können die Lörracher am Sonntag beim TV Schönau (9.) festigen, und die Aufgabe im Mannheimer Stadtteil darf der Aufsteiger mit Zuversicht in Angriff nehmen. Zwar fehle die Größe unter dem Korb, "aber spielerisch und taktisch ist die Mannschaft sehr weit. Mit jedem Spiel wächst die Erfahrung", sagt Schönbett und blickt optimistisch voraus: "Die Mannschaft wird immer stärker."

CVJM: Blum 16/vier Dreier, Grigsby 10, Körte 10, Ahart 8/2, Strickland 7/1, Ntonga Zengue 5, Scheurer 3/1, Müller 2.