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14. Mai 2012 19:12 Uhr

USC Freiburg Eisvögel

Basketballerinnen trennen sich von Hauptsponsor Rothaus

Das hat Seltenheitswert: Ein Sportverein trennt sich von seinem Hauptsponsor und stellt damit seine eigene Erstliga-Zukunft in Frage. Für diesen Paukenschlag haben die Basketballerinnen des USC Freiburg gesorgt.

  1. Im Gegensatz zum blonden Rothaus-Werbemädel lacht USC-Trainer Harald Janson nicht. Foto: pas

Die Saison ist beendet, dennoch sorgen die Erstliga-Basketballerinnen des USC Freiburg für Schlagzeilen. Die Eisvögel, nach guter Hauptrunde (Platz drei) vor einigen Wochen schon in der ersten Playoff-Runde gescheitert, trennen sich von ihrem Hauptsponsor Rothaus. Sollte es den USC-Frauen bis Mitte Juni nicht gelingen, einen neuen Hauptgeldgeber zu finden, droht der Rückzug in die zweite Bundesliga oder die drittklassige Regionalliga.

Die Situation dürfte ziemlich einmalig sein im südbadischen Sport:Dass sich nämlich nicht der Sponsor von einem Verein trennt, sondern der Klub von sich aus vom Sponsor. Seit acht Jahren waren die Staatlichen Bierbrauer Hauptgeldgeber der Erstliga-Frauen des USC Freiburg: Einem Fünfjahresvertrag folgten drei Einjahresverträge. Schätzungsweise 70.000 bis 80.000 Euro des 230.000-Euro-Etats der Eisvögel steuerte Rothaus zuletzt bei. Doch nun nutzten die USC-Frauen die Option auf Verlängerung des Kontrakts um ein weiteres Jahr nicht mehr.

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"Wir waren mit den Werbeleistungen nicht zufrieden." Christoph Ebers, Staatsbrauerei Rothaus
Beim USC hält man sich arg bedeckt, wenn es um Gründe für die Trennung geht. Harald Janson, Trainer und zurzeit noch weit mehr in seiner Funktion als Sportlicher Leiter der Eisvögel gefragt, lässt sich in einer Presseerklärung des Vereins wie folgt zitieren: "Wir danken der Staatsbrauerei Rothaus für acht Jahre erfolgreiches Sponsoring und blicken jetzt nur nach vorne: Unsere ganze Aufmerksamkeit gilt der Aufgabe, einen auf die erste Bundesliga ausgerichteten Etat auf die Beine zu stellen, einen neuen Hauptsponsor und weitere starke Kooperationspartner zu finden."

Rothaus will dem Sportsponsoring treu bleiben

Offensichtlich ist, dass es zuletzt gravierende Meinungsverschiedenheiten zwischen beiden Partnern gegeben haben muss. "Wir waren mit den Werbeleistungen nicht zufrieden", sagte Christoph Ebers, der Rothaus-Gesamtverkaufsleiter, am Montag zur BZ. Deshalb sei keine Einigung über eine Vertragsverlängerung zustande gekommen. Ebers dementierte Vermutungen, dass die Staatsbrauerei ihr Sponsoring neu ausrichte und sich mehr in kulturellen als sportlichen Bereichen engagiere: "Das ist definitiv nicht so."

Überrascht von der Entwicklung zeigte man sich am Montag auch beim Eisvögel-Co-Sponsor Testo. Der Schwarzwälder Messtechnikhersteller hatte sich in der vergangenen Saison bei den USC-Frauen engagiert. Damals war es neben der Staatsbrauerei Rothaus vor allem das Unternehmen Testo, das mit seinem finanziellen Engagement den nicht gerade auf Rosen gebetteten Freiburger Basketballerinnen den Verbleib in der ersten Liga sicherte.

Stefanie Dörflinger, verantwortlich für die Unternehmenskommunikation bei Testo, schloss am Montag auf Anfrage der Badischen Zeitung indes aus, dass das Messtechnik-Unternehmen nun die Rolle des Hauptsponsors bei den USC-Frauen übernimmt. "Unsere Sponsorenaktivität bei den Eisvögeln für die kommende Saison ist bereits besprochen und abgesegnet. Es ist nicht daran gedacht, sie auszuweiten", sagte Dörflinger.

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Autor: Georg Gulde