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27. Januar 2012

"Der Wechsel an sich war der Reiz"

BZ-Interview mit Svenja Brunckhorst vor dem Basketball-Erstligaspiel Freiburg – Wasserburg.

  1. Aufbauspielerin Svenja Brunckhorst Foto: seeger

FREIBURG. Svenja Brunckhorst (20) kennt Wasserburg wie aus der Westentasche. Zehn Jahre lebte sie dort. Seit dieser Saison spielt sie aber nicht mehr beim dortigen Vielfach-Basketballmeister TSV 1880, sondern bei den Eisvögeln des USC Freiburg. Die treffen am Samstag (19.30 Uhr) in der Unihalle im ersten Heimspiel des Jahres 2012 eben auf den amtierenden Meister. Mit Brunckhorst sprach BZ-Redakteur Georg Gulde.

BZ: Sie sind ein halbes Jahr in Freiburg. Haben Sie sich gut eingelebt?
Brunckhorst: Auf alle Fälle. Das ging ganz einfach, weil mir das Team, aber auch das Walter-Eucken-Gymnasium, an dem ich in diesem Jahr das Fachabitur machen will, geholfen haben. Zudem habe ich einige USC-Spielerinnen ja schon von Nachwuchs-Nationalmannschaften gekannt. Und seit zwei Monaten leben unsere Aufbauspielerin Julia Schindler und ich zusammen in einer WG.
BZ: Freiburg und Wasserburg haben jeweils ihren Reiz – aber welche Stadt ist reizvoller?
Brunckhorst: Wasserburg am Inn ist mit seinen 12 000 Einwohnern eine niedliche Kleinstadt, in der ich von meinem zehnten Lebensjahr bis Sommer 2011 gelebt habe, wo Familie und Freunde zuhause sind. Die Altstadt liegt auf einer vom Inn fast vollständig umflossenen Halbinsel. Das ist irgendwie schnuckelig. Freiburg ist viel größer, hat einen größeren Erlebniseffekt – und die Berge laden ja auch noch ein.

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BZ: In Sachen Basketball können Sie sich eigentlich nur verschlechtern. Sie waren mit Wasserburg schon dreimal deutscher Meister, die Eisvögel haben hingegen noch keinen einzigen nationalen Titel gewonnen. Warum wechselten Sie trotzdem?
Brunckhorst: Gerade der Wechsel an sich war der Reiz. Ich habe eine neue persönliche Herausforderung gesucht. Ich will mich weiterentwickeln. Der TSV Wasserburg hat stets eine Mannschaft, in der viele erfahrene Spielerinnen sind, die Basketball nicht mehr lernen, sondern schon können. Und darum stehen in Wasserburg mehr die taktischen Dinge im Mittelpunkt als die persönlichen Fähigkeiten. Deshalb werden dort auch mehr Systeme eingeübt. In Freiburg ist’s individueller – wir orientieren uns lediglich an drei bis vier Angriffs- und Verteidigungssystemen.
BZ: Zurzeit ist der USC Tabellenführer, Wasserburg nur Siebter. Spiegelt das die echten Kräfteverhältnisse wieder?
Brunckhorst: Das kann man so nicht sagen. Wasserburg war stets in den Playoffs in guter bis sehr guter Form. Die erfahrenen Spielerinnen wissen eben, wann sie Spitzenleistungen bringen müssen. Es ist allerdings auch ersichtlich, dass es in meinem ehemaligen Verein vor dieser Saison einen großen Umbruch gab und fünf Spielerinnen nicht mehr dabei sind.
BZ: Haben Sie Wasserburg denn satt?
Brunckhorst: Nein, wie kommen Sie denn darauf?
BZ: Weil Sie sich im Hinspiel mächtig ins Zeug gelegt und mit 22 Punkten maßgeblich zum ersten Sieg des USC in Wasserburg seit sieben Jahren beigetragen haben.
Brunckhorst: Natürlich war das Hinspiel eine besondere Partie für mich. Ich wollte Freunden und Bekannten zeigen, dass ich in einem Team eine tragende Rolle übernehmen kann. Und dann hat alles wunderbar geklappt. Ich erziele ja nicht jeden Spieltag 22 Punkte.
BZ: Aber am Samstag tun Sie es wieder.
Brunckhorst: Da mache ich mir keinen Kopf. Wir können nur als Team gegen Wasserburg bestehen. Da spielt es dann keine Rolle, ob ich glänzen kann. Hauptsache wir gewinnen unser erstes Heimspiel in diesem Jahr.

Autor: gg