USC Eisvögel

Die Basketballerinnen wollen wieder aufsteigen

Georg Gulde

Von Georg Gulde

Mo, 18. Dezember 2017 um 12:13 Uhr

USC Eisvögel

Der Sonntag Im Frühjahr stürzten die Basketballerinnen des USC Freiburg nach 17 Erstligajahren in Serie ab – in die zweite Liga Süd. Das Ziel heißt nun trotz eines ganz jungen Teams: sofortiger Wiederaufsteig.

"Unser erstes Ziel war es, die Vorrunde als Tabellenerster abzuschließen. Das haben wir verpasst." Kapitänin Luana Rodefeld (19) hatte mit ihrer Feststellung Ende November recht. Direkt nach der einzigen Heimniederlage der Vorrunde, dem 78:80 gegen Bad Homburg, war die Stimmung bei den USC-Frauen, die zum Teil noch Mädchen sind, gedämpft. Es floss auch die eine oder andere Träne.

Dabei ist zur Traurigkeit eigentlich kein Anlass. Denn die Strukturen des Vereins zeigen sich gefestigt, trotz des Abstiegs. Der USC will weiter Talentschmiede sein, die Hälfte des Kaders spielt in deutschen Nachwuchs-Nationalmannschaften, die Jüngste mit 15 Jahren ist Luisa Nufer. Zudem hat der Klub nach dem Abstieg an Gehältern für ausländische Profi-Akteure mächtig gespart. Denn es spielen in Kelly Hughes und Kristen Gaffney (beide USA) nur noch zwei Vollprofis. Aber erstmals leisten sich die Eisvögel in der zweiten Liga in Pierre Hohn einen hauptamtlichen Trainer. Das hatten sie zuletzt selbst in der ersten Liga nicht. In einem Sport, in dem in Deutschland die Strukturen bei den Frauen auch in der Beletage oft semiprofessionell sind, ist die Entwicklung bei den Eisvögeln besonders.

Der angehende Jurist Pierre Hohn, erst 25 Jahre alt, hält sich selbst nicht für den geduldigsten Vertreter seiner Zunft. Wenn er sieht, dass Spielerinnen den gleichen Fehler immer wieder machen, fährt er auch schon mal aus der Haut. "Er ist streng. Aber vielleicht brauchen wir seine strenge Art", hat Kapitänin Rodefeld während der Vorrunde gesagt. Sie selbst geht voran, übernimmt bei knappen Spielständen oder in der sogenannten Crunchtime viel Verantwortung.

Rückrunde hat begonnen

Trotz des zweiten Tabellenranges sowie weiter verjüngtem und zur Hälfte neu zusammengestelltem Kader: Die USC-Frauen dürfen sich berechtigte Hoffnungen machen, den sofortigen Wiederaufstieg zu schaffen. Erstens hat für die Breisgauerinnen am Samstag mit der Partie beim Tabellenletzten Speyer-Schifferstadt erst die Rückrunde begonnen (Spiel war bei Redaktionsschluss noch nicht beendet). Zweitens beträgt der Vorsprung auf die weiteren Playoff-Plätze drei und vier bereits zwei Siege beziehungsweise vier Punkte. Drittens hat die Auswahl nach Anfangsschwierigkeiten auch auswärts an Stabilität gewonnen. Viertens stehen die Eisvögel nach einem klaren Erfolg beim schleswig-holsteinischen Viertligisten BC Rendsburg (95:31) im Viertelfinale des nationalen Pokals und benötigen nur noch einen Sieg um das Top-Four-Turnier zu erreichen (das dürfte allerdings schwierig werden, denn am 7. Januar ist in der Freiburger Unihalle Keltern zu Gast, der Tabellenzweite der ersten Bundesliga). Fünftens ist trotz des Abstiegs kein großer Zuschauerschwund eingetreten, zum Spitzenspiel gegen Bad Homburg kamen 800 Zuschauer.

Ein Selbstläufer wird der sofortige Wiederaufstieg allerdings nicht. Zum einen werden in aller Regel die Playoffs über eine starke Leistung in der Defense entschieden – und der USC hat sich im bisherigen Saisonverlauf eher als offensivstarke Mannschaft entpuppt. Zum anderen könnten die Freiburgerinnen einen Ausfall der US-Spielerinnen Gaffney und Hughes kaum kompensieren. Doch vielleicht bestätigt sich die Hoffnung der Eisvögel: Nach einem Seuchenjahr kommt ein Glücksjahr.

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