Basketball

Die Eisvögel und die Stolpersteine im Abstiegskampf

Georg Gulde

Von Georg Gulde

Sa, 25. Februar 2017 um 09:55 Uhr

USC Eisvögel

Schwere Zeiten für die Basketballerinnen des USC Freiburg: Das Team von Trainer Sascha Bozic, das vor einer Woche den bisherigen Spitzenreiter Keltern überraschend 69:67 schlug, kämpft nicht nur sportlich gegen den Abstieg.

Nun wird auch am Grünen Tisch gefightet – und das in zwei Fällen.

Fall eins: Die Spielleitung der Damen-Basketball-Bundesliga (DBBL) hatte vor zwei Wochen einen Punktabzug gegen das Team aus Südbaden ausgesprochen, weil es Unregelmäßigkeiten mit dem Spielerpass der Serbin Jovana Vukoje gegeben haben soll (die BZ berichtete). Der USC legte Widerspruch ein, doch die Ligenleitung blieb bei ihrer Entscheidung. Nun haben die Breisgauer das DBBL-Schiedsgericht als letzte Instanz angerufen und hoffen, dass der Punktabzug doch noch rückgängig gemacht wird. Wann das Schiedsgericht, das aus einem Vorsitzenden und zwei Beisitzern besteht, zusammenkommen und entscheiden wird, ist nach den Worten von DBBL-Geschäftsführer Achim Barbknecht noch offen. Es muss laut Satzung allerdings binnen zwei Wochen nach der Anrufung des Schiedsgerichts tagen.

Die Entscheidung über den Punktabzug wird im Abstiegskampf aller Voraussicht nach eine entscheidende Rolle spielen. Denn vier Spieltage vor Hauptrundenschluss kämpfen realistisch betrachtet fünf Mannschaften um den Klassenerhalt: Schlusslicht Rotenburg-Scheeßel (6 Punkte) ist bereits weit zurück und wird sich kaum mehr retten können. Den zweiten Absteiger machen der USC Freiburg (nach dem Punktabzug 11 Zähler), Nördlingen, Halle und Chemnitz (alle 12 Punkte) aus. Eines dieser Teams wird sich als Achter indes noch für die Playoffs qualifizieren.

Fall zwei: Weil sich die Freiburger Basketballerinnen für das Final-Four-Turnier in der Central Europe Women League (CEWL) qualifiziert haben, das am 12. und 13. März im tschechischen Brünn ausgetragen wird, muss ihr letztes Bundesliga-Hauptrunden-Heimspiel gegen Nördlingen verlegt werden. Die Partie des vorletzten Spieltags hätte am 11. März in der Unihalle stattfinden sollen. Die beiden Vereine einigten sich auf Dienstag, 14. März, als Ausweichtermin. Doch da grätschte die DBBL-Leitung dazwischen. Geht nicht, sagt sie – und verweist auf Paragraf 19.9 der Spielordnung. Der besagt: Einem Antrag auf Verlegung auf einen bestimmten späteren Austragungstag kann vom DBBL-Büro nur in begründeten Ausnahmefällen stattgegeben werden.

Wertet die DBBL die CEWL-Final-Four-Teilnahme also nicht als Ausnahmefall? Wohl schon. Die Liga hat aber ein anderes Problem mit dem 14. März: Dann wüssten der USC Freiburg und Nördlingen bereits die Resultate der anderen abstiegsgefährdeten Teams, was ihnen eventuell einen Wettbewerbsvorteil bescheren könnte.

Hätten alle zwölf Bundesligisten nichts dagegen, könnte am 14. März gespielt werden. Doch mindestens ein Team hat sich bis Freitagmittag laut DBBL-Geschäftsführer Barbknecht dagegen ausgesprochen. Also wird definitiv nicht am 14. März gespielt. Es bleibt also vorerst offen, wann die Partie USC – Nördlingen stattfindet. Eine Woche vorher, also am 7. März, will Nördlingen nicht, weil das Team dann nicht in Bestbesetzung antreten könne.

Ersatzgeschwächt müssen die Eisvögel an diesem Samstag (18 Uhr) zum Punktspiel beim SV Halle antreten. Die beiden Freiburger Topscorerinnen Kristen McCarthy (Knieverletzung) und Mariesa Greene (Zahnverletzung) werden – wie auch schon gegen Keltern – fehlen. Ob Ilka Hoffmann (Rückenbeschwerden) spielen kann, ist derzeit noch offen.