Ein Spiel mit Besonderheiten

Georg Gulde

Von Georg Gulde

Mo, 27. November 2017

Basketball

Freiburgs Zweitliga-Basketballerinnen führen bis zehn Sekunden vor Schluss – und verlieren Spitzenspiel gegen Bad Homburg 78:80.

BASKETBALL. Zweite Bundesliga Süd Frauen: USC Freiburg – Bad Homburg 78:80 (26:11, 14:27, 23:19, 15:23). Der USC Freiburg führte stets – bis zehn Sekunden vor Schluss. Am Ende verloren sie in eigener Halle aber das Spitzenspiel gegen den neuen Tabellenführer Bad Homburg mit 78:80. Es ist eine Niederlage in einem Spiel, das aus mehreren Gründen besonders war.

Erste Besonderheit: Es gewann das Team vor der Saison-Rekordkulisse von 800 Zuschauern, das nur knapp zehn Sekunden lang in Führung lag. 15 Punkte Vorsprung beim 21:6 und am Ende des Viertels beim 26:11 – der USC war auf einem guten Weg zum Sieg. Das dachten sich wohl auch einige Spielerinnen, im zweiten Viertel ließ die Intensität nach – die Eisvögel retteten dennoch eine 40:38-Führung in die Pause. In Halbzeit zwei zeigten Kelly Hughes, Kristen Gaffney und Luana Rodefeld zahlreiche gelungene Offensivaktionen, so dass der USC führte – mit bis zu neun Punkten (66:57, 69:60).
Zweite Besonderheit: eine dramatische Schlussphase. Nach 36:20 Minuten gelang Bad Homburg durch Stephanie Furr erstmals der Ausgleich (73:73). Gaffney und Hughes mit ihrem sechsten Dreier trafen bis zum 78:73 für die Gastgeber. Doch dann traf eineinhalb Minuten vor Schluss die Finnin Camilla Grönberg einen Dreier, wurde dabei noch gefoult und verwandelte auch den Bonusfreiwurf (78:77). 22 Sekunden vor der Schlusssirene wurde Hughes an der Grundlinie ins Aus gedrängt. Freiwürfe für den USC? Nein, die Schiedsrichter entschieden auf Ballbesitz für die Hessinnen. Die brachten wieder Grönberg ins Spiel, gingen 9,1 Sekunden vor Schluss erstmals in Führung (79:78). Dann ein Offensivfoul von Gaffney. Nikola Kaczperska verwandelte einen von zwei Freiwürfen – 80:78. Nach einer Auszeit erhielt der USC einen Einwurf an der Mittellinie, 3,9 Sekunden vor Ende der Partie. Bad Homburg verteidigte stark, ließ die USC-Distanzschützinnen Hughes und Rodefeld nicht aus den Augen. So musste Kristen Gaffney den letzten Wurf an der Dreipunktelinie nehmen. Sie traf nicht – der USC verlor erstmals in dieser Saison ein Heimspiel und fiel auf den zweiten Tabellenplatz zurück.

Dritte Besonderheit: Alle sind sich einig. "Wir haben die Partie zweier Spitzenteams im zweiten Viertel verloren", sagte USC-Trainer Pierre Hohn – und ergänzte: "Gegen Bad Homburg, das fast ein halbes Dutzend erfahrene ausländische Spielerinnen hat, darf man nicht so nachlassen. Hoffentlich lernt meine Mannschaft aus diesen 40 Minuten. Eine bessere Lehre als dieses Spiel kann es für die Playoffs nicht geben." Eisvögel Kapitänin Luana Rodefeld sagte: "Unser erstes Ziel war es, die Vorrunde als Tabellenerster abzuschließen. Das haben wir verpasst. In einem Duell zweier offensivstarken Teams haben wir es nicht geschafft, Bad Homburg bei 60 Punkten zu halten. Das hatten wir uns vorgenommen." Für Gäste-Trainer Jay Brown war das wirklich ein Spitzenspiel: "Wir waren die Glücklicheren."

Vierte Besonderheit: Es war schon im November das letzte Heimspiel der Eisvögel 2017. Der Spielplan weist nun nur noch Auswärtspartien aus – die Punktspiele in Würzburg zum Vorrundenabschluss (3. Dezember) und in Speyer-Schifferstadt zum Rückrundenauftakt (16. Dezember). Hinzu kommt das Pokal-Achtelfinale beim viertklassigen schleswig-holsteinischen BC Rendsburg (9. Dezember). Das nächste Heimspiel bestreiten die USC-Frauen am Samstag, 13. Januar (19.30 Uhr), gegen Keltern II, gegen das sie in der Vorrunde verloren.

Für den USC Freiburg spielten: Zdravevska (8 Punkte), Rodefeld (19/davon 2 Dreier), Wieczorek, Kambach (nicht eingesetzt), Nufer, Ch. Zehender (n. e.), N. Zehender (n. e.), Schipek, Hoffmann (10/1), Ouedraogo, Hughes (22/6), Gaffney (17), Mayer (2).