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30. Januar 2012 00:04 Uhr

Spitzenspiel

Eisvögel schlagen Wasserburg

Die Erstliga-Basketballerinnen des USC Freiburg haben das erste Heimspiel 2012 für sich entschieden. Der Spitzenreiter setzte gegen den Deutschen Meister TSV Wasserburg mit 66:58 durch.

  1. Yvonne Nicole Turner vom USC Freiburg (links) im Zweikampf mit der Wasserburgerin Diana Adela. Foto: Achim Keller

mit 66:58 (12:14, 15:11, 18:14, 21:19) durch und verteidigte damit am 15. von 22. Hauptrundenspieltagen den Drei-Punkte-Vorsprung auf den Tabellenzweiten Wolfenbüttel. Wasserburg ist Achter. Würde es diese Konstellation am Ende der Hauptrunde auch geben, träfen die Eisvögel im Playoff-Achtelfinale auf die Bayern.

Bereits in der zwölften Saison bekämpfen sich nun schon die beiden Vereine aus Freiburg und Wasserburg in der ersten Frauen-Bundesliga. Auf der einen Seite der TSV Wasserburg, der selten junge Spielerinnen ausbildet und sich vornehmlich fertiger Akteurinnen bedient, gerne auch schon Ü-30-Frauen. Auf der anderen Seite die Eisvögel, die vier ausländische Profis beschäftigen, daneben aber auch zahlreiche Talente aus der eigenen Jugend integriert haben. Der Wasserburger Weg hat zu zehn Titeln geführt, sechsmal wurde der TSV 1880 deutscher Meister, viermal Pokalsieger. Die beste Platzierung der Eisvögel war die Vizemeisterschaft in der vergangenen Saison – und zu einem Pokalsieg hat’s auch noch nie gereicht.

Also kann man, wie Freiburgs Trainer Harald Janson, durchaus zum Schluss kommen, die Eisvögel sind die Jäger und die Wasserburgerinnen sind die Gejagten. Aber man kann auch die gegenteilige Ansicht vertreten, denn in dieser Saison thronen die Eisvögel seit dem sechsten Spieltag an der Tabellenspitze und der Meister aus dem Bayrischen krebst meist zwischen den Rängen sieben und neun herum, so dass seine aktuelle Platzierung (Achter) ziemlich genau dem entspricht, was die Mannschaft von Trainer Hans Brei in dieser Saison geleistet hat. Der Coach des sechsfachen Meisters sah sich deshalb beim Spiel am Samstag in der Außenseiterrolle, was Freiburgs Trainer Harald Janson ganz anders einschätzt: "Wir jagen Wasserburg und nicht umgekehrt."

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Auf dem Spielfeld jagte erst einmal jeder jeden, die Partie versprühte bereits Playoff-Atmosphäre. Beide Teams verteidigten sehr gut – einfache Punkte überließ man dem Gegner nicht. So wurden in Halbzeit eins nur 52 Punkte erzielt (27:25 für die Eisvögel). Und auch in der zweiten Halbzeit hatte der Gast zunächst immer wieder Antworten auf das Freiburger Spiel parat. Hatten die Gastgeber eine 6:0-Lauf, folgte gleich ein 6:0-Run des Titelverteidigers.

Doch im Gegensatz zur Endspielserie in der vergangenen Saison, als 37 Minuten Minuten kein Leistungsunterschied zwischen den beiden Teams bestand, der TSV Wasserburg alle drei Partien aber in den restlichen drei Minuten für sich entscheiden konnte, hatte dieses Mal der USC Freiburg gegen die Europacup-geplagten Bayerinnen am Schluss mehr zuzusetzen. Ein Dreier von Spielmacherin Julia Schindler (38. Minute) zum 60:54 und auf der Gegenseite zwei vergebene Freiwürfe von Sheena Moore bedeuteten die Vorentscheidung.

In dieser Phase tauchte Judie Lomax nicht als Punktesammlerin auf. Dennoch war die US-Amerikanerin der Schlüssel zum zweiten Sieg der Breisgauerinnen gegen Wasserburg in dieser Saison (im Hinspiel hatte der USC mit 89:76 gewonnen): Denn sie punktete nicht nur am besten für ihr Team, sie war mit 13 Rebounds auch die dominierende Spielerin unter dem Brett. In den Mittelpunkt wollte sich die 23-Jährige allerdings nicht stellen. Lomax: "Die Mannschaft hat einen tollen Job gemacht." Sie sagte aber auch: "Das war ein schöner Test für die Playoffs."

In die dürften die Eisvögel, sollten sie in den sieben ausstehenden Hauptrundenspielen von einem argen Einbruch verschont bleiben, erstmals als Tabellenerster gehen. Und vielleicht kann sich Freiburgs Trainer Janson dann sogar mit der Rolle des Gejagten anfreunden.

Freiburg: Turner (4 Punkte), Ch. Höre, Möller, F. Höre, Tracey (9), Schindler (5/davon 1 Dreier), Bondarenko (4), Paunovic (12), Brunckhorst (11/1), Lomax (21), Schlüter (nicht eingesetzt). Wasserburg: Raven (11), Vaughn (21), Thoresen (8), Zberch, Pop (2), Özen (6/1), Moore (8), Höötmann (2), Conley, Ohanian. Zuschauer: 1100.

Autor: Georg Gulde