Basketball

Freiburger Eisvögel steigen wohl in die zweite Liga ab

Gerog Gulde

Von Gerog Gulde

Sa, 11. März 2017 um 22:54 Uhr

USC Eisvögel

Freiburgs Basketballerinnen, seit 17 Jahren erstklassig, stehen vor dem Abstieg in Liga zwei. Sie verlieren am vorletzten Spieltag gegen Nördlingen 69:83. Nur eine Entscheidung am grünen Tisch kann den Abstieg noch verhindern.

Mit elf Punkten stehen die Breisgauerinnen nach dem 21. von 22 Hauptrundenspielen da. Dadurch sind sie Tabellenvorletzter und liegen damit auf einem der beiden Abstiegsränge. Nördlingen hat nun 14 Punkte, ebenso Chemnitz und Halle. Sollte das Schiedsgericht der Damen-Basketball-Bundesliga (DBBL) den Punktabzug der Südbadenerinnen aus dem Marburg-Spiel von Ende Januar bestätigen, müssen die Eisvögel in die zweite Liga. Erhalten sie den einen Punkt, der ihnen durch einen angeblichen Formfehler im Spielerpass von Jovana Vukoje genommen wurde, indes wieder zurück, könnte mit einem Sieg am letzten Spieltag in einer Woche beim als Absteiger bereits feststehenden Verein von Rotenburg-Scheeßel und gleichzeitigen Niederlagen der Konkurrenten Chemnitz und/oder Halle doch noch der Ligaverbleib möglich sein.

Urteil erst nach dem letzten Spieltag?

Ob das DBBL-Schiedsgericht vor dem letzten Spieltag entscheidet, ist indes ungewiss. Theoretisch könnte das Urteil auch erst nach Abschluss der Hauptrunde erfolgen, was für die beteiligten Vereine eine ziemlich unangenehme Vorstellung ist.

Auch Mestdagh kann nicht spielen

Wenn es eine goldene Regel für ein alles entscheidendes Spiel gibt, dann ist es diese: Die Spielerinnen müssen gesund sein. Insofern waren die Aussichten der Eisvögel nicht gut. Dass Spielmacherin Jovana Vukoje wegen einer Knieverletzung fehlen würde, war klar. Aber auch die belgische Nationalspielerin Hanne Mestdagh war nicht einsatzbereit, sie hatte sich im Training in dieser Woche eine Muskelverletzung zugezogen. Marisa Greene musste nach ihrer Zahnverletzung nun am Donnerstag auch noch mit einem aufgeplatzten Finger ins Krankenhaus gefahren werden. Sie konnte aber auflaufen, wie auch die seit Wochen am Knie lädierte Kristen McCarthy und Ilka Hoffmann (Rückenprobleme). Personell hatte also Nördlingen Vorteile, das in Bestbesetzung antrat. Allerdings hatte der USC das Publikum im Rücken, das noch nie so zahlreich und stimmungsvoll in dieser Saison in die Unihalle geströmt war. Die 1200 Zuschauer wie die Cheerleader wurden mit Plakaten mit Aufschriften wie "Auf geht’s Ladies" und "Immer weiter" ausgestattet.

Eisvögel bekommen keinen Zugriff

Auf dem Parkett war den Eisvögel-Spielerinnen indes der Druck des Gewinnenmüssens förmlich anzumerken. Im ersten Viertel bekamen sie kaum Zugriff auf die hoch motivierten und kämpferisch sehr engagiert wirkenden Spielerinnen aus Bayern. Die fanden, klug dirigiert von Spielmacherin Jennifer Schlott immer wieder Lücken in der USC-Defensive. 26:13 führte der Gast nach sieben Minuten bereits. Als Schlott im zweiten Viertel mit einem Dreier das Ergebnis auf 39:22 stellte, schienen die Gastgeber einem Debakel entgegen zu steuern. Neun McCarthy-Punkte sorgten wieder für Hoffnung bei den Breisgauerinnen, nach Sasha Webers Dreier zum 36:41 keimte Hoffnung auf. Aber Nördlingen ließ sich nicht beirren. Und Schlott traf mit der Schlusssirene per Dreier zum 50:37-Pausenstand.
Fotos vom Spiel USC Eisvögel gegen Nördlingen

Völlig zerfahren und sehr punktearm ging die Partie in den ersten fünf Minuten des dritten Viertels weiter. Der USC bekam einfach keine Struktur in sein Aufbauspiel, der Ausfall von Ideengeberin Jovana Vukoje war nicht zu kompensieren. Die junge Luana Rodefeld wirkte auf der wichtigsten Position überfordert und spielte in Halbzeit zwei nur noch sporadisch. Durchdacht wirkten nur wenige Aktionen, hinzu kam eine schwache Trefferquote und fünf Freiwurfgelegenheiten, bei denen die Eisvögel jeweils beide Versuche verwarfen. Allein damit gingen zehn Punkte flöten.
So fügte sich eins zum anderen - die Niederlage war nicht mehr abzuwenden. Danach flossen viele Tränen auf Seiten der Eisvögel. Eine Epoche scheint zu Ende gegangen zu sein. Schon pikant: Ein Verein, der in 17 Jahren vielen deutschen Talenten die Möglichkeit gegeben hat, in Liga eins zu spielen, scheitert nun eventuell an einem angeblichen Formfehler beim Einsatz einer serbischen Spielerin. Und so muss die Sportliche Leitung der Eisvögel um Harald Janson nun wohl für die zweite Liga planen. "Das tut sehr weh, wir sind alle so enttäuscht", sagte Kapitänin Juliane Hodapp nach dem denkwürdigen Spiel am 11. März 2017.

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