Basketball

Freiburger Eisvögel verlieren Abstiegsduell in Halle 71:75

Georg Gulde

Von Georg Gulde

Sa, 25. Februar 2017 um 21:10 Uhr

USC Eisvögel

Freiburgs Basketballerinnen verlieren am 19. von 22 Spieltagen das Kellerduell in Halle 71:75, bleiben auf einem Abstiegsplatz – zudem verletzt sich Spielmacherin Jovana Vukoje. Nach 17 Jahren in Liga eins droht der Abstieg.

Der Rucksack, mit dem die Eisvögel nach der 650 Kilometer langen Reise aus dem Südbadischen nach Sachsen-Anhalt beladen waren, war ein schwerer: In Kristen McCarthy und Mariesa Greene konnten die beiden amerikanischen Topscorerinnen nicht spielen. Ihnen blieb lediglich die Rolle, ihr Team von der Auswechselbank aus anzufeuern – was sie mit Verve taten. Die deutsche Nationalspielerin Ilka Hoffmann konnte hingegen trotz Rückenbeschwerden mittun.

Hinzu kam der Punktabzug gegen das Team aus Freiburg, weil es Unregelmäßigkeiten mit dem Spielerpass der Serbin Jovana Vukoje gegeben haben soll. Der USC legte zwar Widerspruch ein, doch die Ligenleitung blieb vergangene Woche bei ihrer Entscheidung. Nun haben die Breisgauer das DBBL-Schiedsgericht als letzte Instanz angerufen und hoffen, dass der Punktabzug doch noch rückgängig gemacht wird.

Punktabzug und Hickhack um Spieltermin

Außerdem gibt es das Hickhack um die Terminierung des letzten Heimspiels. Weil sich die Freiburger Basketballerinnen für das Final-Four-Turnier in der Central Europe Women League (CEWL) qualifiziert haben, das am 12. und 13. März im tschechischen Brünn ausgetragen wird, muss die Partie gegen Nördlingen verlegt werden. Sie hätte am 11. März stattfinden sollen. Wann sie nun ausgetragen wird, steht immer noch nicht fest.

USC-Trainer Sascha Bozic versuchte zuletzt, sich mit dem Team aufs Sportliche zu konzentrieren. "Alle für einen" und vor allem "einer für alle" – so lautet die Devise. Schließlich wollen die Eisvögel ihrer 17. Erstliga-Saison in Folge auch eine 18. folgen lassen.

Bis nach dem dritten Viertel führt der USC

Die Freiburger reisten trotzdem erst am Spieltag an. Das hatte sich in der Vergangenheit bewährt, im ersten Viertel waren sie meist hellwach. Auch dieses Mal. Unter anderem dank neun Punkten von Spielmacherin Vukoje lagen die Gäste nach den ersten zehn Spielminuten mit 22:15 in Front. Nach einer 40:32-Führung gaben die Südbadenerinnen kurz vor der Halbzeit noch fünf Punkte ab, führten aber dennoch zur Pause (40:37).

Als Centerin Nadjescha Ilmberger schon nach zwei Minuten des dritten Viertels mit ihrem vierten Foul aufwartete und das Spielfeld daraufhin zunächst verließ, wurde es nochmals schwieriger für den USC. Die Führung wechselte, nach 30. Minuten lagen die Südbadenerinnen indes wieder vorn – mit 54:52.

Strategin Vukoje scheidet verletzt aus

Doch dann nahm das Unheil seinen Lauf. Das Freiburger Team wurde müde, Ilmberger und die Belgierin Hanne Mestdagh mussten wegen ihres jeweils fünften Fouls vom Parkett. Und als Spielmacherin Jovana Vukoje dreieinhalb Minuten vor Schluss einen Schnellangriff der Ostdeutschen unterbinden wollte, verletzte sie sich, blieb auf dem Hallenboden mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen und konnte nicht mehr weiterspielen. Sie war aufs rechte Knie gefallen, das in der Vorrunde auch schon mal lädiert gewesen ist. Mit starken Schmerzen an der Knieinnenseiten verließ sie nach Spielende die Halle – gestützt auf Krücken. Eine genaue Diagnose soll am Sonntag oder Montag erfolgen.

Der USC war nun seiner Strategin beraubt. Alle Last wurde im Angriff nun auf Satou Sabally abgeladen, die zwar in der entscheidenden Phase treffsicher von der Freiwurflinie war, aber nicht bei ihren Drei-Punkt-Versuchen. Mit einer wahren Orgie an Freiwürfen gingen die letzten eineinhalb Minuten vorüber, die Eisvögel konnten den Rückstand nicht mehr wettmachen. Frustriert und schwer geschlagen verließen sie nach der Schlusssirene das Spielfeld.

"Im vierten Viertel kam einiges zusammen – und in der Kabine flossen bei der einen oder anderen Spielerinnen auch ein paar Tränen", sagte Trainer Sascha Bozic. Er versuchte dennoch, sein Team mit einigen prägnanten Worten wieder aufzurichten.

Noch drei Partien, davon zwei auswärts

In den restlichen drei Partien (in Bad Aibling, gegen Nördlingen und bei Schlusslicht Rotenburg-Scheeßel) müssen die Freiburgerinnen (11 Punkte) mindestens einen Sieg mehr erzielen als die Abstiegskonkurrenten Chemnitz und Nördlingen (jeweils 12 Zähler) – falls der Punktabzug der Eisvögel aus dem Marburg-Spiel vom DBBL-Schiedsgericht nicht aufgehoben wird. Den SV Halle (14 Punkte) werden sie kaum mehr übertrumpfen.

Kann der USC das Ruder noch einmal herumreißen?

Der Hoffnungsschimmer: Am letzten Spieltag geht’s nach Rotenburg-Scheeßel, Dieses Team steht eventuell bis dahin als erster Absteiger fest. Und zur gleichen Zeit muss Chemnitz bei Meister Wasserburg antreten, für den es noch darum gehen dürfte, als Tabellenerster in die Playoffs einzuziehen.

Doch angesichts von Punktabzug, Termin-Hickhack und des Verletzungspechs in der entscheidenden Phase wird es für die Eisvögel sehr schwierig, das Steuer noch einmal herumzureißen und in der ersten Liga zu bleiben.