Für die Feier fehlt der Flow

Jakob Schönhagen

Von Jakob Schönhagen

Mi, 28. März 2018

Basketball

Oberliga-Basketballer des USC Freiburg verpassen gegen Karlsruhe die vorzeitige Meisterschaft / Aufstieg ist dennoch wahrscheinlich.

BASKETBALL. Kurz vor dem Gipfel legten die Basketballer des USC Freiburg noch ein kleine, unfreiwillige Pause ein. Weil der KIT SC Karlsruhe II das Spitzenspiel der Oberliga in Freiburg mit 60:57 (34:38) gewann, blieb den Gastgebern die vorzeitige Meisterfeier und damit die Rückkehr in die Regionalliga versagt. Aufsteigen werden die USC-Basketballer aller Voraussicht nach aber trotzdem.

Irgendwann hüpfte der Ball dann doch vom Ring ans Brett. Und vom Brett auf den Boden. Sekundenlanges Tänzeln hatte nichts gebracht. Der letzte Dreierversuch von Max Mayer hätte den USC noch in die Verlängerung gebracht. Doch der Wurf des 20-Jährigen fiel nicht in den Korb. Sieg für Karlsruhe. Danach Schweigen und Leiden im Walde. Verschnupfte Stimmung in der Sepp-Glaser-Halle.

"Uns hat der Flow gefehlt", befand der Schütze des letzten Wurfs hinterher. Und gab sich selbstkritisch: "Ich muss das Ding machen, so geht das Spiel auf meine Kappe", murmelte Mayer im Anschluss einer punktearmen Partie. "So wenig fällt selten", ergänzte auf der anderen Seite KIT-Spielertrainer Lars Moysich. Der Sieg sei Ergebnis einer Kampfleistung, betonte der sichtlich erledigte 40-Jährige. Gerade einmal sieben Spieler hatte der Tabellenführer mitgebracht, drei Leistungsträger fehlten. "Wir haben uns durchgebissen", betonte der spielende Coach der Gäste, "und bissig verteidigt".

Die abwehrstarken, glorreichen Sieben zeigten Wildwest-Qualitäten. Als ihr Zwei-Meter-Mann Julian Hellwig unter dem Korb bereits nach drei Vierteln foulbelastet auf der Bank Platz nehmen musste, schien der Weg frei für die großgewachsenen USCler. Aber weit gefehlt. Gerade einmal magere 19 Zähler gelangen den Gastgebern in Hälfte zwei. Das Karlsruher Abwehrbollwerk erzwang so manchen überhasteten USC-Angriff. Vor knapp über hundert Zuschauern folgte Turnover auf Turnover. Und als der stärkste USCler der ersten Hälfte, Tobias Tessmann, im zweiten Durchgang kaum mehr Zugriff auf die Partie hatte, gelang dem Uniclub nur noch wenig in der Offensive. Irgendwann musste dann auch noch Alexander Tecklenborg, bester Scorer an diesem Nachmittag, aufgrund von Foulnot auf der Bank Platz nehmen. So gelang Freiburg in den letzten 120 Sekunden kein Treffer mehr.

"Uns hat die Durchschlagskraft gefehlt", schnaufte hinterher USC-Trainer Nico Meyer. "Wir sind zu wenig Fastbreaks gelaufen." Den taktischen Vorteil unter dem freigefoulten Korb der Karlsruher wollte der USC-Übungsleiter dabei nicht überbewerten. Vielmehr sah er grundsätzlichere Probleme. "Der Kampf hat nicht gestimmt", kritisierte er und forderte: "Da muss mehr kommen."

Bei allem Frust an diesem tristen Nachmittag hielt sich die Trauer aber dennoch in Grenzen. Für den KIT SC, der das Hinspiel mit 40 Punkten Unterschied für sich entschieden hatte, war das Gastspiel beim Uniclub die letzte Partie der Saison. Drei Punkte Rückstand hat der Tabellenzweite Freiburg. Der USC hat aber noch zwei Partien zu spielen. Und somit alle Trümpfe in der Hand. "Wir gewinnen und fertig", rechnete Meyer am Sonnabend knapp vor. Auf Ebbe folgt schließlich Flut. Und mit der Flut kommt die Welle. Und damit der Flow. Letzteren wird der USC in den kommenden Partien gegen Kirchheim und Heidelberg noch brauchen.

In Sachen Aufstieg scheint die Messe aber wohl schon gelesen. "Wir werden nicht hochgehen", erklärte der KIT-Trainer. Gleichzeitig verkündete Meyer das Ergebnis der jüngsten Trainerbesprechung des Uniclubs: "Wir wollen hoch und den Aufstieg wahrnehmen." Nach zwei Jahren in der Oberliga wollen die Meyers und Mayers wieder Regionalliga-Luft schnuppern. Das Team, das sich in dieser Runde gefunden hat, scheint zum Großteil zusammenzubleiben. Den Flow müsste man sich dann für die kommende Saison aufsparen.

USC: Tecklenborg 16, Tessmann 15/ davon 1 Dreier, Fuchs 7, Geppert 4, Schäfer 3/1, Bury 2, Mauthe 2, Mayer 2, Wendt 2.