Geheimnisvolle Lörracher

Uwe Rogowski

Von Uwe Rogowski

Mi, 22. März 2017

Basketball

Der CVJM spielt erneut wie ausgewechselt, hält aber die Tabellenführung / TV Bad Säckingen verliert.

BASKETBALL Landesliga. Nochmal gut gegangen. In der Verlängerung bezwang der CVJM Lörrach den Karlsruher TV und verhinderte eine weitere Niederlage. Von der Souveränität der Vorrunde ist derzeit wenig zu sehen. Der TV Bad Säckingen unterlag zuhause dem USC Freiburg II.

Am Sport fasziniert uns vieles. Die Spannung, die Physis, die Technik. Faszinierend am Sport ist aber auch, dass manchmal alles anders ist als gestern. Die Basketballer des CVJM Lörrach zum Beispiel haben in der Vorrunde gespielt, als hätten sie kübelweise Zaubertrank intus oder gerade ein monatelanges NBA-Camp hinter sich. 100 Punkte waren das mindeste für die Lörracher, die nun allerdings auftreten, als hätten sie einen schweren Kater von ihrem Zaubertrank.

"Ich wundere mich, vielleicht müssen wir mal einen Sportpsychologen fragen", sagte Trainer Thomas Schönbett, nachdem der Tabellenführer nach zuvor zwei Niederlagen den Vorletzten Karlsruher TV mit Mühe und Not in der Verlängerung besiegt hat (81:66). Die Mängelliste: unkonzentriert beim Wurf, zu weit weg vom Mann, ineffektive Wurfauswahl. Im ersten Viertel (10:14) trafen sie minutenlang nichts. "Genauso wie ich mich an Weihnachten gefragt habe, wie wir so klar Tabellenführer sein können, frage ich mich jetzt, was los ist", sagt Schönbett. Die Welt ist voller Geheimnisse.

Lockerheit ist gut, doch zu viel davon ist schädlich. Vielleicht fehle es den Spielern bei der direkten Matchvorbereitung an Konzentration, rätselt der Coach. "Vielleicht wollen sie aber auch zu viel." Jedenfalls hat Schönbett keine Hinweise darauf, dass grundsätzlich etwas falsch läuft. Im Training sei Aggressivität da, man habe "ein gutes Gefüge" und "alle ziehen weiter gut mit", sagt der Coach. "Wir haben auch ein bisschen umgestellt, damit nicht alles über unsere Amerikaner läuft, wir unberechenbarer sind. Das klappt auch."

Point Guard Aromeo Grigsby (17) war auch gegen Karlsruhe bester Punktelieferant, doch auch Michael Blum und Jonas Voitl kamen auf 16 Zähler. Vier Lörracher trafen zweistellig. Am Ende konnte der CVJM den durchgehenden Rückstand (21:24, 41:43) korrigieren, in den entscheidenden Momenten wussten die Lörracher zu punkten, und in der Verlängerung (18:3) waren sie überlegen wie in alten Tagen. Doch der Gegner war auch nicht übertrieben gut, befand Schönbett.

Bei einer weiteren Niederlage wäre die Tabellenführung in Gefahr, so kündigt sich mit den letzten drei Spielen eine spannende Endphase an. Ist der CVJM am Ende alleine punktgleich mit UC Baden-Baden, gegen die der direkte Vergleich keinen Sieger hat, dürfte das Korbverhältnis für die Lörracher sprechen. Bei einem Dreiervergleich inklusive TV Mühlacker "wären wir Zweiter", sagt Schönbett. Eine Relegation gegen den Neunten der Oberliga wäre die Folge. "Also sollten wir alle drei Spiele gewinnen." Besser ist das.

Mit drei Siegen wäre auch dem TV Bad Säckingen geholfen, für den noch vier Spiele ausstehen, sie würden den Klassenerhalt bescheren, der weiter fraglich ist. Beim 58:72 fanden die Gastgeber gut ins Spiel (17:14) und hielten die Partie lange offen. Das letzte Viertel (11:20) gab aber den Ausschlag zugunsten der Gäste.

CVJM: Grigsby 17, Ahart 16, Blum 16/zwei Dreier, Voitl 16, Ntonga 8, Scheurer 6, Körte 2.
TVBS: Punktverteilung liegt nicht vor.