Sonnige Aussichten

Georg Gulde

Von Georg Gulde

So, 06. Mai 2018

USC Eisvögel

Der Sonntag Freiburgs Basketballerinnen kämpfen heute gegen Jahn München um die Rückkehr in die erste Bundesliga.

Am Tag der OB-Wahl in Freiburg geht es auch für die Basketballerinnen des USC Freiburg um alles oder nichts. Gewinnen sie heute (16 Uhr, Unisporthalle) das dritte und entscheidende Playoffspiel gegen Jahn München, steigen sie wieder in die Beletage des deutschen Frauen-Basketballs auf. Verlieren sie, müssen sie mindestens ein weiteres Jahr in Liga zwei spielen.

Rückblende: Es ist beinahe 14 Monate her, da hätte man mit den Tränen der Spielerinnen den Boden der Unisporthalle nass wischen können. Am 11. März 2017 war durch die 69:83-Niederlage gegen Nördlingen nicht nur eine verkorkste Saison mit dem Abstieg besiegelt worden, sondern auch eine Ära zu Ende gegangen. 17 Jahre in Folge hatten die Eisvögel in der ersten Bundesliga geflattert, waren unter anderem einmal deutscher Vizemeister und einmal deutscher Meister geworden. Doch an jenem Samstagabend bekamen sie nicht viel auf die Reihe und verloren gegen den direkten Abstiegskonkurrenten verdient.

Es folgte ein personeller Umbruch, die Verpflichtung des jungen Trainers Pierre Hohn (25) – und ein Festhalten am eingeschlagenen Weg, junge, deutsche Spielerinnen zu fördern und zu fordern. Die Hauptsponsoren machten den Weg mit, die Eisvögel konnten in der Saison 2017/18 unter Erstliga-Bedingungen trainieren, viele Spielerinnen üben täglich zweimal. "Wir haben dem Team gute Bedingungen geschaffen", sagt Harald Janson, der Sportliche Leiter des USC, der mittlerweile seit mehr als 20 Jahren für das Eisvögel-Projekt steht. In Pierre Hohn und Christian Berkes, der für den weiblichen USC-Nachwuchs verantwortlich zeichnet, gibt es zwei hauptamtliche Trainer – ungewöhnlich im deutschen Zweitliga-Basketball. Der wird meist auf semiprofessioneller Ebene betrieben und da kommt es nicht selten vor, dass Trainer und Co-Trainer zwei Kleinbusse Hunderte von Kilometern steuern, das Spiel coachen und sich danach für die Heimfahrt wieder ans Steuer setzen.

Heute obliegen die Anreisestrapazen jedoch der Münchner Mannschaft. Die hat zwar in der Hauptrunde zweimal gegen den USC verloren. Aber in den Playoff-Finalspielen leistet die Mannschaft um Ex-Nationalspielerin Anne Delafosse (ehemals Anne Breitreiner) erheblichen Widerstand. In der ersten Partie siegte München vor drei Wochen daheim 60:54, Freiburg glich vor einer Woche mit einem 64:59-Heimsieg aus, bei dem der Gast nach einem 18:0-Lauf und einem Ein-Punkt-Rückstand (59:60) in der letzten Minute sogar am Sieg und damit am Aufstieg schnupperte.

Beinahe wären die Medaillen, die die Frauen-Basketball-Geschäftsleitung bereits vor einer Woche auf einem Tischchen in der Unisporthalle für den Sieger der Zweitliga-Süd-Finalserie ausgelegt hatte, bereits da nach München vergeben worden. Auf der anderen Seite spielen die Eisvögel um Kapitänin Luana Rodefeld vor heimischer Kulisse energiegeladener als auswärts.

Und vielleicht hilft am heutigen Sonntag dann auch noch die Sonne ein wenig. Da die Partie auf 16 Uhr angesetzt ist, könnten die in die Unihalle einfallenden Sonnenstrahlen die eine oder andere Spielerin beim Wurf irritieren. Womöglich entscheidet sogar die Sonne, welches der beiden Teams den Platz an der Sonne (erste Bundesliga) erhält.