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27. Februar 2012

Frauen-Basketball

Souveräner Heimsieg gegen Osnabrück trotz einiger Malaisen

Freiburgs Basketballerinnen weiter spitze nach 80:61-Heimsieg.

FREIBURG. Zäh sind sie, die Erstliga-Basketballerinnen des USC Freiburg. Seit dem sechsten Spieltag führen die Eisvögel die Tabelle der Bundesliga an. Und auch nach dem 19. von 22 Hauptrunden-Spieltagen sind die Breisgauerinnen spitze. Denn sie gewannen gegen den bisherigen Tabellensechsten Osnabrück souverän mit 80:61 (24:12, 14:17, 23:13, 19:19). In der Partie, in deren Vorfeld beide Vereine mit einigen Malaisen zu kämpfen hatten, kamen die heimstarken Breisgauerinnen nur im zweiten Viertel und zu Beginn des dritten Viertels in Bedrängnis.

"Beide Mannschaften kommen derzeit etwas auf dem Zahnfleisch daher", sagte Freiburgs Trainer Harald Janson nach der Partie treffend. Bei seinem Team fehlte Natalija Bondarenko wegen einer Magen-Darm-Erkrankung. Und Mannschaftskapitänin Mirna Paunovic erhielt wegen eines grippalen Infekts lediglich knappe 13 Minuten Spielzeit. Immerhin: Die US-Amerikanerinnen Yvonne Turner, Jahzinga Tracey und Judie Lomax, die jüngst auch mit grummelndem Magen zu kämpfen hatten, waren ebenso mit von der Partie wie Spielmacherin Julia Schindler, bei der zuletzt der Rücken geschmerzt hatte. Aufgrund der Erkrankungen hatte Coach Janson in der jüngsten Vergangenheit mit dem Team nicht immer optimal trainieren können. Bis Ende Januar waren die Eisvögel gut und gesund über den Winter gekommen, doch im Februar lief’s dann nicht nur sportlich (drei Auswärtsniederlagen in Folge) unrund, sondern auch gesundheitlich.

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Die Probleme der Eisvögel waren aber nichts im Vergleich zu den Schwierigkeiten des Aufsteigers aus dem Niedersächsischen. Aufbau-Akteurin Brianne O’Rourke musste laut Osnabrücks Trainer Peter Kortmann "trotz eines Bänderrisses im Sprunggelenk 40 Minuten durchspielen". Sie schaffte das im Gegensatz zu O’Rourkes US-Landsfrau Angela Pace, die wegen eines Fersensporns schon nach sechs Minuten das Parkett verließ und die restlichen 34 Minuten des Spiels von der Auswechselbank aus verfolgte.

Da saß zu Beginn der Begegnung überraschend auch Emma Cannon. Die punktbeste Spielerin der Liga (im Schnitt kommt sie auf 22,8 Punkte), die zugleich die beste Rebounderin der Bundesliga ist (durchschnittlich pflückt sie 14 Abpraller vom Brett) muss sich zuletzt nicht so toll verhalten haben. "Ich habe im ersten Viertel aus disziplinarischen Gründen verzichtet", sagte Osnabrücks Trainer Kortmann. Welche Verfehlung die Centerin begangen hatte, wollte der Coach trotz mehrfacher Nachfragen indes nicht preisgeben. Cannon, so viel ist bekannt, soll nicht zu den pflegeleichten Spielerinnen in der Bundesliga gehören – sie scheint auf dem Parkett und auch außerhalb davon oft ihr eigenes Ding zu drehen.

Ohne die kräftige und sprungkräftige Centerin lagen die Spielerinnen aus Niedersachsen schnell mit 12:24 zurück. Dank des Einsatzes von Cannon, einer Zonenverteidigung und den daraus resultierenden Abschlussschwächen der Eisvögel aus der Distanz, kämpfte sich Osnabrück im zweiten Viertel etwas heran, konnte den Rückstand zu Beginn des dritten Abschnitts sogar auf vier Punkte (34:38) verkürzen. Doch mit einem 9:0-Lauf zogen die USC-Frauen wieder davon (47:34) – es war die Vorentscheidung.

Osnabrücks Beste fehlt zu Beginn – aus disziplinarischen Gründen

Das gab Trainer Janson dann sogar die Chance, Eisvögel-Nesthäkchen Anneke Schlüter an deren 17. Geburtstag mit einem viereinhalbminütigen Einsatz zu beschenken. Zuvor hatten bereits Franziska Höre und die defensivstarke Sabrina Möller sowie die dynamische Svenja Brunckhorst und Julia Schindler dafür gesorgt, dass der USC auf den sogenannten deutschen Positionen ein deutliches Plus hatte. Die Regeln der Frauen-Basketball-Bundesliga besagen nämlich, dass während der gesamten Dauer eines Spiels bei jeder Mannschaft mindestens zwei Spielerinnen mit deutschem Spielerpass auf dem Feld stehen müssen.

Zwar überragen bei den Breisgauerinnen in dieser Saison die "phantastischen Vier", also die ausländischen Spielerinnen Paunovic (Bosnien und Herzegowina), Turner, Tracey und Lomax (alle USA). Aber das Niveau der deutschen Spielerinnen ist beim USC Freiburg – in zahlreichen Spielen – auch nicht von schlechten Eltern. Und so sind die Eisvögel durch den Heimsieg gegen Osnabrück dem Etappenziel näher gekommen, die Tabelle auch nach dem 22. und letzten Hauptrunden-Spieltag anzuführen, um als Erster ins Playoff-Viertelfinale einzuziehen.

Freiburg: Turner (27 Punkte/davon 4 Dreier), Ch. Höre (nicht eingesetzt), Möller, F. Höre (6), Tracey (16), Schindler (3/1), Paunovic (6), Brunckhorst (4), Bohn, Lomax (18), Schlüter. Osnabrück: Knopp, Vatthauer (3/1), Mossong (9), Schwarz, Ochs, Schulte to Bühne (4), Cannon (16), Pace (3), Dwyer (6), O’Rourke (20/2). Schiedsrichter: Aichele/Faroh. Zuschauer: 1100.

Autor: Georg Gulde


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