Basketball

USC Eisvögel sind Tabellenführer in der zweiten Liga

Georg Gulde

Von Georg Gulde

Fr, 03. November 2017

USC Eisvögel

Freiburgs Basketballerinnen finden sich in der zweiten Liga schnell zurecht und sind Tabellenführer / Am Samstag Heimspiel gegen die SG Weiterstadt.

BASKETBALL. Nach sechs von 20 Hauptrundenspielen befinden sich die Basketballerinnen des USC Freiburg in der zweiten Liga Süd da, wo sie auch am Ende der Runde und nach Abschluss der Playoffs sein wollen: auf Platz eins, was den sofortigen Wiederaufstieg in die erste Liga zur Folge hätte. Fünf Siege in sechs Punktspielen, dazu der Zweitrunden-Pokalsieg gegen Erstliga-Aufsteiger Heidelberg: Das neu zusammengestellte Eisvögel-Team erfüllt bislang die Erwartungen. Dennoch wird der Wiederaufstieg kein Selbstläufer. Eine Zwischenbilanz.

Besser als bei Klinsmann
Das junge Team (Durchschnittsalter 19,2 Jahre) hat schnell zueinander gefunden, obwohl sieben von 14 Spielerinnen des Kaders vergangene Saison noch nicht in der ersten Mannschaft spielten. Trainer Pierre Hohn (25) hat ein klares Konzept. Auch wenn er es nicht sagt, so dürfte sein Ziel ein ähnliches sein wie es einst Jürgen Klinsmann als Coach der Fußballer des FC Bayern München formuliert hat: Jeden Akteur jeden Tag ein Stückchen besser zu machen. Klinsmann ist damals grandios gescheitert mit seinen Stars. Hohn hat bessere Voraussetzungen: Weil die meisten seiner Spielerinnen noch so jung sind, wäre es fast ein Wunder, wenn sie sich nicht weiterentwickeln würden.

Probleme und Gefahren
Bis auf die beiden US-Amerikanerinnen Kelly Hughes und Kristen Gaffney, die als Profis firmieren, besteht die USC-Mannschaft in dieser Saison nur aus Schülerinnen und Studentinnen, die sich größtenteils nicht mal Halbprofis nennen können und die schon froh sind, eine kleine finanzielle Aufwandsentschädigung zu erhalten. Die Belastung, besonders für die Schülerinnen, ist sehr groß. Morgens und mittags Schule, abends Training, dazu Spiele in bis zu drei Mannschaften (Erste, Zweite, Nachwuchsteam) – das strengt an und macht den jungen Frauen oft zu schaffen.

Die Stärken des Teams
Die Eisvögel haben rund ein halbes Dutzend deutscher Jugend-Nationalspielerinnen in ihren Reihen. Für diese Spielerinnen scheint die zweite Bundesliga zurzeit das Richtige zu sein. Angeführt von den beiden US-Spielerinnen Hughes und Gaffney sowie Kapitänin Luana Rodefeld gelingt es dem Team gut, in der Offensive Akzente zu setzen. 77 Punkte erzielten die Eisvögel bisher im Schnitt – sie sind damit klar der Liga-Primus. Die Energie, mit der das Team vor meist etwa 400 Zuschauern daheim antritt, ist durchaus beachtlich, aber auch nicht verwunderlich. Die USC-Frauen trainieren mehr und wirken athletischer als ihre Konkurrenten.

Die Schwächen des Teams
Junge Teams brauchen die Unterstützung durch das eigene Publikum. Auswärts haben die Eisvögel diese Hilfe nicht – prompt sind die Leistungen in fremden Hallen deutlich schlechter als in der Freiburger Unihalle. "Wir haben in dieser Saison auswärts nur ein gutes Spiel gemacht. Das ist zu wenig. Das müssen wir besser machen", sagt Trainer Hohn. Hinzu kommt die Abhängigkeit von Hughes, Gaffney und Kapitänin Luana Rodefeld. Wenn es bei wenigstens einer der drei nicht läuft, gerät die ganze Mannschaft ins Stocken. Nationalspielerin Ilka Hoffmann und Nachwuchs-Nationalspielerin Lea Ouedraogo haben mehr Verantwortung als in der ersten Liga, aber ihr Potenzial noch nicht ausgeschöpft und zu hundert Prozent abgerufen. Gerade sie müssen sich aber zu Leistungsträgerinnen entwickeln, wenn es mit dem Aufstieg klappen soll.

Was sonst noch auffällt
62 Punkte des Gegners lassen die Eisvögel im Schnitt zu – das hört sich nicht nach viel an. Aber defensiv und damit ohne Ball zu ackern, fällt einigen Spielerinnen noch schwer. Zudem ist zu berücksichtigen, dass die Auswahl von Trainer Hohn bislang nur gegen Mannschaften aus der zweiten Tabellenhälfte (Speyer-Schifferstadt, Bamberg, Langen/Hofheim, Krofdorf, Wasserburg II) gewonnen hat. Gegen Keltern II, den Tabellensechsten der Elfer-Liga, gab’s die einzige Niederlage. Die Gegner aus der oberen Tabellenhälfte kommen jetzt erst noch.

Der nächste Gegner
Die Sportgemeinde (SG) 1886 Weiterstadt rangiert mit acht Punkten in der Tabelle auf dem dritten Platz. Bei einem ausgetragenen Spiel weniger als der USC Freiburg (10 Zähler) hat sie – ebenso wie die Breisgauerinnen – in dieser Runde bisher nur einmal verloren (72:73 in Krofdorf). Vergangenes Wochenende wartete die tief besetzte Auswahl aus dem Landkreis Darmstadt-Dieburg mit einem 71:59-Heimsieg gegen den Tabellenzweiten Jahn München auf. Das Team, das am Samstag (19.30 Uhr) in der Unihalle in Freiburg gastiert, verfügt über drei Spielerinnen, die im Schnitt zweistellig punkten: die Deutschen Christina Krick (13,8) und Aline Stiller (12,8) sowie die Kanadierin Kaylee Kilpatrick (12,2).