Der SC und die Eisvögel

EINWURF: Im Osten was Gleiches

Georg Gulde

Von Georg Gulde

Mo, 30. April 2018

USC Eisvögel

Manchmal helfen die tiefgründigsten Analysen nicht: Denn gelegentlich ist der Sport nicht zu erklären, die Gesetze, nach denen er abläuft, werden einfach außer Kraft gesetzt. Am Samstag war das so – bei gleich zwei bedeutsamen Veranstaltungen im Freiburger Osten. Am Nachmittag trumpften die Fußballer des SC Freiburg mehr als eine Stunde lang auf, dann überkam sie mit dem ersten Gegentor eine große Unsicherheit, das Vertrauen in das eigene Leistungsvermögen schwand, der 1. FC Köln glich aus, hatte die Chance zur Führung – und dann, quasi aus dem Nichts – erzielte doch der Sportclub den Siegtreffer. Happy End nach Minuten des Bangens. Dreieinhalb Stunden später, einige hundert Meter vom Schwarzwaldstadion entfernt in der Unisporthalle, beim Playoff-Finalspiel der Basketballerinnen des USC Freiburg gegen Jahn München: Vor mehr als 1000 Zuschauern, von denen viele siegestrunken und in SC-Fanbekleidung gekommen sind, dominieren die Eisvögel drei Viertel lang, haben 20 Punkte Vorsprung. Die Stimmung ist ausgelassen. Dann verlieren die Freiburger Korbjägerinnen erst ihren Rhythmus, dann das Selbstvertrauen, aus Eisvögeln wird binnen Minuten ein Hühnerhaufen. München hat den Ball, kann beim Stand von 59:60 selbst in Führung gehen. Doch dann macht es auch bei den Gästespielerinnen klick, die Unbekümmertheit einer Alles-oder-Nichts-Einstellung weicht dem Druck des plötzlichen Gewinnenkönnens und des damit verbundenen Aufstiegs in die erste Bundesliga. Und schwuppdiwupp ändert sich das Kräfteverhältnis wieder zugunsten der USC-Frauen, die sich zum Sieg und zu einem entscheidenden dritten Spiel zittern. Es ist die oft verwendete Formel der Duplizität der Ereignisse. Im Freiburger Osten erfasste sie am Samstag sogar zwei unterschiedliche Sportarten.