Basketball

Freiburger Eisvögel gewinnen – Bundesliga-Aufstieg noch möglich

Georg Gulde

Von Georg Gulde

Sa, 28. April 2018 um 23:17 Uhr

USC Eisvögel

Die Basketballerinnen des USC Freiburg dürfen nach dem 64:59-Sieg im zweiten Playoff-Finale der zweiten Liga weiter vom Aufstieg in Liga eins träumen. Die Entscheidung fällt nun in einem dritten Spiel.

Mit 54:60 hatten die Breisgauerinnen vor zwei Wochen bei Jahn München den Kürzeren gezogen. Sie mussten also in der Finalserie, bei der die Mannschaft aufsteigt, die zuerst zwei Siege erreicht hat, gewinnen, um die Chance auf den Aufstieg zu wahren. München wäre bei einem Erfolg in Freiburg hingegen der Sieger gewesen und aufgestiegen. Am Ende triumphierten die Gastgeberinnen, so dass es am Sonntag, 6. Mai, 16 Uhr, zu der entscheidenden dritten Partie kommt. Das Spiel findet wieder in Freiburg, weil der USC die Hauptrunde auf dem ersten Tabellenplatz abschloss, während München lediglich Rang drei belegt hatte.

Vor 1100 Zuschauern zeigte das Freiburger Team von Trainer Pierre Hohn am Samstagabend eine Leistung, die einem Playoff-Finale angemessen war – zumindest drei Viertel lang: hohe Intensität in der Defensive, eine gute Wurfauswahl in der Offensive, dazu die Fähigkeit, die Schwächen des Gegners beim Rebound auszunutzen. 22:10 führten die Eisvögel nach dem ersten Viertel, zur Halbzeit nach 20 Spielminuten stand es 40:26. Und als nach dem dritten Viertel ein 56:37 von der Anzeigetafel leuchtete, glaubten viele Besucher, der berühmte Drops sei bereits gelutscht.

Ein 18:0-Lauf von München im letzten Viertel

Doch dem war nicht so. Angetrieben von der überragenden Jugend-Nationalspielerin Leonie Fiebich holte der Gast aus dem Bayrischen Punkt um Punkt auf. Mit einem 18:0-Lauf verkürzte Jahn München nach 41:60-Rückstand in der 32. Minute auf 59:60 – und das 1:39 Minuten vor dem Ende der Partie. USC-Coach Hohn hatte in dieser Phase seine erfahrensten Spielerinnen aufs Parkett geschickt, unter anderem Mirna Paunovic (41) und Juliane Hodapp (28). Aber der Run des Gegners konnte bis in die vorletzte Spielminute hinein nicht gestoppt werden.

Als Paunovic beim Stand von 60:59 dann auch noch zwei Freiwürfe vergab, hatte der Gast den Ball und die Chance, erstmals in dieser Begegnung in Führung zu gehen.

Aber München, das mit drei Spielerinnen antrat, die vor einer Woche Deutscher Meister der Nachwuchs-Bundesliga geworden waren (Fiebich, Emily Bessoir und Johanna Häckel), schien dann Angst vor der eigenen Courage zu haben. Plötzlich verlor die Mannschaft von Trainer Rüdiger Wichote die Unbekümmertheit, mit der die Aufholjagd einhergegangen war. Das Jahn-Team verzettelte sich und kam in der für einen Angriff zur Verfügung stehenden Zeit (24 Sekunden) nicht zum Abschluss. Daraufhin erhielt der USC den Ball. Und obwohl auch keine der auf dem Spielfeld stehenden Eisvögel-Frauen die Verantwortung für einen Wurf übernehmen wollte, erhielten sie nach einem Foul zwei weitere Freiwürfe. Kapitänin Luana Rodefeld verwandelte beide – es stand nun 62:59.

Delafosse trifft nicht mit einem Dreier

München wehrte sich nochmals. Doch ein Dreier von Ex-Nationalspielerin Anne Delafosse, die über weite Strecken von US-Spielerin Kelly Hughes hervorragend verteidigt wurde, verfehlte 15 Sekunden vor Schluss knapp das Ziel. Paunovic schnappte sich den Ball, wurde gefoult, und dieses Mal traf sie ihre zwei Freiwürfe – 64:59. Da spielte es dann auch keine Rolle mehr, dass Rodefeld zwei Sekunden vor Schluss noch zwei Freiwürfe danebensetzte.

Danach schrien und klatschten die meisten der Zuschauer vor Begeisterung, obwohl die Fans von Jahn München zumindest in Sachen Trommeln mit 4:1 überlegen waren und einen Höllenlärm in die Unihalle zauberten.

Die Eisvögel hatten indes die Partie gewonnen, auch wenn das Spiel zeigte, dass es um das Nervenkostüm des Teams in sogenannten Alles-oder-Nichts-Partien wohl nicht zum Besten bestellt ist. "Es war knapp, uns zitterten die Hände. Aber wir haben uns durchgesetzt", sagte Mirna Paunovic nach der Partie. Ein ziemlich geschaffter USC-Trainer Pierre Hohn war glücklich, dass sein Team den Sieg nicht doch noch aus der Hand gegeben hat. Dass es seine Mannschaft partout nicht schafft in dieser Saison, die Energie über die gesamte Spielzeit von 40 Minuten aufs Parkett zu bringen, macht ihn allerdings nachdenklich.

Auf der anderen Seite war er mit der Leistung seiner Auswahl über drei Viertel "sehr, sehr zufrieden". Und am 6. Mai will der USC 40 Minuten lang Energie versprühen – und das Saisonziel, sofortiger Wiederaufstieg in die erste Bundesliga (nach dem Abstieg 2017), mit einem weiteren Heimsieg erreichen.

Der USC spielte mit: Zdravevska, Rodefeld 16 Punkte, Wieczorek 2, Nufer 5/davon 1 Dreier, Hoffmann, Ouedraogo 2, Paunovic 6, Hodapp 3/1, Kapitza (nicht eingesetzt), Hughes 13/3, Gaffney 17, Mayer.