Basketball

USC Freiburg geht im Playoff-Halbfinale nach hartem Kampf 1:0 in Führung

Georg Gulde

Von Georg Gulde

Sa, 24. März 2018 um 23:34 Uhr

USC Eisvögel

Die Zweitliga-Basketballerinnen des USC Freiburg gewinnen das erste von maximal drei Playoff-Halbfinalspielen gegen die SG Weiterstadt 77:68. Nach Hälfte eins sah es noch düster aus für die Eisvögel.

Die 800 Zuschauer in der Freiburger Unihalle trauten ihren Augen nicht in der ersten Halbzeit. Das Team der Sportgemeinde Weiterstadt, das die Breisgauerinnen in der Hauptrunde zweimal recht deutlich geschlagen hatten (75:65 und 79:58), zeigte vor dem USC keinerlei Respekt. Es spielte der Hauptrundenerste (Freiburg) gegen den Hauptrundenvierten. Eine klare Sache? Von wegen.

Weiterstadt trumpft zu Beginn groß auf

In den Playoffs ist vieles anders, das zeigte sich auch am Samstagabend. Obwohl die Gastgeberinnen gar nicht mal schlecht agierten und auch die Intensität ordentlich war, trumpfte die SG auf. Die Mannschaft handelte sich zwar schon in den ersten fünf Minuten fünf Fouls ein, aber sie startete furios, mit einer starken Trefferquote, Schnellangriffen und einer sehr aggressiven Verteidigung. Die Hessinnen aus dem Landkreis Darmstadt-Dieburg führten schnell 8:2 und 13:9, später 22:9 beziehungsweise 28:12 – und durch einen Dreier der Italienerin Ashley Engeln, von der Mittellinie in der Schlusssekunde des ersten Viertels abgefeuert, mit 32:19.

Die Zuschauer fragten sich: Was ist denn hier los? USC-Trainer Pierre Hohn versuchte die Ruhe zu bewahren, verwies darauf, dass die Mannschaft seines Gegenübers Conrad Jackson unmöglich weiter so treffsicher sein würde – wenn die Eisvögel gut verteidigen. Vor allem dank der Durchsetzungskraft von Centerspielerin Kristen Gaffney holte der USC etwas auf – dennoch lag er zur Halbzeit mit 37:48 im Hintertreffen.

USC glänzt im dritten Viertel in der Verteidigung

Würde das jüngste Team der zweiten Liga Süd, der USC, in der zweiten Halbzeit wieder herankommen? Ja. Auch deshalb, weil bei Weiterstadt die starke kanadische Centerspielerin Kaylee Kilpatrick schon in der vierten Minute der zweiten Halbzeit ihr viertes Foul kassierte, zunächst auf der Bank Platz nahm – und dann in der 34. Minute mit ihrem fünften Foul das Feld endgültig verlassen musste.

Dass dem Gast die Führung entglitt, lag aber nicht nur an Kilpatricks Foul-Trouble. Dem USC gelang es nun hervorragend, den Spielfluss des Gegners zu unterbinden. Weiterstadts Spielerinnen kamen kaum mehr zu vernünftigen Würfen. Entweder war beim Wurf die Hand einer Verteidigerin dazwischen oder die Kugel wurde gleich der Ballführenden geklaut – oder die Hessinnen wurden so lange beackert, bis die 24 Sekunden, die für einen Angriff zur Verfügung stehen, abgelaufen waren und die Eisvögel deshalb in Ballbesitz kamen. "Da haben wir überragend verteidigt", so Trainer Hohn. Mit dem Ergebnis, dass die SG rund fünf Minuten ohne Korb blieb und Freiburg beim Stand von 48:48 erstmals den Ausgleich schaffte.

Zwar führte der Hauptrundenvierte nach dem dritten Viertel (60:57) erneut, aber in den letzten drei Minuten des Schlussabschnitts hatten die Eisvögel mehr zuzusetzen und machten aus einem 64:64-Gleichstand noch einen 77:68-Erfolg. Die Zuschauer atmeten auf, die Mannschaft tat es – und auch der Trainer. Der war stolz auf seine Equipe und überraschte mit der Aussage: "Irgendwie hatte ich nie das Gefühl, dass wir verlieren." Dafür sei die Intensität und der Wille des gesamten Teams zu groß gewesen.

Entscheidung schon am kommenden Samstag?

Durch den Erfolg führen die Eisvögel in der Halbfinalserie gegen Weiterstadt nun mit 1:0. Am kommenden Samstag, 31. März, könnten sie mit einem Sieg im Hessischen bereits den Einzug in die Finalserie perfekt machen. Dann soll laut Trainer Hohn auch Juliane Hodapp, die Kapitänin aus der Abstiegssaison, für den USC spielen – und vor allem die Verteidigung stabilisieren. Sollten die Breisgauerinnen in Weiterstadt verlieren, gibt es am Samstag, 7. April, das entscheidende dritte Spiel zwischen den beiden Mannschaften.

Für den USC Freiburg spielten: Zdravevska 5 Punkte/davon 1 Dreier, Rodefeld 9, Wieczorek 5/1, Nufer 3/1, Ch. Zehender (nicht eingesetzt), Hoffmann 9/1, L. Ouedraogo 1, Paunovic, Kapitza (nicht eingesetzt), Hughes 13/1, Gaffney 32, Mayer.