USC gerät in Bedrängnis – und ist dennoch Tabellenführer

Georg Gulde

Von Georg Gulde

Mo, 23. Oktober 2017

USC Eisvögel

Freiburgs Basketballerinnen haben mit Reserveteams so ihre Probleme / Dennoch Sieg gegen Wasserburg II / Starke US-Spielerinnen.

BASKETBALL. Zweite Bundesliga Süd Frauen: USC Freiburg – TSV Wasserburg II 75:58 (12:16, 21:13, 22:13, 20:16). Freiburgs Zweitliga-Basketballerinnen übernehmen am fünften Spieltag die Tabellenführung. Der 75:58-Sieg gegen den TSV Wasserburg II war kein Glanzstück des Erstliga-Absteigers. Der Erfolg war vor allem den US-Spielerinnen Kelly Hughes und Kristen Gaffney zu verdanken, die ihre Führungsrolle im Team untermauerten.

Reserveteams von Erstbundesligisten scheinen in den Köpfen der Eisvögel-Spielerinnen einen bestimmten Mechanismus auszulösen: Wenn es Reservemannschaften sind, dann können sie nicht sehr stark sein. Das ist jedoch ein Trugschluss. Denn die einzige Saisonniederlage hat der USC schließlich bei der zweiten Mannschaft von Keltern kassiert. Insofern hätten die Freiburgerinnen gegen Wasserburg II gewarnt sein müssen.

Die Warnungen schlugen sie aber in den Wind. Die Breisgauerinnen lagen nach dem ersten Viertel sogar zurück (12:16), bis zur Halbzeit hatten sie mit Müh’ und Not eine leichte Führung herausgeworfen (33:29). In den dritten zehn Minuten übten sie die erwartete Dominanz aus und führten dann auch vorentscheidend klar (55:42). Im Schlussabschnitt brannte dann aus Sicht der Gastgeber nichts mehr an. Der USC ist nun mit 8:2 Punkten sogar Tabellenführer der zweiten Liga Süd, da das bisher ungeschlagene Team aus München daheim gegen die Spielgemeinschaft aus Langen und Hofheim, die sich Rhein-Main Baskets nennt, überraschend mit 66:76 verlor.

"Es war kein gutes Spiel von uns. Ohne unsere beiden US-Amerikanerinnen hätten wir die Partie verloren", sagte Freiburgs Trainer Pierre Hohn. In der Tat erzielten Kelly Hughes und Kristen Gaffney mit 42 Punkten mehr als die Hälfte der Punkte. Hughes profilierte sich bei ihren 25 Punkten vor allem als Dreierschützin (sechs Dreier), Gaffney brachte es auf 17 Punkte und zudem 13 Rebounds. "Von unseren deutschen Spielerinnen hat nur Viktoria Wieczorek ihren Job gut gemacht. Das ist nicht zu akzeptieren", analysierte Hohn.

Drei Tage nach dem 66:46-Achtungserfolg gegen den Erstliga-Aufsteiger USC Heidelberg in der zweiten Runde des nationalen Pokalwettbewerbs fühlte sich die junge Freiburger Mannschaft (Durchschnittsalter bei Saisonbeginn 19,2 Jahre) wohl zu sicher. Vor allem zu Spielbeginn war das Team nicht auf der Höhe. Im bisherigen Saisonverlauf war das erste Viertel meist der Sahneabschnitt der Eisvögel. Aber dieses Mal: oje. Einzelaktionen, mit dem Kopf durch die Wand und unbrauchbare Anspiele unter den Korb – es klappte so gut wie nichts. Schnell lag der USC mit 2:9 zurück – gegen ein Team aus Bayern, das in Halbzeit eins nur sechs der acht aufgebotenen Spielerinnen einsetzte.

"Wir haben die individuell besser besetzte Mannschaft – und geraten so in Bedrängnis", haderte Coach Hohn. Aber immerhin hatte der USC vor rund 450 Zuschauern noch Gaffney und Hughes sowie eine mit zunehmender Spieldauer kämpferischer werdende Kapitänin Luana Rodefeld. Wasserburg II ließ in der zweiten Halbzeit merklich nach, was es den Breisgauerinnen einfacher machte. "Dieses Mal haben es Kelly Hughes und ich für uns entschieden. Aber grundsätzlich haben wir ein Team mit sehr fähigen Spielerinnen", so Kristen Gaffney.

Für den USC Freiburg spielten: Zdravevska 10 Punkte/davon 2 Dreier, Rodefeld 8, Wieczorek 4, Ch. Zehender 3/1, N. Zehender, Schipek 2, Hoffmann 4, Ouedraogo 2, Hughes 25/6, Gaffney 17, Mayer.