Von der Liga unterfordert

Uwe Rogowski

Von Uwe Rogowski

Do, 23. Februar 2017

Basketball

Basketballer des CVJM Lörrach vor der Rückkehr in die Oberliga / TV Weil punktgleich mit Zweitem.

BASKETBALL Landesliga. Vier Siege noch, dann ist die Oberliga-Rückkehr des CVJM Lörrach amtlich. Zweifel bestehen kaum noch. Der TV Weil hat sich direkt dahinter in Stellung gebracht, und Aufsteiger TV Bad Säckingen hat den Ligaerhalt vor Augen.

SSC Karlsruhe – CVJM Lörrach 69:94 (12:27, 20:26, 20:15, 17:26). Thomas Schönbett und der CVJM sind gebrannte Kinder. "Niemand hat dran geglaubt", sagt der Trainer und Sportwart mit Blick auf den Oberliga-Abstieg 2013. Doch dann verloren sie Spiel um Spiel, und stoppten den Fall erst in der Bezirksklasse. Deshalb wolle man sich nun auch nicht aus dem Fenster lehnen. Doch die Dominanz des Tabellenführers, der sich gestärkt zurückgemeldet hat, ist zu eindeutig, die Zahlen sind erdrückend. Der Weg zur Landesliga-Meisterschaft ist fast zu Ende und das Oberliga-Comeback nur noch eine Frage der Zeit. "Vier Siege brauchen wir noch, eigentlich müsste es reichen", sagt Schönbett.

In Karlsruhe suchte der Tabellenführer einmal mehr sein Heil erfolgreich in der Offensive. In drei Vierteln gelangen mindestens je 26 Punkte, da kann fast nichts schiefgehen, und das läuft schon die ganze Saison so: Kein Club hat mehr Körbe erzielt – Lörrach scheint unterfordert: Auf sagenhafte 92 Punkte kommt der CVJM im Schnitt, wobei die Liga-Topscorer Ahart (25,2) und Grigsby (24,7) den größten Anteil besorgen. "In der Offensive stimmt’s", sagt Schönbett. Gegen den SSC war es Jonas Voitl (26), der am erfolgreichsten war. Zunehmend verteile sich die Offensivpower, betont Schönbett. Die Offensivkraft geht dabei nicht zu Lasten der Defense: Nur ein Team hat weniger Körbe kassiert. In Karlsruhe war die Führung schon zur Pause höchst komfortabel (53:32), wie fast immer eigentlich, der 14. Sieg im 16. Saisonspiel stand nie infrage. Nur der UC Baden-Baden (4.) scheint die Meisterschaft noch gefährden zu können, den direkten Vergleich hat der CVJM verloren. Der Club hat zwei Pro-B-Spieler verpflichtet und damit ein anderes Format als zuvor. "Die verlieren kein Spiel mehr", sagt Schönbett. Gleiches könnte allerdings auch für den CVJM gelten.

CVJM: Voitl 26 Punkte, Grigsby 23, Ahart 22, Scheurer 12, Ntonga Zengue 11.


TV Weil – TB Emmendingen 69:61
(13:14, 15:13, 27:15, 14:19). Nur ein Viertel gewannen die Weiler – dieses aber deutlich, und das reichte zum zweiten Heimsieg in diesem Jahr. Nach zähem Beginn, mit guter Defense und dünner Offense, kam der TVW nach der Pause (28:27) in Fahrt: Mit einer Serie von außen konnte sich Weil wieder einmal entscheidend absetzen: Innerhalb von drei Minuten flogen sechs Dreier in den Korb der Emmendinger. Der Vorsprung war auf 55:42 angewachsen. "In dieser Phase haben wir gut kombiniert, so sind die freien Würfe entstanden", sagte Trainer Daniel Glowania. Es sei ein bisschen Hopp oder Topp. "Du kannst ein Match mit Dreiern gewinnen oder verlieren." Die Weiler gewinnen öfter (12/5). Gegen den Tabellensiebten bestätigten sie, dass sie in der Summe die besten Distanzspezialisten der Liga haben. Vier Weiler stehen unter den zehn besten Dreierschützen: Marius Himmel (2,8 im Schnitt), Andreas Michel (2,0), Seium Filmon (1,9) und Glowania (1,8). Gegen Emmendingen nahm Filmon erfolgreich sechs Versuche von außen – und der TVW ist nun wieder punktgleich mit dem Tabellenzweiten TV Mühlacker.

TVW: Filmon 20/6, Ndam 19, Himmel 13/3, Michel 13/3, Obrist 3, Rudnick 1.


Karlsruher TV – TV Bad Säckingen 74:83
(27:15, 20:18, 12:26, 15:24). Für die Bad Säckinger könnte der Sieg beim Vorletzten ein vorentscheidender Schritt in Richtung Klassenerhalt gewesen sein. Jetzt besteht sogar Anschluss zum Mittelfeld. Der Aufsteiger hat noch zwei Spiele mehr als die meisten Konkurrenten, somit alles in der eigenen Hand. Gegen Karlsruhe lief zunächst alles gegen die Gäste, doch mit einer brillanten zweiten Halbzeit (50:27) drehten sie das Spiel.

TVBS: Ebner 23 Punkte, Dittmar 17, Wiesmann 12/zwei Dreier, Gülland 10, Stratz 9, Richter 7, Piefke 5.