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15. Februar 2010
Wenn die Psyche mitspielt
Freiburgs Erstliga-Basketballerinnen beenden Niederlagenserie / 88:63 gegen Wolfenbüttel.
FREIBURG. Im Basketball-Bundesligaspiel zwischen den Frauen des USC Freiburg und dem BC Wolfenbüttel sind 32 Minuten und 55 Sekunden gespielt, Birte Wehrenbrecht hat soeben mit einem Zweipunktewurf ihr Team mit 71:59 in Führung gebracht. Der Gast nimmt eine Auszeit, um den Lauf der Breisgauerinnen zu stoppen. Bevor sich Wehren-brecht und Co. an den Spielfeldrand begeben, werden die fünf Spielerinnen noch auf dem Parkett vom Rest der Mannschaft abgeklatscht. Die Erleichterung ist zu spüren, dass die Eisvögel zu ihrer Treffsicherheit zurückgefunden haben.
In den drei Minuten vor dem Zweier der Kapitänin hatten Mirna Paunovic (in der Schlusssekunde des dritten Viertels und der zweiten Minute des Schlussabschnitts), Tina Menz und Wehrenbrecht selbst vier Dreier in Folge durch die Reuse des Korbs geworfen, die Führung von 55:52 auf 69:59 ausgebaut und damit ein Schlussviertel eingeläutet, in dem die Freiburgerinnen die Norddeutschen schwindlig spielten. Am Ende stand ein 88:63 (16:15, 17:17, 25:20, 30:11)-Erfolg des USC. Es war der erste Punktspielsieg im neuen Jahr und der erste nach fünf Niederlagen in Serie. "Der Erfolg wirkt befreiend", erkannte Eisvögel-Trainer Harald Janson. Und die trotz Erkältung spielende Mirna Paunovic fühlte sich einfach nur "glücklich und von einer Last befreit". Denn der routinierten Centerin war in den vergangenen Wochen öfter die Negativserie der Eisvögel in der Vorsaison (sieben Niederlagen in Serie) durch den Kopf gegangen.
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Zur Halbzeit der Partie gegen Wolfenbüttel haderten die USC-Spielerinnen noch. Sie hatten das Gefühl, gegen die Zonenverteidigung der Gäste (zwei Spielerinnen vorne, drei hinten) kaum aus der Distanz getroffen zu haben.Tatsächlich lag die Dreierquote der Eisvögel bei nicht gerade überragenden 30 Prozent. "Aber es war unsere höchste Dreierquote der vergangenen fünf Partien", sagte Trainer Harald Janson dem Team, das vergangenen Spieltag bei der 67:75-Niederlage bei Meister Saarlouis gar keinen Dreier traf.
Janson forderte die Spielerinnen auf, es gegen die Zonenverteidigung weiter couragiert mit Dreiern zu versuchen. Und siehe da: Charmaine Callahan, Tina Menz und Dana Penno streuten Dreier bis zum 44:37 ein. Der Gegner musste reagieren, versuchte nun eine Frau-Gegen-Frau-Verteidigung und war im Schlussabschnitt den Eisvögeln hoffnungslos unterlegen. "Das war alles eine Sache der Psyche", analysierte Coach Janson. Die Zuschauer sahen förmlich wie mit jeder geglückten Aktion das Selbstvertrauen der Spielerinnen in die Höhe schoss. Am Ende waren 11 von 22 Drei-Punkte-Würfe der Eisvögel Treffer. Zusammen mit einer intensiven Verteidigung reichte das aus, trotz nicht berauschender Zwei-Punkte- (41 Prozent) und Freiwurfquote (63 Prozent) die Niederlagenserie zu beenden und schon fast in den Playoffs zu sein.
Beinahe hätten die Eisvögel sogar noch ihren Trainer eines Besseren belehrt. Harald Janson hatte nämlich vor der Partie zu seinem Co-Trainer Hannes Schuler gesagt: "Heute ist von einer Niederlage mit 25 Punkten Differenz bis zu einem Sieg mit 25 Punkten Unterschied alles möglich." Hätten die Eisvögel ihren letzten Wurfversuch nämlich nicht daneben gesetzt, wären sie mit einem 27-Punkt-Vorsprung als Sieger vom Parkett gegangen. Aber vielleicht wäre das dann doch des Guten zu viel gewesen.
Autor: Georg Gulde
