"Wir haben schlau gespielt"

Georg Gulde

Von Georg Gulde

Mo, 06. November 2017

USC Eisvögel

Freiburgs Zweitliga-Basketballerinnen gewinnen das Spitzenspiel gegen Weiterstadt – weil sie sich nicht verrückt machen lassen.

BASKETBALL. Zweite Bundesliga Süd Frauen: USC Freiburg – SG Weiterstadt 75:65 (21:21, 24:13, 11:14, 19:17). Bisher rangierten die Gegner der Zweitliga-Basketballerinnen des USC Freiburg in der unteren Tabellenhäfte. Nun kam der Tabellendritte, die Sportgemeinde (SG) Weiterstadt in die Unisporthalle. Und die Eisvögel zeigten, dass sie auch Spitzenspiele gewinnen können. Mit 75:65 (45:34) siegten sie am Samstagabend und verteidigten die Tabellenführung.

"In der Offensive haben wir wieder eine gute Leistung gezeigt, in der Defensive machten wir zu viele individuelle Fehler", analysierte USC-Trainer Pierre Hohn unmittelbar nach der Partie, die den Eisvögeln am siebten Spieltag den sechsten Sieg einbrachte. Er lobte die US-Amerikanerin Kristen Gaffney, die wieder einmal das Heft in die Hand nahm, erstmals in dieser Saison die 30-Punkte-Grenze überschritt (31) und zudem noch 15 der beachtlichen 51 Rebounds vom Brett fischte. Aber auch die erst 15-jährige Luisa Nufer, die wegen einer Verletzung mit Gesichtsmaske spielte, erhielt Lob vom Coach für ihre erste Zweitligapartie: "Sie hat schon ziemlich erwachsen gespielt."

Im dritten Viertel harzte es indes beim Spitzenreiter und Erstliga-Absteiger vor 400 Zuschauern in der Unisporthalle. Diesen Abschnitt entschieden die Hessinnen aus dem Landkreis Darmstadt-Dieburg mit 14:11 für sich. Vier Minuten vor Schluss glichen sie gar zum 62:62 aus. Sollte das junge Eisvögel-Team (Durchschnittsalter: 19,2 Jahre) die Partie noch aus der Hand geben? Sollte es nervös werden? Nichts von dem passierte. Vielmehr brachten Lea Ouedraogo nach einem Rebound mit einem Zweier sowie Kristen Gaffney und Luana Rodefeld mit jeweils zwei verwandelten Freiwürfen ihre Mannschaft entscheidend nach vorne (68:62).

Kapitänin Rodefeld, mit 17 Punkten zweitbeste USC-Werferin, freute sich über die Leistung und den Sieg. "Wir haben in der Phase nach dem 62:62-Gleichstand schlau gespielt, keine Ballverluste gehabt und mit großem Willen einige Rebounds geholt. Man merkt, dass uns die zuletzt erzielten Erfolge Selbstvertrauen gegeben haben. Wir konnten uns in der entscheidenden Phase auf unsere Stärken verlassen", sagte die 19-jährige Spielmacherin.

Sie erwähnte auch die Hilfe durch das Publikum. Es sind zwar keine 600 oder 700 Zuschauer wie zu Erstliga-Zeiten. Aber auch in der ersten Saison nach dem Erstliga-Abstieg hält es zu den Eisvögeln, da gibt’s auch bei kurzen Schwächephasen kein Murren. Gegen die Sportgemeinde Weiterstadt merkten die Fans schnell, wann die Auswahl Unterstützung benötigte.

Eine Entwicklung kann man beim USC-Team auf jeden Fall erkennen. Die Mannschaft vertraut mehr als zu Beginn der Saison auf die Angriffssysteme, die als möglichst gewinnbringend ausgemacht wurden. Und auch beim frühen Attackieren des gegnerischen Spielaufbaus hat das Team Fortschritte gemacht: So unterliefen der SG Weiterstadt vor allem dann Ballverluste, wenn die Eisvögel schon in der Hälfte des Kontrahenten zur Pressverteidigung übergingen.

Auswärts tun sich die Breisgauerinnen dagegen deutlich schwerer. Wie weit sie sind, dürfte sich indes schon in einer Woche zeigen. Denn am Sonntag, 12. November (15 Uhr), steht für die Freiburger Eisvögel das nächste Spitzenspiel an. Dann geht’s zu Jahn München, das bis vor zwei Wochen Tabellenführer gewesen ist. Bei diesem Team spielt unter anderem Anne Delafosse, besser bekannt unter ihrem Mädchennamen Breitreiner. Die 33-Jährige, die unter anderem viele Jahre in Wasserburg spielte, ist eine der besten deutschen Spielerinnen des vergangenen Jahrzehnts.

Für den USC Freiburg spielten: Zdravevska 8 Punkte, Rodefeld 17, Wieczorek 1, Nufer, Ch. Zehender, N. Zehender (nicht eingesetzt), Schipek, Hoffmann, Ouedraogo 4, Hughes 8/davon 1 Dreier, Gaffney 31, Mayer 6.