Basketball

Zwei Amerikanerinnen führen den USC Freiburg zum Sieg und zu Tabellenplatz eins

Georg Gulde

Von Georg Gulde

Sa, 21. Oktober 2017 um 22:58 Uhr

USC Eisvögel

Freiburgs Zweitliga-Basketballerinnen übernehmen an Spieltag fünf die Tabellenführung. Der 75:58-Sieg gegen Wasserburg II ist kein Glanzstück – und vor allem den US-Spielerinnen Kelly Hughes und Kristen Gaffney zu verdanken.

Die Breisgauerinnen lagen nach dem ersten Viertel sogar zurück (12:16), bis zur Halbzeit hatten sie mit Müh’ und Not eine leichte Führung herausgeworfen (33:29). In den dritten zehn Minuten übten sie die erwartete Dominanz aus und führten dann auch vorentscheidend klar (55:42). Im Schlussabschnitt brannte dann aus Sicht der Gastgeber nichts mehr an. Der USC ist nun mit 8:2 Punkten sogar Tabellenführer der zweiten Liga Süd, da das bisher ungeschlagene Team aus München daheim gegen die Spielgemeinschaft aus Langen und Hofheim, die sich Rhein-Main Baskets nennt, überraschend mit 66:76 verlor.

Trainer Hohn ist gar nicht zufrieden

"Es war kein gutes Spiel von uns. Ohne unsere beiden US-Amerikanerinnen hätten wir die Partie verloren", sagte Freiburgs Trainer Pierre Hohn. In der Tat erzielten Kelly Hughes und Kristen Gaffney mit 42 Punkten mehr als die Hälfte der Punkte. Hughes profilierte sich bei ihren 25 Punkten vor allem als Dreierschützin (sechs Dreier), Gaffney brachte es auf 17 Punkte und zudem 13 Rebounds.

"Von unseren deutschen Spielerinnen hat nur Viktoria Wieczorek ihren Job gut gemacht. Das ist nicht zu akzeptieren", analysierte Hohn.

Drei Tage nach dem 66:46-Achtungserfolg gegen den Erstliga-Aufsteiger USC Heidelberg in der zweiten Runde des nationalen Pokalwettbewerbs fühlte sich die junge Freiburger Mannschaft (Durchschnittsalter bei Saisonbeginn 19,2 Jahre) wohl zu sicher. Vor allem zu Spielbeginn war das Team nicht auf der Höhe. Im bisherigen Saisonverlauf war das erste Viertel meist der Sahneabschnitt der Eisvögel. Aber dieses Mal: oje. Einzelaktionen, mit dem Kopf durch die Wand und unbrauchbare Anspiele unter den Korb – es klappte so gut wie nichts. Schnell lag der USC mit 2:9 zurück – gegen eine Mannschaft aus Bayern, die in der ersten Halbzeit nur sechs der acht aufgebotenen Spielerinnen einsetzte.

Wasserburg lässt in der zweiten Halbzeit nach

"Wir haben die individuell besser besetzte Mannschaft – und geraten so in Bedrängnis", haderte Coach Hohn. Aber immerhin hatte der USC vor rund 450 Zuschauern noch Gaffney und Hughes sowie eine mit zunehmender Spieldauer kämpferischer werdende Kapitänin Luana Rodefeld. Wasserburg II ließ in der zweiten Halbzeit doch merklich nach, was es den Breisgauern erheblich einfacher machte. "Dieses Mal haben es Kelly Hughes und ich für uns entschieden. Aber grundsätzlich haben wir ein talentiertes Team mit sehr fähigen Spielerinnen", sagte Kristen Gaffney.