Basketball

Zweitliga-Frauen des USC Freiburg verlieren dramatisches Spitzenspiel gegen Bad Homburg 78:80

gg

Von gg

So, 26. November 2017 um 00:21 Uhr

USC Eisvögel

Die Zweitliga-Basketballerinnen des USC Freiburg führen stets – bis zehn Sekunden vor Schluss. Am Ende verlieren sie in eigener Halle aber das Spitzenspiel gegen den neuen Tabellenführer Bad Homburg mit 78:80.

"Wir haben die Partie zweier Spitzenmannschaften im zweiten Viertel verloren", sagte USC-Trainer Pierre Hohn. Er bemängelte, dass seine Mannschaft in den zweiten zehn Minuten einen 15-Punkte-Vorsprung (21:6 und 26:11) leichtfertig verspielte. "Gegen Bad Homburg, das fast ein halbes Dutzend erfahrene ausländische Spielerinnen hat, darf man nicht so nachlassen. Hoffentlich lernt meine Mannschaft aus diesen 40 Minuten. Eine bessere Lehre als dieses Spiel kann es für die Playoffs nicht geben", so Hohn.

Bad Homburg wird Vorrundenerster

Bis zu den Playoffs der vier besten Teams der Zweiten Liga Süd ist es zwar noch ein Weilchen hin, aber die K.o.-Runde schwirrte am Samstag schon in den Köpfen herum. Durch die Niederlage gegen die bislang punktgleichen Hessinnen hat der USC nicht nur die Spitzenposition verloren, er wird sie sich zumindest bis zum Abschluss der Vorrunde am nächsten Wochenende nicht zurückholen können.

"Unser erstes Ziel war es, die Vorrunde als Tabellenerster abzuschließen. Das haben wir verpasst. In einem Duell zweier offensivstarken Teams haben wir es nicht geschafft, Bad Homburg bei 60 Punkten zu halten. Das hatten wir uns vorgenommen", sagte Eisvögel-Kapitänin Luana Rodefeld. Gäste-Trainer Jay Brown erklärte: "Das war ein wirkliches Spitzenspiel. Wir waren die Glücklicheren, haben aber nicht unverdient gewonnen."

Saison-Rekordkulisse von 800 Zuschauern

Der USC Freiburg war heiß auf das Duell Erster gegen Zweiter. Trainer Hohn hatte nach der Spielpause vom vergangenen Wochenende schon im Training eine beachtliche Qualität und Stimmung ausgemacht. Vor der Saison-Rekordkulisse von 800 Zuschauern begannen die Eisvögel im letzten Heimspiel des Jahres dann auch wie die Feuerwehr. Sie agierten präzise im Angriff und aufopferungsvoll kämpfend in der Defensive. Hinzu kam im ersten Viertel etwas Glück. Denn die Scharfschützinnen aus Bad Homburg, das bis dato das beste Team von jenseits der Dreierlinie war, hatten ihr Visier nicht gut eingestellt. 15 Punkte Vorsprung beim 21:6 und am Ende des Viertels durch Ilka Hoffmanns Dreier zum 26:11 – der USC war auf einem guten Weg. Das dachten sich wohl auch einige Spielerinnen, im zweiten Viertel ließ jedenfalls die Intensität nach. Bad Homburg kam Korb um Korb heran, mit Müh’ und Not retteten die Eisvögel die Führung in die Pause (40:38).

Tempogeladene zweite Halbzeit

Die zweite Halbzeit kam – und mit ihr ein noch tempogeladeneres Spitzenspiel. Kelly Hughes, Kristen Gaffney und Luana Rodefeld zeigten zahlreiche gelungene Offensivaktionen, so dass der USC stets führte – mit einem bis elf Punkten (66:57 zu Beginn des letzten Viertels).

Dramatisch verlief die Schlussphase. Die Eisvögel lagen stets vorn, nach 36 Minuten und 20 Sekunden gelang Bad Homburg durch Stephanie Furr erstmals der Ausgleich (73:73). Gaffney und Hughes mit ihrem sechsten Dreier trafen bis zum 78:73 für die Gastgeber. 1:50 Minuten vor Schluss hatten die Eisvögel beste Chancen, die Partie zu gewinnen.

Vier-Punkte-Spiel leitet Wende ein

Doch dann traf eineinhalb Minuten vor Schluss die Finnin Camilla Grönberg einen Dreier, wurde dabei noch gefoult und verwandelte danach auch noch den Bonusfreiwurf – es stand nur noch 78:77. Danach verlor der USC den Ball, Bad Homburg machte es nicht besser. 22 Sekunden vor der Schlusssirene wurde Hughes an der Grundlinie ins Aus gedrängt. Freiwürfe für den USC? Nein, die Schiedsrichter entscheiden auf Ballbesitz für die Hessinnen. Die bringen wieder Grönberg ins Spiel, gehen 9,1 Sekunden vor Schluss erstmals in Führung (79:78). Dann ein Offensivfoul von Gaffney. Nikola Kaczperska verwandelte einen von zwei Freiwürfen zum 80:78.

Gaffney trifft mit dem letzten Wurf nicht

Nach einer Auszeit erhielten die Freiburgerinnen einen Einwurf an der Mittellinie, 3,9 Sekunden vor dem Ende der Partie. Bad Homburg verteidigte stark, ließ die USC-Distanzschützinnen Hughes und Rodefeld nicht aus den Augen. So musste Kristen Gaffney den letzten Wurf an der Dreipunktelinie nehmen. Sie traf nicht – der USC verlor erstmals in dieser Saison ein Heimspiel und fiell auf den zweiten Tabellenplatz zurück.

Für den USC Freiburg spielten: Zdravevska (8 Punkte), Rodefeld (19/davon 2 Dreier), Wieczorek, Kambach (nicht eingesetzt), Nufer, Ch. Zehender (n. e.), N. Zehender (n. e.), Schipek, Hoffmann (10/1), Ouedraogo, Hughes (22/6), Gaffney (17), Mayer (2).